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Kapitalbeteiligung – so profitieren Unternehmen und ihre Arbeitnehmer

Mitarbeiter motivieren, deren Identifizierung mit der Firma stärken und dabei über mehr Kapital verfügen – das alles lässt sich mit einem Modell erreichen, das den sperrigen Namen Mitarbeiterkapitalbeteiligung trägt.

Das Prinzip wird schon aus dem Begriff selbst ersichtlich: Ein Mitarbeiter beteiligt sich mit seinem Kapital am Unternehmen. Damit wird er zum Anleger. Möglich sind verschiedene Beteiligungsformen.

Mitarbeiterkapitalbeteiligung staatlich gefördert

Der Unterschied zu regulären Investments in Aktien oder Anleihen: Findet die Mitarbeiterkapitalbeteiligung im Rahmen eines entsprechenden Programms statt, hilft der Staat mit finanziellen Anreizen. Ziel ist es, gerade bei mittelständischen und kleineren Firmen die Eigenkapitalbasis und somit deren Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Staatlich gefördert werden direkte oder indirekte Kapitalbeteiligungen über sogenannte Mitarbeiterfonds. Für einen beteiligten Mitarbeiter sind 360 € pro Jahr steuer- und sozialabgabenfrei. Die Förderung kann er sogar mehrfach in Anspruch nehmen, etwa wenn er mitten im Jahr den Arbeitgeber wechselt oder bei zwei Firmen parallel beschäftigt ist.

Der Freibetrag greift bei Vergünstigungen, die als geldwerter Vorteil zu versteuern sind. Wenn etwa einem Mitarbeiter Unternehmensanteile billiger oder als Prämie überlassen werden. Gefördert wird auch eine Umwandlung von Gehalt in Aktien oder Anteile an einem Beteiligungsfonds.

Außerdem können Arbeitnehmer auf Antrag eine Sparzulage für vermögenswirksame Leistungen erhalten (VL-Sparen), die in einer betrieblichen Beteiligung angelegt sind. Die Förderung beträgt 20% bezogen auf einen jährlichen Investitionsanteil von maximal 400 €. Der Höchstbetrag liegt damit für Ledige mit bis zu 20.000 € Jahreseinkommen bei 80 € und für Verheiratete bis zu 40.000 € Einkommen bei 160 €.

Zusammenspiel von Freibetrag und Sparzulage

Das Zusammenspiel von Freibetrag und Sparzulage lässt sich an einem Beispiel darstellen: Angenommen ein Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern vergünstigte Belegschaftsaktien an. Die können bis zu 50 Aktien anstatt zum offiziellen Kurs von je 150 € für nur 100 € erwerben. Der geldwerte Vorteil pro Aktie beträgt 50 €. Bei 50 Aktien sind es 2.500 €. Davon sind 360 € frei von Sozialabgaben und Steuern.

Der Rest ist zwar abgabenpflichtig, kann aber als Aufwand für vermögenswirksame Leistungen deklariert werden. Auf maximal 400 € pro Jahr bekommt dann ein lediger Mitarbeiter eine Sparzulage von jährlich 80 €.

Nur reale Beteiligung oder Mitarbeiterfonds

Die Förderung greift aber nur bei realen Beteiligungen. Aktienoptionen gehören nicht dazu. Zudem muss es sich bei Aktien um Papiere handeln, die nicht börsennotiert sind. Alternative sind spezielle Mitarbeiterfonds, mit denen gezielt einzelne Branchen gefördert werden.

Die Fondsgesellschaften müssen 75% des Vermögens in die am Fonds beteiligten Unternehmen investieren. Diese Fonds werden von der Bundesaufsichtsbehörde für Finanzdienstleistungen (BaFin) direkt kontrolliert.

Vergleichsweise bescheidener Freibetrag

Aufgrund der staatlichen Förderungen kann sich eine Mitarbeiterkapitalbeteiligung für Arbeitnehmer lohnen. Außerdem erhöhen Ausfallgarantien der Strukturbanken verschiedener Bundesländer die Sicherheit einer solchen Investition.

Im internationalen Vergleich allerdings sind die Vergünstigungen eher bescheiden. In den Niederlanden etwa liegt die Freibetragsgrenze bei über 1.200 € und in Österreich bei 1.460 €.

16. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.