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Investieren oder zocken Sie schon?

Viele Privatanleger merken gar nicht, dass sie sich schon im Bereich der „Zockerei“ befinden. Das ist dann in der Regel hochgradig riskant für das Investment. Die versteckten Möglichkeiten, beim Handeln in die Glücksspielfalle zu tappen, sind vielfältig. Das unbedingte Streben nach Gewinn ohne einen Verlust akzeptieren zu können, fällt schon in den Bereich der Zockerei.

Aber manchmal ist es auch einfach eine Frage des Gemüts: Einige Anleger vertrauen auf Ihr Gefühl und Ihre Kenntnis des Marktes und wagen mehr, als Ihrem Investment eventuell gut tut. Die meisten sehen sich jedoch nicht als Glücksspieler – manchmal ist das ein Trugschluss.

Investieren oder zocken Sie?

Jeder Anleger handelt aus einer anderen Motivation heraus. Gewinnstreben oder das emotionale Hochgefühl bei einer erfolgreichen Anlage sind hierbei zu nennen. Auch eine andere Motivation darf nicht unterschätzt werden: der soziale Druck. Dieses Phänomen wird „social proof“ genannt. Dabei orientieren sich Menschen am Verhalten anderer.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Manche Nachtclubbesitzer lassen vor der Tür extra eine lange Schlange entstehen, um den Eindruck zu vermitteln, der Club wäre voll. So auch im Investment-Bereich: Das Drängen anderer Investoren veranlasst auch Menschen, die eigentlich kein Interesse daran haben, zum Geldanlage-Investment. Sie kopieren das Verhalten anderer, da sie den Aussagen und Empfehlungen der anderen Anleger vertrauen und so eine soziale Akzeptanz erreichen möchten.

Ein solches Verhalten kann als Zockerei verstanden werden, da ohne große eigene Kenntnisse über die Finanzmärkte investiert wird. Und dies allein für eine Art Dazugehörigkeitsgefühl. Aber ist das dem Anleger bewusst? Wohl eher nicht.

Für Anleger ist hierbei aber auch entscheidend, in welche Wertpapiere und in welchen Bereichen sie investieren. Anleger, die langfristig planen und in solide Werte oder auch in Gold investieren, sind weniger als Zocker zu bezeichnen. Diejenigen, die stets nach Pennystocks oder anderen spekulativen Anlagemöglichkeiten greifen, sind hingegen eher Zocker. Durch Diversifikation und das Aufteilen des Risikos auf verschiedene Aktien schafft man zusätzliche Sicherheit und vermeidet Zockerei.

Austausch schafft Hochgefühl

Das Gefühl der Macht und Befriedigung nach einem erfolgreichen Abschluss ist Gold wert. Doch auch ein Verlust kann diese Gefühle hervorrufen. Dies geschieht in Situationen, in denen auch andere Anleger ihr Geld beim selben Investment verloren haben. Der Austausch über die vertrackte Situation lässt ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen.

Doch obacht: übernehmen die Gefühle die Oberhand, muss man erneut eher von Glücksspiel als von Investment sprechen. Mit systematischem Handeln haben die Anlagen dann wenig zu tun.

Gewinn, auf Teufel komm raus

Sichere und realistische Anleger zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich auch mal eine Niederlage eingestehen können. Die Investition in eine Aktie, die sich wenig später im Kurssturz befindet und sich allem Anschein nach auch nicht erholt, sollte als Verlust abgehakt werden.

Wer dies nicht tut, muss oft noch größere Verluste verkraften. Auf Teufel komm raus an diesem einen Investment festzuhalten, macht die Sache meist nur schlimmer und zeigt, welche Ausmaße die Zockerei schon angenommen hat.

Verborgende Glücksspiel-Tendenzen?

Investieren Sie oder zocken Sie schon? Sich selbst beweisen, soziale Akzeptanz erreichen, einfach nur mitreden können oder das totale Gewinnstreben – Zockerei tritt in vielfältiger Form auf und bleibt nicht wenigen Anlegern auf den ersten Blick verborgen. Doch hinterfragen Sie Ihr Verhalten doch einmal selbst –vielleicht entdecken Sie verborgende Glücksspiel-Tendenzen, von denen Sie selbst noch gar nichts ahnten.

2. Februar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.