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Irak: Für Anleger ein schwieriges Pflaster

Die wirtschaftliche Entwicklung im Irak ist schwer einzuschätzen. Länger ging es bergauf. Doch der Ölpreisverfall und die Besetzung großer Landesteile in Nordwesten durch den „Islamischen Staat“ hat die Wirtschaftsleistung erheblich gebremst. Wer in den Irak investieren will, kann nur auf zwei exotische ausländische Fonds zurückgreifen.

In den Irak investieren – Frontier Market im Frühstadium

Aus Investorensicht gehört der Irak zu den Frontier Market-Ländern. Das ist die Vorstufe zur nächsten Kategorie der Schwellenländer. Nach 3 Kriegen und jahrelangen Sanktionen hat das Land enormen Aufholbedarf. Jahre nach der letzten US-Invasion erst nahm der Wiederaufbau langsam Formen an. Firmen aus dem In- und Ausland begannen, in den Irak zu investieren.

Seit 2011 wuchs die irakische Wirtschaft – 2014 um bis zu 6,3%. Die Inflation ist vergleichsweise gering. Die Staatsschulden sind erst seit dem Ölpreisverfall nach zuvor moderaten Werten wieder angestiegen. Getrieben wurde der Aufschwung vom Ölexport, der 90% des Staatshaushalts und 75% des Bruttoinlandsprodukts ausmacht.

Grundsätzlich bietet der Irak mit seinem Ölreichtum enormes Potenzial. Schätzungen der Internationalen Energieagentur zufolge kann das Land seine Produktion bis 2020 sogar verdoppeln – trotz veralteter und teils maroder Förderinfrastruktur. Einen derartigen Anstieg hat es in der Geschichte nur in den 1960er Jahren in Saudi Arabien gegeben. Beachtlich sind auch die Erdgasreserven.


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Dringender Investitionsbedarf auf breiter Front

Mit dem drastischen Ölpreisverfall ab 2014 jedoch ließ die Wirtschaftsleistung dramatisch nach. Hinzu kommen Förderausfälle, weil der „Islamische Staat“ zwischendurch drei Ölfelder besetzt hatte.

Nach Kriegen und Bombenattentaten kämpft das Land erneut um seinen Erhalt. Gestützt wird es unter anderem vom starken Nachbarn Iran, was aber wiederum Probleme im Inneren bereitet. Die Sunniten rebellieren gegen die schiitische und vom Iran gestützte Regierung, weil sie sich an den Rand gedrängt sehen.

Die schwierige Situation hat auch Auswirkungen auf Investitionen in die Infrastruktur. Dringender Investitionsbedarf besteht etwa im Bereich Gesundheitsfürsorge, Elektrizitäts- und Wasserversorgung und in der Ölindustrie. Der Aufbau verläuft jedoch nur schleppend und wurde teilweise ganz eingestellt.

Investitionsprogramm der Regierung

Um gegenzusteuern kündigte die Regierung ein Finanz- und Investitionsprogramm vor allem für die Landwirtschaft, Industrie und den Wohnungsbau an. Ebenso weitere Maßnahmen zur Stärkung des Privatsektors und Verringerung der Arbeitslosigkeit. Das Problem: Die meisten der 32 Mio. Einwohner sind zwar jung aber schlecht gebildet und vielfach Analphabeten.

Erschwerend kommt hinzu: Der Irak als Land ist zersplittert. Die südliche Region Basra ist mit ihren Ölfeldern reich und erwirtschaftet gut 70% des Bruttoinlandsprodukts. Doch Ölfirmen aus dem Ausland, die zugleich in der ebenfalls ölreichen autonomen Region Kurdistan tätig sind, kämpfen mit Zuständigkeitsstreitigkeiten bei den Förderlizenzen.

Trotz der zahlreichen Krisen machen die Unternehmen in den Zentren gute Geschäfte. Unter anderem Ableger von ausländischen Telekommunikationsanbietern. Über spezialisierte Hedgefonds fließt Kapital ins Land. Gleichzeitig ist der Kapital- und Kreditbedarf so hoch, dass die Banken äußerst gute Gewinne einfahren. Die Finanzbranche dürfte vom Wiederaufbau mit am stärksten profitieren.

Spezialfonds mit Hürden

Gelistet sind die großen Unternehmen an der Bagdader Börse (Iraq Stock Exchange) im ISX Index. Allerdings ist der Markt insgesamt relativ illiquide, wozu nicht zuletzt die Krisen und die verbreitete Korruption beitragen. Viele der 100 Aktien an der Börse sind schlecht handelbar. Die meisten Papiere notieren weit unter ihrem eigentlichen Wert. Insofern sind sie zwar attraktiv aber extrem risikoreich.

Wer in den Irak investieren will, kann eigentlich nur auf zwei exotische ausländische Spezialfonds zurückgreifen, die entsprechende steuerliche Hürden mit sich bringen. Zum einen der amerikanische Euphrates Frontier Market Fonds. Er investiert in Unternehmen, die im ISX an der Iraq Stock Exchange gelistet sind.

Die zweite Möglichkeit ist ein Risikofonds namens Babylon mit irakischen Aktien, Staatsanleihen und Unternehmen, die im Irak Geschäfte machen. Sitz ist auf den Virgin Islands. Die Mindesteinlage beträgt 100.000 €. Aufgrund des hohen Risikos ist ein Investment im Irak zumindest derzeit aber nicht für private Anleger zu empfehlen.

17. Dezember 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.