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Jährlicher Steuerfreibetrag: Staat entlastet Niedrig-Verdiener

Mit dem jährlichen Steuerfreibetrag bezeichnet man das Einkommen, das von der Einkommenssteuer ausgenommen ist.

Im Jahr 2016 beträgt er in Deutschland für Alleinstehende 8.652 €, 2015 belief sich der Steuerfreibetrag noch auf 8.472 €. Bei Ehepaaren ist der jährliche Steuerfreibetrag doppelt so hoch.

Jährlicher Steuerfreibetrag soll Niedrig-Verdiener entlasten

Man muss also lediglich auf das Einkommen, das diese Grenze übersteigt, Steuern entrichten. So will der Staat Niedrig-Verdiener nicht noch zusätzlich belasten.

Es gilt nämlich das sogenannte Netto-Prinzip: Der Staat will nur das Einkommen besteuern, dass der Steuerzahler nicht zur Deckung seiner Grundbedürfnisse wie Ernährung und Unterkunft braucht.

Steuerfreibetrag entspricht Arbeitslosengeld-II-Leistungen

Die Höhe des jährlichen Steuerfreibetrags berechnet man mithilfe des aktuellen Sozialgesetzbuches, auch Hartz IV genannt. Er entspricht den Arbeitslosengeld-II-Leistungen innerhalb eines Jahres.

Diese staatliche Unterstützung soll Arbeitssuchenden ein soziokulturelles Existenzminimum garantieren. Sie beinhaltet unter anderem einen gewissen Grundbetrag – den sogenannten Regelsatz – , Kosten für die Unterkunft und Heizkosten.

Auch bei anderen Steuerarten gibt es jährliche Steuerfreibeträge

Außer bei der Einkommenssteuer gibt es aber auch bei anderen Steuerarten jährliche Freibeträge. Beispiele hierfür sind die Abgeltungs- und Gewerbesteuer. Der Freibetrag bei der Abgeltungssteuer – auch Sparerpauschbetrag genannt – beträgt 801 Euro für alleinstehende Anleger. Der Freibetrag für Ehepaare ist doppelt so hoch.

Gewerbesteuer müssen Personengesellschaften und Einzelunternehmen erst ab Einkünften von 24.501 € im Jahr entrichten. Haben Sie als Selbstständiger mehrere Unternehmen, steht Ihnen dieser Freibetrag sogar mehrere Male zu. Voraussetzung dafür ist, dass die Betriebe organisatorisch, finanziell und buchhalterisch voneinander getrennt sind.

Jährlicher Steuerfreibetrag bei Umsatzsteuer

Selbstständige haben zudem einen jährlichen Steuerfreibetrag bei der Umsatzsteuer. Dieser liegt bei 17.500 €. Unterschreiten Sie diesen und werden Sie voraussichtlich weniger als 50.000 € im kommenden Jahr verdienen, können Sie sich aussuchen, ob Sie Umsatzsteuer zahlen oder nicht.

Zahlen Sie selbst keine Umsatzsteuer, haben Sie jedoch auch kein Recht auf den sogenannten Vorsteuerabzug. Durch Letzteren können sich Unternehmer die Umsatzsteuer ersetzen lassen, die sie selbst beim Kauf von Gütern und Dienstleistungen zahlen.

Kinderfreibetrag ist lohnend ab einem Einkommen von 70.000 €

Für Eltern gibt es außerdem einen Kinderfreibetrag. Für beide Elternteile sind pro Kind Einkünfte in Höhe von 7.248 € (2.604 € Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf + 4.608 € sächliches Existenzminimum des Kindes) von der Einkommenssteuer befreit.

So erhöht sich der jährliche Freibetrag bei der Einkommenssteuer für ein alleinstehendes Elternteil mit einem Kind von 8.652 € auf 15.900 € im Jahr 2016. Ein Ehepaar mit einem Kind hat bei zusammenveranlagtem Einkommen insgesamt einen jährlichen Freibetrag von 24.552 €.

Den Kinderfreibetrag erhalten Eltern im Regelfall bis zum 18. Lebensjahr des Kindes. Der Kinderfreibetrag ist eine Alternative zum Kindergeld, das bis zu 221 € pro Kind beträgt. Lohnend wird die Alternative Kinderfreibetrag jedoch erst ab einem gemeinsamen Einkommen von etwa 70.000 €.

5. März 2016

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Lisa Louis
Von: Lisa Louis. Über den Autor

Lisa Louis ist freie Journalistin in Paris. Sie hat internationale Volkswirtschaftslehre in Deutschland und Frankreich studiert. Mit ihrem Wissen hilft Sie Lesern bei grundsätzlichen Fragen der Geldanlage und der Privaten Vorsorge.