Investments in Afrika – wie können Anleger investieren?

Auch in Afrika befreien sich immer mehr Menschen aus der Armut. Der schwarze Kontinent gilt nicht umsonst als unterschätzter Markt mit großen Chancen – vor allem für Unternehmer und Investoren.

Inzwischen zählt Afrika 1,2 Milliarden Einwohner, die Mittelschicht wächst rasant. Boom-Länder wie Ägypten, Kenia oder Äthiopien machen Hoffnung auf mehr. Der ägyptische Leitindex EGX 30 kletterte zuletzt von einem Allzeithoch zum nächsten und legte in 2016 um mehr als 70% zu.

Dabei stellt sich natürlich die Frage: Wie können Privatanleger durch Investments in Afrika von diesem Boom profitieren?

Investments in Afrika: Der Kontinent hat mehr zu bieten als Rohstoffe

Zunächst gilt es die Besonderheiten der afrikanischen Wirtschaft zu verstehen, denn nicht in jeder Region finden Investoren ideale Voraussetzungen für Investments in Afrika vor. Während sich Ägypten und Kenia in den letzten Jahren positiv entwickelt haben, gibt es nach wie vor Probleme in Staaten wie Somalia, Simbabwe und dem Sudan.

Zudem ist die Wirtschaft Afrikas sehr export- und rohstofflastig. Ausgeliefert werden vor allem Rohstoffe wie Kakao, Diamanten, Gold, aber auch Erdöl. In einigen Regionen ist inzwischen auch der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle.

Die größte Börse Afrikas ist die Johannesburger Börse (JSE) in Südafrika. In Ostafrika ist inzwischen die Nairobi Stock Exchange (NSE) in Kenia ein wichtiger Gradmesser für die Wirtschaft.

Hier glänzten in den vergangenen Jahren aber nicht nur Rohstoff- und Industriewerte, sondern auch Technik-Unternehmen wie Safaricom. Der Kurs des größten Mobilfunkanbieters in Kenia ist zum Beispiel in den letzten 5 Jahren um 585% gestiegen.

Schwieriges Umfeld für Privatanleger

Für Privatanleger ist es schwierig, direkt in den afrikanischen Aktienmarkt zu investieren, da neben Spezialwissen über afrikanische Unternehmen oft auch Kontakte zu Wertpapierhändlern vor Ort benötigt werden, um Transaktionen über eine entsprechende Depotbank durchzuführen.

Zwar werden einige südafrikanische Aktien (Anglo American Platinum, Assore, Astral Foods) auch in Deutschland gehandelt, das Handelsvolumen ist aber teilweise sehr dünn.

Aus diesem Grunde bieten sich hier Afrika-Fonds (zum Beispiel: Bellevue BB African Opportunities, JPM Africa Equity, Robeco Afrika Fonds), ETFs (Exchange Traded Funds) oder Index-Zertifikate an.

Für Privatanleger sind insbesondere ETFs auf den MSCI Africa Top 50 und den MSCI South Africa Index interessant, da die beiden Indexfonds dem Anleger Zugang zu Afrika-Aktien mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung ermöglichen.

Vorteil: Afrika birgt großes Wachstumspotenzial

Keine Frage, Investments in Afrika bieten Chancen, ist der Kontinent trotz aller Unwägbarkeiten im Aufwind. Der schwarze Kontinent gilt nach Ostasien als die Region mit den weltweit höchsten Wachstumsraten.

Glaubt man dem Bericht African Development Bank, dürfte die Wirtschaft in Afrika in 2016 im Schnitt um 3,7 % wachsen, in 2017 wird eine Beschleunigung auf 4,7% erwartet. Voraussetzung ist, dass sich die Weltwirtschaft stabilisiert und sich die zuletzt gebeutelten Rohstoffpreise wieder erholen.

Insbesondere Kenia gilt mit 45 Mio. Einwohnern als ein Land mit enormen Potenzial, sind 43% der Bevölkerung unter 14 Jahre alt. Damit gehört die größte Volkswirtschaft Ostafrikas zu den jüngsten Gesellschaften der Welt. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Mittelschicht in Kenia im vergangenen Jahrzehnt verdoppelt.

Fazit: Investments in Afrika bieten Chancen, sind aber auch risikoreich

Wenngleich die Chancen für Investments in Afrika überwiegen, sollten Anleger beachten, dass viele Afrika-Fonds relativ rohstofflastig sind. Entsprechend stark können die Schwankungen bei Afrika-Fonds, Afrika-Indexzertifikate oder Afrika-ETFs ausfallen, wenn sich der Preisverfall für wichtige Export-Rohstoffe (Kakao, Gold etc.) weiter fortsetzen sollte.

Weiter sollten Anleger beachten, dass Index-Zertifikate keinen integrierten Währungsschutz bieten. Sollte es zu Kursschwankungen am Devisenmarkt kommen, kann sich dies unter Umständen negativ auf die Entwicklung der entsprechenden Afrika-Zertifikate auswirken. Zudem trägt der Anleger bei Afrika-Zertifikaten ein Emittentenrisiko – geht die emittierende Bank Pleite, kann ein Totalverlust drohen.

6. Januar 2017

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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