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Jakob Fugger: Aufstieg und Erfolgsrezept des reichsten Menschen

Superreiche Familien wie Rothschild und Rockefeller wirken fast blass gegen einen Augsburger Kaufmann. Die Rede ist von Jakob Fugger, der von 1459 bis 1525 lebte und als einer der reichsten Menschen galt.

Der aus einer Augsburger Handelsfamilie stammende Jakob Fugger häufte zu Lebzeiten ein Vermögen von 2,1 Mio. Gulden an und war damit nicht nur der erste dokumentierte Millionär, sondern zeichnete zu jener Zeit mit seinem riesigem Handelsimperium für 2% des gesamten europäischen Bruttoinlandsprodukts (BIPs) verantwortlich.

Zum Vergleich: Microsoft-Mitgründer Bill Gates gehört zwar mit einem Vermögen von über 80 Mrd. US-$ ebenfalls zu den Superreichen, zeichnet damit aber nur für 0,5% der jährlichen Wirtschaftsleistung der USA verantwortlich.

Rechnet man das Vermögen von 2,1 Mio. Gulden auf heutige Lebensverhältnisse hoch, würde sich das Vermögen von Jakob Fugger heute auf unglaubliche 400 Mrd. US-$ summieren – Fugger wäre damit mit Abstand der reichste Mensch in der Geschichte. Kein Wunder also, dass Jakob Fugger später den Beinamen „der Reiche“ erhielt.

Jakob Fugger – der Aufstieg eines einfachen Bankers

Doch wie kam es zu dem beispiellosen Aufstieg eines einfachen Bauernenkels? Betrachtet man die Geschichte und den Werdegang von Jakob Fugger näher, fallen Parallelen zum legendären Apple-Mitgründer Steve Jobs auf.

Das Kaufmannshandwerk erlernte Jakob Fugger bereits als 19-jähriger in Venedig, später übernahm er die Leitung der Fugger-Filiale ins Innsbruck. Schon damals lernte Jakob Fugger Chancen und Risiken des Kreditgeschäfts abzuschätzen und auch die Vorzüge der doppelten Buchführung für sich zu nutzen, die heute Standard ist.

Bankgeschäfte und Einstieg in die Montanindustrie legen die Basis für den Reichtum

Die Basis für den Erfolg und Aufstieg von Jakob Fugger legten Bankgeschäfte mit seinen Brüdern Ulrich und Georg mit den Habsburgern und der Kurie. Parallel dazu erfolgte der Einstieg in die Montanindustrie mit dem Abbau von Silber und Kupfer. In den folgenden Jahren (ab ca. 1487) bestimmte Jakob Fugger die Geschäftspolitik der Fugger-Firma weitgehend allein.

Nachdem in jener Zeit die Silber- und Kupferminenbetreiber ständig Finanzbedarf hatten, sah Jakob Fugger seine große Chance. Anders als üblich, ließ sich Jakob Fugger nicht durch Schuldscheine entlohnen, sondern forderte eine Art Aktienbeteiligung an den Bergbaugesellschaften (sogenannte Kuxe).

Ein entscheidender Vorteil, denn damit konnte Fugger die Bergbaufirmen dazu zwingen, Silber und Kupfer direkt an ihn zu verkaufen – und schaltete damit de facto die Zwischenhändler aus. Daher ist es wenig verwunderlich, dass die Fugger-Firma später fast eine monopolartige Stellung im europäischen Kupfermarkt einnahm.

Das Erfolgsrezept von Jakob Fugger

Das Erfolgsrezept von Jakob Fugger setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Jakob Fugger arbeitete sehr hart und war nicht nur Banker, sondern auch Manager und Unternehmer zugleich.

Zudem scheute Jakob Fugger nicht davor zurück, hohe Risiken einzugehen. Außerdem war Fugger in der Lage Netzwerke zu knüpfen, um damals schon Netzwerkeffekte für sich zu nutzen, um seine Machtposition zu festigen.

Fugger hat zwar keine revolutionären technischen Produkte erfunden, dafür jedoch durch den Einsatz neuer Techniken und Methoden funktionierende Ökosysteme geschaffen, die vergleichsweise hohe Erträge abwarfen – ähnlich wie dies Apple in den letzten Jahren eindrucksvoll gelungen ist.

Soziales Engagement

Seinen Reichtum und Einfluss nutzte Jakob Fugger, um im Jahr 1525 die Fuggerei in Augsburg ins Leben zu rufen. Die Fuggerei ist die älteste Sozialsiedlung der Welt, in der sozial schwache Menschen für knapp einen Euro im Jahr zuzüglich Nebenkosten (ca. 85 €) auch heute noch wohnen können.

Bis heute wird die Sozialsiedlung aus dem Stiftungsvermögen von Jakob Fugger finanziert. Wer in der Sozialsiedlung wohnen will, muss Augsburger und katholisch sein und zudem einen guten Leumund haben.

Was Anleger von Jakob Fugger lernen können

Wie das soziale Engagement zeigt, war Jakob Fugger nicht nur ein gewiefter Ökonom und Taktiker, sondern auch ein Mensch mit einem sozialen Gewissen und festen Wurzeln, der sich mit der Stadt Augsburg verbunden sah.

Neben Fleiß zeichnete Fugger im Geschäftsleben eine gewisse Neugierde und Risikobereitschaft aus. Historiker sehen in Jakob Fugger auch einen geistigen Revolutionär mit einem gewissen Hang zur Perfektion, der bereit war, neue Wege zu beschreiten.

Genau diese Neugierde und Risikobereitschaft sollten auch Anleger mitbringen, denn wer nichts riskiert und nicht investiert, kann auch nicht vom technischen Wandel und wirtschaftlichen Aufschwung profitieren. Wie die Geschichte von Jakob Fugger zeigt, sind vorausschauende Investitionen die Grundlage für den späteren Erfolg – auch an der Börse.

22. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands