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Japan: Der unbeliebte Aktienmarkt sollte nicht unterschätzt werden

Japanische Aktien sind – anders als in den 80er-Jahren heute kaum noch in deutschen Aktien- Depots vertreten. Diese Vernachlässigung der japanischen Aktien war lange Zeit auch gerechtfertigt.

Der japanische Leitindex, der Nikkei 225, der im Jahr 1989 auf fast 40.000 Punkte geklettert war, lag vor 3 Jahren bei unter 10.000 Punkten. Doch dann wurde der japanische Aktienmarkt „wachgeküsst“. Aktuell kämpft der Nikkei mit der 20.000-Punkte-Marke.

Im vorliegenden Beitrag wollen wir klären, warum die Aktienkurse in Japan zuletzt gestiegen sind, warum sie weiter steigen werden und wie Sie vom Börsenaufschwung in Japan profitieren können.

Japans Wirtschaft: Stärken und Schwächen

Wirtschaft: Japan ist eines der führenden Industrieländer in der Welt. Auf 4,6 Billionen USD belief sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2014.

Damit ist Japan weltweit die Nr. 3 hinter den USA und China.

Technologisch ist Japan hoch entwickelt, das innovationsfreundliche Klima wirkt sich positiv auf die Wirtschaft aus. Japans Maschinenbau-, Automobil-, Chemie- und Elektronikkonzerne gehören zu den weltweit führenden Unternehmen.

Rohstoffe und Energie: Eine große Schwäche ist die Abhängigkeit von Rohstoffimporten. Als rohstoffarmes Land ist Japan auf Energieträger und Rohstoffe aus dem Ausland angewiesen.

Japan setzt auch nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima auf Atomenergie.

Außenhandel: Traditionell ist Japan eine Exportnation. Die Schwächung der japanischen Währung steht im Fokus der politischen Bemühungen, um den Export weiter anzukurbeln.

Fiskalpolitik: Japans Verschuldung beträgt knapp 250% seines Bruttoinlandsprodukts. Allerdings sind es mehrheitlich die Japaner selbst, die die Staatsanleihen ihres Landes halten. Das ist auch der Grund, warum die extrem hohe Verschuldung bisher kaum beachtet wurde.

Japan ist – anders als zum Beispiel Griechenland – nicht vom internationalen Kapitalmarkt abhängig. Um die eigene Bevölkerung nicht zu enttäuschen, muss Japan den Staatshaushalt konsolidieren.

Zugleich liegt eine Abwertung des Yen, die Sie seit einiger Zeit beobachten können, im Interesse der japanischen Wirtschaft, um den Export weiter anzukurbeln.


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Regierung verfolgt 3-Stufen-Plan

Für die Kurserholung am japanischen Aktienmarkt ist auch die Politik verantwortlich. Japans Premier Shinzo Abe will die japanische Wirtschaft aus dem Tiefschlaf holen. Das Aufputschprogramm wird „Abenomics“ genannt.

Das Grundprinzip seit Regierungsstart: Japan will die Geldmenge verdoppeln. Der Geldsegen soll für „Partystimmung“ sorgen.

Die Verbraucher gehen auf Shopping-Tour und die Unternehmen investieren wieder. So entsteht ein selbsttragender Aufschwung, der auch die Steuern sprudeln lässt und die Staatskasse füllt.

Das ist die Theorie (oder auch der Wunschtraum). Hier die „3 Pfeile“, die Shinzo Abe abgefeuert hat:

Pfeil 1 – Geldpolitische Revolution: Die japanische Notenbank kauft pro Jahr für umgerechnet 600 Mrd. € japanische Staatsanleihen und pumpt so riesige Geldmengen in den Markt. Seit Reform-Beginn 2013 hat sich die Geldbasis mehr als verdoppelt. Die Geldflut soll die Inflationsrate auf mindestens 2% steigern.

Pfeil 2 – Konjunkturpaket: Im zweiten Schritt setzt die Regierung auf ein riesiges, kreditfinanziertes Konjunkturpaket. Das Geld wird schwerpunktmäßig in die Infrastruktur des Landes investiert.

Pfeil 3 – Wirtschaftsreform: Im dritten und jüngsten Schritt folgen Wirtschaftsreformen. So hat die japanische Regierung erst vor wenigen Wochen die Japanische Post und 2 Tochtergesellschaften (Bank- und Versicherungssparte) an die Börse gebracht.

Mit dem Erlös sollen zum einen Investitionen in die Infrastruktur finanziert werden.

Zum anderen will die Regierung mit der Privatisierung die vielen Post-Kunden mobilisieren (die Postbank gilt als größte Sparkasse der Welt). Die Japaner gelten als Sparweltmeister und horten riesige Cash-Bestände.

Die japanische Regierung hat das Ziel, dass ein Teil der Ersparnisse aktiv investiert wird. Daher wurden 80% der Post-Aktien an Privatanleger abgegeben. Da der Ausgabe-Kurs extrem günstig war, gilt es als relativ sicher, dass die neuen Aktionäre schnell Gewinne erzielen.

Japanische Aktien: Umschichtung privater Ersparnisse

Das soll der Startschuss für Umschichtungen bei den privaten Ersparnissen werden.

Wenn auch nur 20% der Spareinlagen in Aktien umgeschichtet würden (aktuell liegt dieser Wert erst bei 11%), wäre das ein enormer Kurstreiber für den japanischen Aktienmarkt und würde die japanischen Unternehmen, die Kapital an der Börse einsammeln möchten, beflügeln.

Auch die japanischen Versicherungen sollen Geld in den Aktienmarkt pumpen. Nach dem Platzen der japanischen Börsenblase flohen die Versicherungen aus dem Aktienmarkt und mieden ihn rund 20 Jahre lang. Diese Eiszeit ist aber beendet.

Schrittweise schichten die Lebensversicherungen Richtung Aktien um.

Der Aktienanteil ist zuletzt von 5,4 auf 6,4% gestiegen. Steigt die Quote auf über 10%, wäre das ein weiterer Kurstreiber für die japanischen Aktien.

Und noch ein Kurstreiber: Der staatliche Pensionsfonds GPIF soll die Aktienquote auf 25% erhöhen. Da der Staat das regeln kann, fließt automatisch weiteres Geld in den Aktienmarkt.

Japanischer Aktienmarkt wird immer attraktiver

Die große Frage ist: Ist es für die japanischen Sparer und Versicherungen sinnvoll, von Anleihen in Aktien umzuschichten? Die eindeutige Antwort lautet: Ja!

Zum einen sorgt die Regierung dafür, dass japanische Anleihen keine positiven Renditen abwerfen. Wer in Japan Geld verdienen will, muss in Aktien investieren.

Zum anderen gibt es in den japanischen Unternehmen seit einigen Jahren einen gewaltigen Sinneswandel. Früher war es üblich, dass viele Unternehmen miteinander verbunden waren, die Unternehmen (ohne Ziel) riesige Cash-Reserven gehortet haben, die Aktionäre ganz auf Dividenden verzichten mussten oder mit Mini-Beträgen abgespeist wurden und die Rechte der Privatanleger weitgehend ignoriert wurden. Diese Zeiten sind vorbei.

Die Unternehmen achten stärker auf die Rechte der Aktionäre, schütten immer üppigere Dividenden aus, kaufen eigene Aktien zurück und achten verstärkt auf die Rentabilität.

Der von Regierung und Notenbank geschwächte Yen sorgt zusätzlich für Rückenwind in der Exportindustrie.

Japan: Aktien profitieren von einer Steuerreform

Und ab 2016 könnte die nächste Gewinnstufe gezündet werden: Die japanische Regierung will – so hört man aus politischen Kreisen – die Steuerreform von 2017 auf 2016 vorziehen.

Die Steuerbelastung der Unternehmen soll auf maximal 30% gedrückt werden.

Das würde die Unternehmensgewinne erhöhen und noch mehr Spielraum für Dividenden-Erhöhungen eröffnen. Das Ergebnis: Auf Basis aktueller Prognosen steigen die Unternehmensgewinne 2015 um 6,9% und 2016 sogar um 10,2%.

Laut Analyse der Deutschen Bank liegen die japanischen Unternehmen damit unter den Industrienationen an der Spitze. Wachsen die Unternehmensgewinne zweistellig, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Nikkei die 20.000-Punkte-Marke pulverisiert.

13. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot", dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.