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Kapitalerhöhung: Aktionäre müssen wichtige Entscheidungen treffen

Kürzlich war unser Thema die Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft. Im Rahmen dessen habe ich bereits angekündigt, dass ich über Kapitalerhöhungen schreiben werde. Auf der Hauptversammlung muss eine solch wichtige Kapitalmaßnahme abgesegnet werden.

Vielleicht haben Sie im Zusammenhang mit der Commerzbank kürzlich von dem Begriff der Kapitalerhöhung gehört oder gelesen. Eine solche Maßnahme betrifft wahrscheinlich jeden aktiven Aktionär im Laufe seines Aktionärs-Lebens alle 2 bis 3 Jahre. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, dieses doch recht komplexe Thema in dieser Woche so einfach wie möglich und so ausführlich wie nötig für Sie aufzubereiten.

Was sind Kapitalerhöhungen?

Unter Kapitalerhöhung werden sämtliche Kapitalmaßnahmen verstanden, die auf eine Erhöhung des Eigenkapitals von Unternehmen abzielen und sowohl als Innenfinanzierung (durch einbehaltene Gewinne) als auch im Wege der Außenfinanzierung (durch externe Mittel –> z. B. durch neue Aktien) durchgeführt werden können. Das Gegenteil einer Kapitalerhöhung ist die Kapitalherabsetzung.

Kapitalerhöhungen beruhen zumeist auf betriebswirtschaftlichen Ursachen und betreffen überwiegend Kapitalgesellschaften, weil deren Kapitalbedarf hoch ist und deren Haftungsmasse im Regelfall auf das Vermögen der Gesellschaft beschränkt ist. Das Aktiengesetz (AktG) befasst sich in den §§ 182 bis 206 AktG sehr ausführlich mit den verschiedenen Arten der Kapitalerhöhung. Generell wird dabei zwischen der effektiven und der nominellen Kapitalerhöhung unterschieden.

Effektive Kapitalerhöhungen (und die sind für Sie entscheidend) führen zu einer betragsmäßigen Erhöhung des Eigenkapitals. Nominelle Kapitalerhöhungen bedeuten eine Verschiebung zu Lasten der Rücklagen und zu Gunsten des Grundkapitals. Solche Kapitalerhöhungen sind aus Sicht der Aktionäre zu vernachlässigen, da es sich dabei um eine Form der Innenfinanzierung handelt.

Das bedeutet, dass keine Verwässerung Ihres Anteils am Unternehmen stattfindet. Was ich mit Verwässerung meine, werde ich Ihnen gleich noch erklären. Allen Kapitalerhöhungen ist gemeinsam, dass sie vorher durch die Hauptversammlung zu beschließen sind und erst rechtswirksam werden, wenn sie in das Handelsregister eingetragen worden sind.

Mögliche Gründe für Kapitalerhöhungen

Bei der Umwandlung irgendeiner Rechtsform in eine Aktiengesellschaft kommt es oft zu Kapitalerhöhungen, weil die AG als kapitalintensivste Rechtsform gilt und deshalb rechtsformbedingter Nachholbedarf gesehen wird. Kapitalerhöhungen sind aus betriebswirtschaftlichen Gründen erforderlich, wenn Investitionen geplant sind (Sachinvestitionen oder Beteiligungserwerb) und deren bisherige Deckungsquote durch Eigenkapital erhalten bleiben soll.


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Ohne besondere Investitionspläne kommt es zu Erhöhungen des Eigenkapitals, wenn aus Bonitätsgründen (hier zur Steigerung der Kreditwürdigkeit) eine Steigerung der Eigenkapitalquote zur Verbesserung der Bilanzstruktur erforderlich ist, oder der Anteil des Fremdkapitals gesenkt werden soll, um die Zinsbelastungen zu reduzieren.

Die effektive Kapitalerhöhung

Hier unterscheidet das Gesetz zwischen ordentlicher, bedingter und genehmigter Kapitalerhöhung. Diese Formen stellen Außenfinanzierung dar, weil der Mittelzufluss von Quellen außerhalb der Gesellschaft erfolgt (z. B. durch Ausgabe von Aktien).

Der Regelfall ist der Zufluss von neuem Kapital durch eine ordentliche Kapitalerhöhung. Diese wird in den §§ 182 bis 191 AktG geregelt. Sie setzt einen satzungsändernden Beschluss der Hauptversammlung voraus (§ 182 AktG) und wird durch Ausgabe junger Aktien zu einem festgelegten Emissionspreis (Ausgabepreis), der nicht unter dem Nennwert liegen darf (§ 9 AktG), umgesetzt.

Formen der effektiven Kapitalerhöhung

Es gibt zwei Formen von Kapitalerhöhungen:

1. Möglichkeit: Bezugsrechtemissionen (Ausgabe von Bezugsrechten), bei denen Altaktionäre Bezugsrechte auf eine Beteiligung an der Kapitalerhöhung (also den Kauf neuer, zusätzlicher Aktien) erhalten. Dadurch können die Altaktionäre ihre prozentuale Beteiligung an der Aktiengesellschaft auf gleichem Stand halten und unterliegen nicht dem Verwässerungseffekt.

Der Verwässerungseffekt beschreibt Folgendes: Wenn Sie aktuell beispielsweise 4% der Aktien einer AG besitzen, würden Sie nach einer Kapitalerhöhung, bei der das Kapital verdoppelt wird, nur noch 2% der Aktien halten, sofern Sie Ihre Bezugsrechte für den Erwerb junger Aktien nicht wahrnehmen.

2. Möglichkeit: Kapitalerhöhungen unter Ausschluss des Bezugsrechts (wenn z. B. die jungen Aktien beim Erwerb eines anderen Unternehmens als Bezahlung verwendet werden sollen).

Welche Möglichkeiten haben Sie im Fall einer Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten?

Sie haben grundsätzlich 4 Möglichkeiten:

1. Bezugsrechte über die Börse verkaufen (wenn Sie nicht an der Kapitalerhöhung teilnehmen möchten; dadurch schrumpft allerdings Ihr Anteil am Unternehmen)

2. Bezugsrechte ausüben (wenn Sie an der Kapitalerhöhung teilnehmen möchten und Ihr Unternehmensanteil gleich hoch bleiben soll)

3. Bezugsrechte teilweise verkaufen und teilweise ausüben (wenn Sie nur teilweise an der Kapitalerhöhung teilnehmen möchten; dadurch schrumpft Ihr Anteil am Unternehmen allerdings auch)

4. Zusätzliche Bezugsrechte kaufen und ausüben (wenn Sie an der Kapitalerhöhung teilnehmen und Ihren Anteil am Unternehmen aufstocken möchten).

Praxistipp: Beachten Sie die Fristen

Sollten Sie sich dazu entschließen, Ihre Bezugsrechte ganz oder teilweise zu verkaufen, rate ich Ihnen, dafür einen günstigen Moment abzupassen. Denn auch hier gilt das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Daher sollten Sie vor allem dann, wenn Sie sämtliche Bezugsrechte nicht ausüben wollen, darauf achten, dass Sie die Frist nicht einfach verstreichen lassen.

Denn: Wenn ein Aktionär seiner Depot-Bank im Rahmen einer Kapitalerhöhung keine Weisung erteilt, werden an einem bestimmten Tag alle Bezugsrechte gleichzeitig verkauft. Das kann den Preis an der Börse nach unten drücken. Sie werden von Ihrer depotführenden Bank entweder per Post oder per E-Mail über solche Sachverhalte informiert.

Das bedeutet, dass eine Kapitalerhöhung rechtzeitig angekündigt wird und Ihnen in dem entsprechenden Schreiben oder der entsprechenden Mail auch die Möglichkeiten, die Sie als Aktionär haben, aufgezeigt werden (im Regelfall die oben genannten 4 Handlungs-Optionen). Außerdem werden Ihnen alle relevanten Fristen mitgeteilt. Schauen Sie sich einen solchen Brief oder eine solche E-Mail deshalb bitte genau an!

6. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.