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Kapitalflussrechnung – Schneller Finanz-Check für Anleger

Mit der Kapitalflussrechnung kann jeder Investor auf Anhieb erkennen, wie es um die Finanzkraft eines Unternehmens bestellt ist. Es geht um die einfache Frage: Wieviel Geld wurde eingenommen, wieviel ausgegeben und was ist davon übrig geblieben?

Nur die Berechnung des Cashflows zeigt, ob Überschuss und Liquidität erwirtschaftet wird. Der einfache Bilanzgewinn hingegen kann die tatsächlichen finanziellen Verhältnisse verschleiern.

Kapitalflussrechnung – Einnahmen und Ausgaben ohne Kosmetik

Beim ersten Blick auf den Gewinn bzw. das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) einer Aktie sollte man sich darüber im Klaren sein, dass er durch Abschreibungen und Rückstellungen gesteuert werden kann.

Das übliche Vorgehen: In guten Jahren werden Einnahmen als Rückstellungen verbucht, was den Gewinn schmälert. In schlechten Jahren werden sie wieder aufgelöst und dem mageren Ergebnis zugeschlagen. Auf die Art lassen sich über die Jahre kontinuierlich steigende Bilanzgewinne ausweisen, auch wenn die Einnahmeentwicklung völlig volatil ist.

Licht in diese Vorgänge bringt der Kapitalfluss, sprich das Ergebnis der Einnahmen bevor es bilanztechnisch in der Zahlenmühle verarbeitet wird. Ob ein Unternehmen im Abrechnungszeitraum einen Überschuss oder Verlust an liquiden Mitteln verzeichnet und wohin das Geld geflossen ist, zeigt die Kapitalflussrechnung. Sie wird in den Geschäftsberichten veröffentlicht und gliedert sich in 3 Arten von Geldströmen:


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  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
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*Der operative Cashflow aus dem laufenden Geschäft (Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung)

*Der Cashflow aus Investitionstätigkeit (Kauf bzw. Verkauf von Maschinen und Sachanlagen)

*Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (Aufnahme bzw. Tilgung von Krediten oder Begebung von Anleihen)

Der Abgleich lässt erkennen, welche Einnahmen in welchen Bereichen generiert werden. Die Addition der jeweiligen Zwischensummen zeigt den Free Cashflow und damit wieviel Geld dem Unternehmen unterm Strich zur Verfügung steht. Hier wird zum Beispiel deutlich, inwieweit eine Aktiengesellschaft ihre Dividenden unter Umständen aus Reserven und Eigenkapital zahlen muss.

Kapitalflussrechnung – Finanzkraft entscheidet

Die Kapitalflussrechnung offenbart die tatsächliche Entwicklung der Finanzkraft. Etwa wenn der Cashflow über Jahre hinweg positiv ist und das Wachstum vorwiegend aus eigenen Mitteln finanziert werden kann.

In diesem Fall sollte sich der Anleger nicht von einem weniger attraktiven Bilanzgewinn irritieren lassen, der auf den entsprechenden Verzicht von Fremdkapital zurückzuführen ist. Prominentes Beispiel ist Amazon. Der stark expandierende Konzern steckt nahezu alle Einnahmen ins Unternehmenswachstum, was hohe Abschreibungen und einen nur moderaten Gewinn verursacht.

Am Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lässt sich ablesen, dass seit 2012 keine neuen Schulden mehr gemacht und alte Verbindlichkeiten abgebaut werden. Ein Unternehmen, das aus eigener Kraft wächst, ist unabhängiger und bietet für Anleger langfristig gute Perspektiven.

Kapitalflussrechnung – Cashflow und Börsenwert

In anderen Fällen eröffnet die Kapitalflussrechnung wieder neue Perspektiven. Etwa beim Blick auf den Kapitalfluss des gebeutelten ThyssenKrupp-Konzerns: Der operative Cashflow ist wieder im positiven Bereich und der negative Cashflow aus Investitionen hat sich ebenfalls deutlich verbessert. Im Ergebnis verbleibt ein Free Cashflow von rund 600 Mio. €, womit die Liquidität erheblich gestiegen ist.

Der Cashflow kann also durchaus kurzfristig im Minusbereich liegen. Entscheidend ist die Entwicklung. Die sollte tendenziell positive Werte aufweisen. Ein Unternehmen kann nur von Einnahmeüberschüssen leben. Wird die Substanz aufgezehrt, steuert es früher oder später in die Insolvenz.

Die Kapitalflussrechnung zeigt auch, dass Börsenbewertungen oder ein KGV nicht mit den tatsächlichen Verhältnissen und Perspektiven übereinstimmen müssen. Anleger können mit der Fundamentalanalyse Chancen erkennen. Value-Investor Warren Buffet jedenfalls setzt unter anderem auf die Cashflow-Entwicklung – mit Erfolg.

1. September 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.