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Kalkulatorische Zinsen und Maschinenstundensatz – Kostenkontrolle

Kalkulatorische Zinsen gehören ebenso wie die Berechnung des Maschinenstundensatzes zur internen Kosten- /Leistungsrechnung eines Unternehmens. Sie erscheinen nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sind aber immer eine wichtige Messlatte für Kosten und Leistungserfolg. Dies gilt sowohl für das gesamte Unternehmen als auch für einzelne Anlagen.

Kalkulatorische Zinsen schaffen eine Vergleichbarkeit. Die Frage ist: Wie würde sich das Firmenkapital verzinsen, wenn es am Kapitalmarkt investiert wäre? An dieser Verzinsung wird der Erfolg eines Unternehmens gemessen, dessen Kapital in Umlaufvermögen und Anlagen gebunden ist.

Die kalkulatorischen Zinsen zeigen auch die Kosten für das Eigenkapital, das von Miteigentümern und Aktionären eingebracht wird. Beim Fremdkapital hingegen liegen die Kosten mit den fälligen Zinsen auf der Hand.

Kalkulatorische Zinsen: Messlatte zur Kostenbewertung

Je nach Betrachtung können sich die kalkulatorischen Zinsen auf das gesamte Unternehmen, aber auch auf einzelne Anlagen beziehen. Verwendet ein Unternehmer zum Kauf einer Maschine statt Fremdkapital Eigenkapital, so kann er die Kosten für dieses über die kalkulatorischen Zinsen errechnen.

Bei der Berechnung der kalkulatorischen Zinsen in Bezug auf das gesamte Unternehmen wird das betriebsnotwendige Kapital verwendet. Für den Teil, der in Anlagen wie Maschinen, Fahrzeuge oder Geräte gebunden ist, stellt sich die Frage, wie deren Wert ermittelt wird. Denn Maschinen werden abgeschrieben und verlieren an Wert.

Die zwei Berechnungsvarianten sind die Restwertmethode und die Durchschnittsmethode. Bei der Restwertmethode wird der jeweilige Restwert mit dem Kapitalmarktzins multipliziert. Dieser kalkulatorische Zins eignet sich zur aktuellen Bewertung des Unternehmens.

Kalkulatorische Zinsen beim Maschinenstundensatz

Für den mehrjährigen Vergleich hingegen wird die Durchschnittsmethode angewendet. Diese berechnet den kalkulatorischen Zins des halben Anschaffungswerts.

Dieses Verfahren wird in der Regel auch bei der Berechnung von Maschinenstundensätzen verwendet. Beim Maschinenstundensatz werden die kalkulatorischen Zinsen nicht auf das gesamte Unternehmen, sondern auf eine einzelne Anlage hin bestimmt.

Der Maschinenstundensatz ist wie die kalkulatorischen Zinsen Bestandteil der internen Kosten- Leistungsrechnung eines Unternehmens.

Maschinenstundensatz: Produktkosten auf die Stunde genau

Mit dem Maschinenstundensatz können die Kosten für ein Produkt oder einen Auftrag kalkuliert werden, für die eine Maschine eine bestimmte Anzahl von Stunden benötigt wird. Anders fomuliert: Der Maschinenstundensatz zeigt alle Kosten, die eine Maschine während einer Laufstunde verursacht.

Zur Berechnung werden zunächst die maschinenabhängigen und maschinenunabhängigen Kosten getrennt.

Maschinenabhängige Kosten sind z.B. Abschreibungen, kalkulatorische Zinsen, Energiekosten, Raumkosten oder Instandhaltungskosten. Sie werden auch Gemeinkosten genannt, die der Maschine zugerechnet werden.

Diese Kosten werden addiert und durch die Maschinenlaufzeit geteilt. Wenn einer Produktionsmaschine beispielsweise jährliche Gemeinkosten von 120.000 € zugerechnet werden und die Laufzeit 1.600 Stunden pro Jahr beträgt, so ergibt sich ein Maschinenstundensatz von 75 € pro Stunde.

18. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.