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Japans Wirtschaftskrise nimmt kein Ende – ist Abenomics gescheitert?

Nach einem positiven Jahresauftakt kämpft Japans Wirtschaft wieder mit Problemen. Allein im Juli sind die Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 14% auf 5,73 Billionen Yen (50,1 Mrd. €) eingebrochen, so das japanische Finanzministerium. Das ist der stärkste Einbruch bei den Ausfuhren seit Oktober 2009.

Japans Premierminister Shinzō Abe versucht seit Anfang 2013 durch eine spezielle Wirtschaftspolitik (Abenomics) Japans Wirtschaft aus der Deflationsspirale zu befreien und wieder auf den Wachstumskurs zurückzuführen. Doch inzwischen zweifelt selbst der Internationale Währungsfonds (IWF) an der Wirksamkeit von Abenomics und fordert weitere Reformen.

Was bedeutet Abenomics?

Der Begriff Abenomics geht auf die Amtszeit der Regierung Abe und den beschlossenen Maßnahmen zur Ankurbelung von Japans Wirtschaft zurück. Mithilfe von 3 Kernmaßnahmen – Konjunkturprogrammen, Deregulierungsmaßnahmen sowie einer Geldschwemme und niedrigen Zinsen durch die japanische Notenbank – versucht Abe die Wirtschaftskrise in Japan zu meistern und der Deflationsspirale zu entfliehen.

Diese Wirtschaftskrise dauert bereits zwei Jahrzehnte und nahm Mitte der 1980er Jahre ihren Anfang, als die Immobilien- und Aktienblase in Japan platzte. Seither tritt Japan de facto auf der Stelle, was sich auch im führenden Aktienindex des Landes (Nikkei 225) wiederspiegelt, der in den letzten 10 Jahren gerade einmal um 5% zulegte.

Japans Wirtschaftskrise gilt als hausgemacht

Japans Regierung steht dabei vor einer schwierigen Aufgabe, denn der private Konsum in Japan ist für etwa 60% der Wirtschaftsleistung im Land der aufgehenden Sonne verantwortlich.

Doch die Japaner konsumieren nicht und sparen lieber. Ursächlich ist die Angst der älteren Generation vor Altersarmut und allgemeine Zukunftsängste. Japans Problem: Die drittgrößten Volkswirtschaft der Welt ist mit 249% der Wirtschaftsleistung verschuldet. Zudem sind mittlerweile 42% der Menschen im erwerbsfähigen Alter älter als 65 Jahre – bis zum Jahr 2023 dürfte sich dieser Prozentsatz auf 50% erhöhen.

Japan wurde daher als erste Nation der Erde per Definition der Asian Development Bank und den Vereinten Nationen bereits zum Land der „Super Ager“ erklärt – zum Land der besonders alten Menschen. Das Ergebnis: nach einem Mini-Wirtschaftswachstum in 2013 (+1,3%) ist Japan in den letzten zwei Jahren praktisch nicht mehr gewachsen.

Höhere Löhne bedeuten weniger Wettbewerbsfähigkeit

Analysten in Japan sehen das geringe Lohnwachstum mitverantwortlich für die Wirtschaftskrise in Japan. Doch dies ist nur die halbe Wahrheit. Steigen die Löhne in Japan zu stark, verliert das Land der aufgehenden Sonne als Wirtschaftsstandort an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen asiatischen Ländern (China, Indien etc.).

Darum setzt die Regierung Abe verstärkt auf Konjunkturprogramme und Infrastrukturprojekte. Doch angesichts der hohen Staatsverschuldung (1,2 Billiarden Yen) fließt ein großer Teil der Gelder bereits in bestehende Kreditprogramme, um den steigenden Schuldenberg im Zaum zu halten.

Fazit: Japan vor schwieriger Zukunft – Anleger sollten gewarnt sein

Die Wirtschaftskrise in Japan ist noch lange nicht vorbei – dies zeigen jüngste Wirtschaftsdaten. Nicht ohne Grund fordert der IWF Japan zu einer Überarbeitung bzw. Anpassung seiner Wirtschafts- und Finanzpolitik auf.

Japan hofft nun auf ein weiteres Konjunkturprogramm im Volumen von 274 Mrd. US-$, um die Wirtschaftskrise endgültig zu besiegen. Ob dieses Programm nachhaltig wirkt, bleibt abzuwarten.

Anleger sollten sich in diesem Umfeld nicht auf die Politik verlassen und sich stattdessen nach Anlagealternativen in anderen Ländern umsehen. Die USA und China bieten aufgrund des Wirtschaftswachstums deutlich bessere Chancen, wie beispielsweise die Rekordjagd des Dow Jones Index beweist.

19. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands