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Jens Weidmann – der Aufstieg zum Präsidenten der Bundesbank

Jens Weidmann ist seit Mitte 2011 der mit Abstand jüngste Präsident der Deutschen Bundesbank. Er hatte sich schon in den Jahren zuvor dafür ins Gespräch gebracht. Nicht nur als enger Berater der Bundeskanzlerin Angela Merkel, auch als maßgeblicher Vordenker der Krisenrettungspakete der Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2007 machte er sich einen Namen. Ein stabiler Euro ist das vorrangige Ziel von Jens Weidmann.

Jens Weidmann als Euro-Retter

Die südeuropäischen Staatskrisen, im Besonderen die Staatskrise Griechenlands, beschäftigen die Bundesbank und die Europäische Zentralbank (EZB) in erheblichem Maße.

Während die EZB den Aufkauf von Staatsanleihen durch die europäischen Rettungsschirme ESM und EFSF befürworten, sieht Weidmann dieses Vorgehen als unkalkulierbares Risiko an. Die geldpolitischen Maßnahmen der EZB zur Beruhigung der Märkte beurteilt Weidmann als Gefahr für den Steuerzahler.

Er betrachtet die Maßnahmen als Staatsrettung durch die Notenpresse, was außerhalb des Mandats der EZB liegt. Die inflationären Folgen für Anleger und Sparer sind seiner Meinung nach nicht vorherzusehen. So stimmte Weidmann 2012 in einer EZB-Ratssitzung als Einziger mit „Nein“ gegen den Beschluss eines unbegrenzten Ankaufs von Staatsanleihen der Mitgliedsländer.

Leben

Der 1968 in Solingen geborene Weidmann erlangte 1987 sein Abitur in Backnang nahe Stuttgart. Er studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Paul Cézanne in Aix-en-Provence, ebenfalls in Paris und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Erste relevante Wirtschaftsverbindungen ermöglichte er sich durch diverse Praktika im deutschen Wirtschaftsministerium, in der Banque de France und in der Zentralbank von Ruanda.

1993 promovierte Weidmann in Mannheim und Bonn. 1997 schloss er seine Promotion als Dr.rer.pol. ab. Interessantes Detail: Zweitgutachter von Weidmanns Promotion war der spätere Bundesbankpräsident Axel Weber, der zu dieser Zeit als Professor in Bonn tätig war.

Beruflicher Werdegang

Die erste Station im Berufsleben Weidmanns war der Internationale Währungsfonds in Washington D.C. Hier arbeitete er von 1997-1999. Anschließend wurde er Generalsekretär des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Axel Weber, seit 2004 Bundesbankpräsident, holte Weidmann 2003 zur Bundesbank. Hier arbeitete er als Abeilungsleiter für Geldpolitik und monetäre Analyse, wurde dann zum stellvertretenden Leiter des Zentralbereichs Volkswirtschaft.

In 2006 berief Angela Merkel Weidmann zum Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Finanzpolitik. Als persönlicher Berater der Kanzlerin auf den Weltwirtschaftsgipfeln der G8- und G20 Staaten wurde sein Ansehen gefestigt.

2011 dann der große Coup: Jens Weidmann wird zum mit Abstand jüngsten Präsidenten der Deutschen Bundesbank ernannt. Seitdem ist Weidmann auch Mitglied im EZB-Rat. Hier versucht er aufs eindringlichste, die Forderungen nach einem stabilen Euro weiter durchzusetzen.

Der Nein-Sager

Als Vertreter eines starken Euros und als Gegner der geldpolitischen Maßnahmen der EZB während der Finanzkrise bekam Weidmann den Ruf eines Nein-Sagers. Seine Befürchtungen, dass am Ende der Steuerzahler den Preis der Geldpolitik der EZB zu zahlen hat, teilen jedoch nicht sehr viele Wirtschaftswissenschaftler im In- und Ausland.

19. März 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.