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Kalkulatorische Abschreibung im Gegensatz zur bilanziellen Abschreibung

Für Selbstständige und Unternehmer ist der Begriff Abschreibung ganz besonders wichtig. Schließlich kann mit Abschreibungen bares Geld gespart werden, da diese in der Steuer geltend gemacht und so jährlich große Summen verzeichnet werden können. Zu diesem Zweck gibt es zwei verschiedene Arten von Abschreibungen, die ihre eigenen Besonderheiten haben. Doch auch für alle anderen bieten Informationen zum Thema Abschreibung nützliches Hintergrundwissen.

Abschreibung: Minderung des Wertes

Prinzipiell bedeutet etwas abzuschreiben, den Vermögenswert eines Gegenstandes zu mindern. Es können sowohl Immobilien, als auch Autos, Elektrogeräte oder Verträge abgeschrieben werden. Bei Abschreibungen kann  zwischen bilanzieller und kalkulatorischer Abschreibung unterschieden werden.

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Bilanzielle Abschreibung

Bilanzielle Abschreibungen sollen als verzeichneter Aufwand den Gewinn eines Unternehmens mindern und die Anschaffungs- und Herstellungskosten auf die Jahre der Nutzung verteilen. Im betrieblichen Rechnungswesen meint dies die (außer)planmäßige Senkung von Vermögenswerten.

Der Zusammenhang zwischen Abschreibungen und dem Wertverlust von Unternehmensvermögen ist groß. Bilanzielle Abschreibungen werden, wie der Name schon sagt, in der Bilanz vermerkt. Die Gründe für eine Abschreibung können technischer, wirtschaftlicher oder rechtlicher Natur sein.

Mehr zum Thema: Abschreibung: Definition und Gründe

Gebrauchsgegenstände wie Autos werden häufig aus technischen Motiven wie Verschleiß abgeschrieben und Elektrogeräte wie Handys aus wirtschaftlichen Gründen, da Modelle schnell überholt sind. Rechtliche Abschreibungen beziehen sich häufig auf Verträge, Patente oder Lizenzen.

Jedoch können auch Elektrogeräte aufgrund technischer Ursachen oder Autos aus wirtschaftlichen Motiven abgeschrieben werden. Die Gründe sind vielfältig und reichen von Ineffizienz über Fehlinvestitionen und Nachfrageverschiebungen bis hin zu gesetzgeberischen Maßnahmen.

Kalkulatorische Abschreibung

Bei einer kalkulatorischen Abschreibung wird im Unterschied zur bilanziellen Abschreibung nur die tatsächlich durch den betrieblichen Gebrauch bedingte Wertminderung berücksichtigt. Die tatsächliche Nutzungsdauer, über die der Wertgegenstand im Unternehmen genutzt wird, wird dabei möglichst präzise geschätzt und nicht – wie bei der bilanziellen Abschreibung üblich – standardisierten AfA-Tabellen entnommen.

Außerdem wird bei der kalkulatorischen Abschreibung i.d.R. zum Wiederbeschaffungswert abgeschrieben, während in der bilanziellen Variante das Höchstwertprinzip greift und somit maximal zu Anschaffungswerten abgeschrieben werden darf.

Mehr zum Thema: Abschreibung des Firmenwerts – unterschiedliche Betrachtungsweisen

Falls die Wiederbeschaffungskosten eines Artikels beziehungsweise eines vergleichbaren Gutes gestiegen sind, werden diese als Opportunitätskosten in der Abschreibung mit einberechnet. Opportunitätskosten beziffern die Erlöse oder den Nutzen, die einem Unternehmen entgangen sind, da es auf eine anderweitige Verwendung von Kapital verzichtet hat.

Die Besonderheit der kalkulatorischen Abschreibung ist, dass sie jedes Jahr neu berechnet werden muss. Allerdings kann auch bei der Berücksichtigung von gestiegenen Wiederbeschaffungskosten eine Lücke in der Refinanzierung entstehen. Diese ist nicht zwangsläufig durch die Abschreibung gedeckt.

Abschreibung vs. Zuschreibung

Das Gegenteil einer Abschreibung ist die Zuschreibung. Diese Option nutzen Unternehmen dann, wenn in den Vorjahren zu viel abgeschrieben wurde. Durch Abschreibungen verändern sich die Vermögenswerte eines Unternehmens. Unter betriebswirtschaftlichen Aspekten muss entschieden werden, ob Abschreibungen für ein Unternehmen nötig sind. Geregelt sind Abschreibungen im Deutschen Recht in §253 des Handelsgesetzbuches.

10. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.