Japan: Desaster ist kein Schock für Weltwirtschaft

Die Folgen des Japan-Bebens: Kein Schock für die Weltwirtschaft

Die Folgen des Japan-Bebens: Kein Schock für die Weltwirtschaft.

Japan ist trotz seines Gewichts als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt bis heute ziemlich abgeschottet. Ausländische Direktinvestitionen in Nippon entsprechen lediglich 60% des Bruttoinlandsprodukts.

In der Europäischen Union liegt dieser Anteil bei 175%, in den USA bei 140%. Der Appetit internationaler Firmen auf lokale Präsenz hält sich im Falle Japans also sichtbar in Grenzen.

Eurozone liefert nur 2,5% der Exporte nach Japan

Das zweite ist, dass bis auf Australien und den Nahen Osten keine Wirtschaftsregion der Welt einen auffallend hohen Teil ihrer Gesamtexporte an Japan verkauft. Australien, das sich als größter Rohstofflieferant Asiens etabliert, verkauft 20% seiner Exportprodukte nach Japan.

Im Nahen Osten sind es 13%. Doch die USA setzen nur ein Zwanzigstel ihrer Ausfuhren in Japan ab. Und die Eurozone verkauft lediglich 2,5% ihrer Exporte nach Japan.

Das ist der Grund, warum sich über stockende Lieferketten der Halbleiter- und Autoindustrie zwar der Produktionsinfarkt Japans nach dem Beben bemerkbar macht. Aber als Absatzmarkt und Investitionsstandort ist es schlicht nicht bedeutend genug, um die globale Wirtschaft vom Gleis zu werfen.

Japan: Rückgang der Bedeutung Japans

Auch aus der Sicht von Japans Nachbarländern in Asien sind die Exportanteile Japans nicht dramatisch, sie liegen etwa bei 9% des gesamten Außenhandels der Region. Das spiegelt nicht nur den Aufstieg anderer großer Märkte wie China und Indien, es zeigt auch den relativen Rückgang der Bedeutung Japans.

Dessen Anteil am globalen BIP hat sich in den vergangenen 20 Jahren halbiert. Ein Umstand, der die Schockwellen für Japans Nachbarn und Handelspartner nach dem verheerenden Erdbeben begrenzt.

Aber auch ein Umstand der es Japan schwer machen wird, gegen die wirtschaftlichen Folgen seiner Vergreisung anzukämpfen. Dafür wird es mehr Offenheit brauchen.