MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Jährliche Ölpreissteigerung – Mythos oder Realität?

Die gesamte Weltwirtschaft  ist von Öl und dessen Preis abhängig. So wird der Kurs gerne auch als Indikator verwendet, um starke und schwachen Wirtschaftsphasen zu signalisieren. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Ölprodukte, die alle von der jährlichen Ölpreissteigerung abhängig sind. Aber genau darum geht es – steigt der Ölpreis wirklich jedes Jahr?

Ölpreissteigerung ist nicht konstant

Die einfache Antwort vorweg: Ölpreise steigen nicht jährlich. Von 2011 bis 2013 blieb der durchschnittliche Rohölpreis konstant bei rund 107 US-$ pro Barrel. Im Gegenteil, auffällig war in diesen 3 Jahren die ausgesprochen geringe Volatilität . Es gab praktisch keine auffallenden Ausschläge, nach unten oder oben. Diese Situation gab es schon mal in den Jahren 1965 bis 1970.

Krisen in Ukraine und Irak entscheiden den Ölpreis

Die Krisen in der Ukraine und im Irak werden sicherlich zukünftig ihren Tribut fordern, so dass deshalb von größeren Ausschlägen beim Ölkurs ausgegangen werden kann. Zudem wurde im Kurs auf den Rohstoffmärkten ein Risikoaufschlag bereits eingerechnet. Dennoch scheint der Weltmarkt noch gut versorgt, nur so kommen diese scheinbar stabilen Rohstoffpreise zustande.

Wie wichtig die Versorgung des Weltmarktes für stabile Preise ist, wird an den Preisentwicklungen für Rohöl in den Jahren 1977 bis zur Ölkrise im Jahre 1981 deutlich. Während der Ölpreis im Jahre 1976 um rund 2 US-$ pro Barrel (von 9.80 US-$ auf 6 US-$ pro Barrel) sank, ging er in den folgenden Jahren rasant nach oben. Von 10 US-$ 1977 auf 35 US-$ pro Barrel im Jahre 1981.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Ursachen für niedrige Ölpreise

Erstaunlich, wie günstig Öl damals war, wenn der Preis der vergangen 3 Jahre die meiste Zeit über 100 US-$ lag. Diese Tiefstpreise hatten jedoch vor allem zwei Ursachen. Einerseits wurde im kalten Krieg versucht, die OPEC-Staaten dazu zu bekommen, Öl billig zu verkaufen. Damit sollte die UDSSR – die nicht Mitglied bei der OPEC war – von großen Valutaeinnahmen ferngehalten werden. Zum Anderen machte sich damals noch niemand Gedanken darüber, dass die Rohstoffvorkommen nicht unendlich sind.

Allerdings sind die schwindenden Rohölvorkommen nicht der Hauptgrund warum die Rohölpreise ab 2001 kontinuierlich stiegen. Im Jahre 2008 war der Rohölpreis von Brent auf einem historischen Maximum von 146 US-$ pro Barrel. Es folgten die Bankenkrisen und der Ölpreis brach ein auf unter 40 US-$.

Die jährliche Ölpreissteigerung gibt es nicht

Eine jährliche Ölpreissteigerung gehört also zu den Sagen und Mythen. Die Ölpreise halten sich über mehrere Jahre erstaunlich stabil. Findet ein Sprung statt, so hält dies in den letzten Jahren nur kurzfristig an. So wie im Jahre 2009 der Preis für Rohöl kurzzeitig auf unter 40 US-$ absank, nur um sich innerhalb von 1,5 Jahren zu verdreifachen. Das zeigt der folgende logarithmische Chart von Brent Öl.

jährliche Ölpreissteigerung

(Quelle: chartbuero.de)

Krisen gestalten den Ölpreis

Was war der Grund für diese kurzfristige Preissenkung im Jahre 2009? Die Schuldenkrise war auf dem Höhepunkt. Schlechte Wirtschaftszahlen sorgten für eine sinkende Nachfrage, da die Industrie ganz einfach weniger Rohöl nachfragte. Die Lager waren aber noch durch die Investitionen von 2008 voll.

3 Jahre später sorgte eine neue Krise für ansteigende Kurse. 2011 kletterte der Ölpreis aus Sorge um den Bürgerkrieg in Libyen. Das gehört zu den OPEC-Staaten, also zu den erdölexportierenden Ländern. Die erneuten Bürgerkriege im Irak und Syrien sind durch die Islamisten auch eine Bedrohung für andere erdölexportierende Länder und damit wird der Rohölpreis in absehbarer Zeit vermutlich keinen Crash erleben.

Sollte sich durch das erneute Eingreifen der USA im Irak und Syrien der Iran bedroht fühlen, könnte dagegen der Erdölpreis wieder neue Rekorde aufstellen. Denn 20 % des Erdöls wird über die Meerenge am Persischen Golf transportiert und den kann der Iran sperren. Allein die Androhung des Irans, die Straße von Hormus – also den Schiffsweg im Persischen Golf – zu blockieren, hat in der Vergangenheit den Ölpreis ebenfalls bewegt.

Jährliche Ölpreissteigerung für Privatanleger

Da es immer unterschiedliche Phasen in der Entwicklung des Ölpreises gibt, sollten Anleger nicht sorglos auf steigende Kurs spekulieren. Über den Verlauf der Jahrzehnte ist Öl zwar teurer geworden, aber das ist genauso, wie bei den meisten Dingen und häufig der Inflation geschuldet. Eine pauschale Aussage, dass Öl jedes Jahr teurer wird, ist dennoch falsch.

13. Oktober 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.