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Kalkulatorische Zinsen als Benchmark – Beispiele im Unternehmensbereich

Kalkulatorische Zinsen werden auch Verzichtskosten genannt. Für sie gibt es einige Beispiele. Sie tauchen nicht in der Buchhaltung auf, sind aber für den Unternehmer eine Benchmark, zum Beispiel zur Kostenbewertung des Firmenkapitals.

Kalkulatorische Zinsen: Beispiel für Investitions-Alternativen

Kalkulatorische Zinsen, sind für Unternehmen zur finanziellen Positionsbestimmung interessant. Sie sind rein hypothethisch, zeigen aber etwa die Kosten für das Eigen- und Fremdkapital auf. Hintergrund ist die Frage: Welche Zinsen wären erzielt worden, wenn das Kapital im Unternehmen alternativ als Geldanlage angelegt wäre?

Umgekehrt betrachtet: Die nicht erzielten Zinsen sind sozusagen entgangene Einnahmen. Deshalb müssen sie der Verzinsung gegenübergestellt werden, die das im Betrieb eingesetzte Kapital erwirtschaftet.

Ein Unternehmen muss also sein Eigen- und Fremdkapital durch betriebliche Aktivitäten erwirtschaften. Das sind Kosten, die nötig sind, um das Kapital zu finanzieren.

Immerhin haben beim Eigenkapital die Miteigentümer und Aktionäre eigentlich einen Verzinsungsanspruch. Die kalkulatorischen Eigenkapitalzinsen sind somit auf der Kostenseite die Vergleichsgröße.

Kalkulatorische Zinsen als Benchmark

Für die kalkulatorischen Zinsen, sprich Kosten, sollte ein Mindestgewinn erzielt werden, bei dem die Verzinsung des Firmenkapitals darüber liegt.

Kalkulatorische Zinsen sind kein „echter“ Aufwand. Sie können auch nicht als fiktiver Zinsaufwand verbucht werden, der vom Gewinn abgeht. Deshalb werden sie als Zusatzkosten behandelt. Gleichzeitig sind sie für den Unternehmer eine wichtige Benchmark.

Das Kapital eines Unternehmens ist im Anlage- und Umlaufvermögen gebunden. Es kann sich also nur mit dem wirtschaftlichen Erfolg verzinsen. Die Berechnung, was es theoretisch am Kapitalmarkt bringen würde, bezieht sich sozusagen auf nicht wahrgenommene Gelegenheiten. Die somit hingenommenen Kosten werden generell als Opportunitätskosten bezeichnet.

Die kalkulatorischen Zinsen sind also Opportunitätskosten. Sie werden auch gerne als Verzichtskosten oder Schattenpreise bezeichnet. Kalkulatorische Zinsen können nach bestimmten Formeln berechnet werden.

Mehr zum Thema: Kalkulatorische Zinsen – Formel zur Benchmark-Berechnung

Kalkulatorische Zinsen als Richtschnur: Beispiele

Die Frage, ob sich Opportunitätskosten vermeiden lassen, lässt sich nur mit Nein beantworten. In einem Unternehmen gibt es immer irgendwelche Entscheidungen und Prozesse, bei denen sich im Nachhinein eine theoretisch bessere Variante zeigt. Zum Beispiel, wenn die Verkaufspreise unter dem allgemeinen Marktdruck doch etwas zu niedrig angesetzt wurden. Oder wenn die Markteinführung eines Produkts eine erfolgreichere Altenative verhindert hat. All das sind Folgen von Entscheidungen, und ein Unternehmen kann sein Kapital nur begrenzt einsetzen.

Dennoch stellen Opportunitätskosten und kalkulatorische Zinsen einen Gradmesser für die betriebswirtschaftliche Planung dar. Kalkulatorische Zinsen ermöglichen es immerhin, verschiedene Alternativen zu vergleichen. Werden diese Kosten nicht vom Gewinn gedeckt, zeigt sich Handlungsbedarf.

Kalkulatorische Zinsen: Theorie und Realität

Der Wert als Benchmark zeigt sich spätestens, wenn die Firma Verluste einfährt. Dann nämlich hätte das Kapital am Kapitalmarkt tatsächlich mehr gebracht. Dass dies in der Realität natürlich nicht möglich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Kalkulatorische Zinsen sind eine Richtschnur für verschiedene Unternehmensbereiche. Klassisches Beispiel sind firmeneigene Gebäude. Die Benchmark wären hier die Einnahmen durch eine optimale Vermietung an Dritte. In der Realität jedoch hält eine Selbstnutzung diesem Vergleich nicht unbedingt stand. Denn je nach Auftragslage bleiben immer einige Räume und Bereiche vorübergehend ungenutzt. Allerdings lassen die sich nicht mal eben einfach weitervermieten.

Der rein theoretische Ansatz der kalkulatorischen Zinsen zeigt sich spätestens im Personalbereich. Hier setzen allein schon arbeitsrechtliche und soziale Überlegungen den Zahlenspielen Grenzen.

18. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.