Munter kauft die Eurozone, so nennen wir einfach die gesamte Bürokratie, Anleihen aus Italien auf.
Dies hat die Bürokratie inzwischen offen zugegeben - ohne dass jemand danach fragen würde.
Wir unterstellen, dass auch die Entscheidungsträger inzwischen wissen, wie dicht Italien und damit die Eurozone selbst vor einem Crash stehen. Der Staatsbankrott steht auch in Rom vor der Tür.
Italien spart - zu schnell?
Zunächst fiel Italien positiv auf. Das Land hat sich mit Beginn der Debatte 2011, als Griechenland erstmals vor dem Aus stand, um ein schnelles Sparprogramm bemüht.
Italien will offensichtlich dem Crash tatsächlich entgehen. In den vergangenen Jahren hatten Analysten den Italienern diese Entschlossenheit kaum zugetraut. Nur:
Das Sparprogramm hilft derzeit nicht. Erste Analysten räumen ein, dass Italien möglicherweise sogar zu schnell spart. So fallen wichtige Konsumpfeiler aus, die Steuereinnahmen brechen weg.
Die Finanzmärkte reagieren bereits: Anleihen aus Italien bringen derzeit Einstiegsrenditen in Höhe von mehr als 6,5%.
Anleihe-Experten sagen dazu: der "Spread", das heißt, der Unterschied zu deutschen Staatsanleihen ist mit 4%-Punkten viel zu hoch. Wir halten dagegen. Warren Buffett, vermögendster Investor der Welt, behauptet gelegentlich: "Mr. Market hat immer Recht".
Markt weiß: Rettungsschirm ist aufgespannt
Wer diesen Renditeaufschlag sieht, muss sich an sich wundern. Der Rettungsschirm der Eurozone sichert auch italienische Staatsanleihen ab, wenn es darauf ankommt.
Dass der Risikoaufschlag trotzdem so hoch ausfällt, liegt an einem weiteren Umstand: die Märkte wissen, wie schlecht es um den Rettungsfonds steht.
Da nicht nur Portugal und Griechenland, sondern auch Spanien, Irland, in einigen Monaten sogar Frankreich im Brennpunkt stehen, reicht das Volumen vorne und hinten nicht.
Die Frage ist dann, wer tatsächlich wann und wie hoch bedient wird. So erklären sich die hohen Renditeaufschläge für italienische Staatsanleihen.
Eine Falle ist es daher, wenn Analysten wie ein Rentenfondsmanager der Union Investment immer noch an italienischen Anleihen festhalten. Seine Argumente sind für uns Fallen. Punkt für Punkt.
- Behauptung: Italien wird 2011 aus dem Handelsbilanzdefizit einen -Überschuss machen. Dafür aber gibt es kein Anzeichen. Je schlechter die Weltkonjunktur, umso höher das Handelsbilanzdefizit Italiens.
- Italiens Bankensektor ist gesund, so die Behauptung. Dies stimmt so nicht. Noch weiß kein Analyst, wieviel Geld Banken (und Versicherungen) aus Italien im sonstigen Südeuropa verliehen haben. Der Stresstest gegenüber Banken war zu harmlos.
- Behauptung: Der italienische Bond-Markt ist sehr liquide. Die Wahrheit: ausgerechnet jetzt kann Italien praktisch kaum noch Staatsanleihen verkaufen. Genau deshalb greift die Eurozone bereits zu.
Italien kann vor einem Bankrott stehen. Wann genau Italien nicht mehr zahlen kann - also bankrott ist - hängt von der Eurozone ab.
Sobald diese nicht mehr Anleihen kauft, wird es eng für Italien. Trotz aller Sparprogramme.
Italiens Staatsbankrott würde auch die Eurozone einem Crash näher bringen. Nach Spanien, Frankreich und Deutschland ist es innerhalb der Eurozone die größte Wirtschaftsmacht.
Die Konsequenz für Sie bleibt: investieren Sie Geld in Sachwerte. Sachwerte sind Immobilien, Aktien und Edelmetalle. Auch Silber wird neben Gold noch stark zulegen.



