2012 wird das Jahr steigender Zinsen werden - wegen der Geldflut.
Noch sind die Zinsen am kurzen Ende auf einem sehr niedrigen Niveau.
Häuslebauer oder Unternehmen werden diese Situation schätzen. 2012 aber wird es teurer. Schon jetzt steigen die langfristigen Zinsen teils deutlich an. Vor allem die Geldflut durch die EZB (europäische Zentralbank) wird dafür sorgen, dass das Misstrauen wächst.
Dadurch aber steigen die Zinsen. Meiden Sie daher jetzt entscheidende Investmentfehler für 2012.
Zinsen: Pferdefuß vieler Zertifikate
Vielen Investmentprodukten ist auf den ersten Blick gar nicht anzusehen, wie sehr deren Kursentwicklung von den Marktzinsen abhängt. Als Faustformel können Sie sich daran orientieren, dass Zertifikate und andere Anleihen tendenziell schlecht abschneiden, wenn die Zinsen steigen.
Die Aussage gilt zwar "nur" während der Laufzeit, weil Sie am Ende ausschließlich nach den vereinbarten Bedingungen ausgezahlt werden. Aber: Für Ihre Sicherheit ist es am besten, wenn Sie auch während der Laufzeit jederzeit ohne größere Verluste aussteigen könnten.
Dies gelingt bei Zertifikaten bestimmter Anlageklassen jedoch nur mit größeren Kursverlusten. Steigen die Zinsen, sind die Zertifikate nicht mehr so viel wert, die Ihnen vergleichsweise "sichere" Zinsen bieten:
- Garantiezertifikate werden bei höheren Zinsen während der Laufzeit Kursverluste erleiden. Das Problem: die Laufzeit dieser Zertifikate ist oft länger als bei anderen Zertifikaten.
- Aktien-Anleihen sind bei steigenden Zinsen nicht mehr so attraktiv wie vorher. Der Marktwert sinkt, während das Risiko des Verlustes bis zur Laufzeit sogar steigt, denn: die meist zugrunde liegenden Aktien werden bei steigenden Zinsen oft verlieren.
- Discount- oder Bonuszertifikate mit attraktiven Polstern werden angesichts höhere Zinsen noch mehr verlieren als ohnehin schon. Diese Zertifikate verlieren oft während der Laufzeit und spielen ihre Stärke erst bei der Auszahlung aus.
- Direkte Zins-Zertifikate auf Währungskonten verlieren ebenso, wenn die Zinsen steigen.
Unternehmensanleihen in Gefahr
Doch nicht nur Zertifikate, auch "herkömmliche" Anleihen, etwa Unternehmensanleihen, leiden bei höheren Zinsen. Die Überlegung ist recht einfach:
Der Wert der fest versprochenen Zinsen sinken, wenn Sie mit anderen Investments mehr Zinsen kassieren könnten. Daher sinkt der Kurs von Anleihen, sobald die Marktzinsen deutlich steigen. Dies werden Sie vor allem bei Anleihen mit längerer Laufzeit feststellen.
Je länger die Anleihen laufen, desto sensibler die Reaktion auf Zinsen. Ein regelrechter Investmentfehler für 2012 wäre es demnach, jetzt Anleihen mit einer Laufzeit von mehr als zwei Jahren neu zu kaufen.
GeVestor meint: Sicher gibt es attraktive Anleihen. Gerade unter den neuen Mittelstandsanleihen finden Sie jetzt Titel mit mehr als 7,5% Rendite (pro Jahr). Nur laufen diese Papiere in der Regel noch bis 2015/2016.
Steigende Zinsen werden zu Kursverlusten führen und Sie in längere Investments zwingen. Alternative sind weiterhin Aktien mit hohen Dividendenrenditen. So ist derzeit RWE immer noch günstig - trotz negativer Presse.
Die Dividendenrendite für 2012 steigt auf mehr als 6%.


