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Kapitalertragssteuer und Abgeltungssteuer im Vergleich

Einkünfte aus Kapitalvermögen unterliegen in Deutschland der Kapitalertragssteuer. Seit der Steuerreform zum Jahr 2009 heißt diese nun Abgeltungssteuer, weil sie seither als Quellensteuer erhoben wird.

Das heißt: Die Abgaben an den Fiskus werden bereits bei ihrem Entstehen – etwa bei einem gewinnbringenden Verkauf privater Aktien – durch die geschäftsführende Bank einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. So wird die Steuerpflicht direkt „abgegolten“.

Das deutsche Steuerrecht folgte damit einem Trend zur steuerlichen Vereinfachung, wobei das Grundprinzip der Besteuerung von Kapitalerträgen sich auch unter neuem Namen nicht verändert hat. GeVestor stellt Ihnen die Kapitalertrags- und die Abgeltungssteuer im Detail vor, inklusive anschließendem Vergleich.

Bis dato: Kapitalertragssteuer bis zum Jahre 2009

Je nach Art der Anlage war die Kapitalertragssteuer bis 2009 unterschiedlich und lag zwischen 20 und 35%. Dividendenerträge waren zu 20% steuerpflichtig, Zinsen aus Kapitalanlagen, wie etwa Tagesgeld, schlugen mit 30% zu Buche und Tafelpapiere zu 35%.

Gewinne aus Aktien waren nach Ablauf einer Spekulationsfrist von 1 Jahr von der Kapitalertragssteuer befreit. Immobilien nach 10 Jahren. Die Steuer wurde daher oft auch Spekulationssteuer genannt. Die Kapitalertragssteuer war bei der Einkommenssteuer anrechenbar. Mit Beginn des Jahres 2009 ist sie in die Abgeltungssteuer übergegangen.

Ab jetzt: Abgeltungssteuer seit dem Jahre 2009

Zwar ist die Abgeltungssteuer nun nicht mehr bei der Einkommenssteuer anrechenbar, jedoch ist auf Einkünfte bei Kapitalvermögen nun auch keine Einkommenssteuer mehr zu entrichten – lediglich die Abgeltungssteuer wird fällig.

Der neue Abgeltungssteuersatz beträgt seither grundsätzlich 25% (gemäß § 43a I S. 1 Nr. 1 EStG), wobei 5,5% dieses Satzes nochmal als Solidaritätszuschlag hinzugerechnet werden müssen. Zudem kommen gegebenenfalls noch 8 bis 9% Kirchensteuer. Sie beträgt demnach pauschal 26,38% (beziehungsweise 28% mit Kirchensteuer) auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne.

Weiterhin gibt es jedoch einen Freibetrag, durch den die Steuerlast gemindert werden kann. Dieser beträgt 801 € für Alleinstehende und 1.602 € für gemeinsam veranlagte Ehepaare.

Voraussetzung hierfür ist ein entsprechender Freistellungsantrag bei der Bank, die bei Gültigkeit nur die Gewinne oberhalb der Freigrenze abschöpft. Da der Steuerabzug bei der auszahlenden Stelle direkt bei Auszahlung geltend gemacht wird, ist eine zusätzliche Veranlagung in der Steuererklärung prinzipiell überflüssig.

Kapitalertragssteuer vs. Abgeltungssteuer: Einige Unterschiede auf einen Blick

Eine Spekulationsfrist für Aktiengewinne fällt mit der neuen Abgeltungssteuer weg: Einkünfte aus Kapitalvermögen sind nun immer zu versteuern, egal wie lange Vermögenswerte bereits gehalten wurden.

Die Kapitalertragssteuer war bei der Einkommenssteuer anrechenbar, die Abgeltungssteuer ist es nicht. Dafür ist für Gewinne aus Kapitalvermögen nur noch die neue Steuer zu entrichten und keine Einkommenssteuer.

Das Halbeinkünfteverfahren für Dividenden im Privatvermögen wurde abgeschafft, sie sind fortan voll zu versteuern. Das Halbeinkünfteverfahren für Gewinne aus Wertpapieren im Betriebsvermögen ist durch das Teileinkünfteverfahren ersetzt – und wird fortan mit 60% versteuert.

2. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Max Fassbender
Von: Max Fassbender. Über den Autor

Max Fassbender arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.