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Kapitallebensversicherung lohnt sich nur in Ausnahmefällen

Lohnen sich Kapitallebens- und Rentenversicherungen heute noch? Diese Frage treibt zahlreiche Versicherungsnehmer in Deutschland um.

Hier müssen Sie genau unterscheiden, ob es sich um einen Neuabschluss oder um einen Altvertrag handelt.

Neuverträge: In aller Regel unrentabel

Für Neuabschlüsse lässt sich diese Frage klar mit nein beantworten. In aller Regel sind Gebühren, Verwaltungskosten und Provisionen zu hoch und der Todesfallschutz nicht ausreichend.

Beim aktuellen Zinsniveau wird zudem meist noch nicht einmal die Inflationsrate ausgeglichen. Bedenken Sie außerdem: Angelegt wird ohnehin nicht die volle eingezahlte Prämie, sondern nur der Sparanteil.

Bestehende Verträge: Attraktiv sind nur die älteren

Altverträge können vergleichsweise rentabel sein – zumindest nach aktuellem Maßstab. Das gilt zumindest für klassische Kapitallebensversicherungen, die vor dem Jahr 2005 abgeschlossen wurden. Denn diese haben 3 entscheidende Vorteile:

Der garantierte Mindestzins liegt bei 3 bis 4% und damit höher als die Guthabenzinsen der meisten Banken bei langen Laufzeiten. Wohlgemerkt, das gilt momentan, obwohl bei Versicherungen nur der Sparanteil der Prämien angelegt wird. Die gezahlten Prämien können Sie von der Steuer absetzen. Das hilft Ihnen Jahr für Jahr, Steuern zu sparen.


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Die Auszahlung am Laufzeitende bleibt zu 100% steuerfrei. Das gilt allerdings nur für Kapitallebensversicherungen, deren Laufzeit mindestens 12 Jahre beträgt und in die Sie mindestens 5 Jahre lang Prämien eingezahlt haben. Zudem muss der Todesfallschutz mindestens 60% der Beitragssumme betragen.

Keine Steuerfreiheit mehr für später abgeschlossene Verträge

Später abgeschlossene Versicherungen genießen dieses Steuerprivileg nicht mehr. Hier muss der Ertragsanteil der Auszahlungen (also das, was nach Abzug der eingezahlten Prämien übrigbleibt) besteuert werden. Das gilt auch für Rentenversicherungen.

Dabei hängt es vom Abschlussdatum und vom Strickmuster des Vertrags ab, ob der volle Ertragsanteil besteuert wird oder nur die Hälfte davon. Diese Policen sind also schon deswegen nicht mehr so attraktiv.

Dazu kommt: Ab 2007 wurde der garantierte Mindestzins auf 2,75% gesenkt und die Versicherer erwirtschaften wegen niedriger Zinsen kaum noch nennenswerte Überschüsse. Auch aus diesem Grund sind jüngere Verträge nicht mehr so interessant wie Altverträge.

Fazit: Laufende Verträge weiterführen oder beitragsfrei stellen

Alte, vor 2005 abgeschlossene Kapitallebensversicherungen sollten Sie behalten und weiterhin die Prämien zahlen. Die Verzinsung ist nach aktuellem Maßstab attraktiv. Zudem sind die Auszahlungen steuerfrei.

Renten- und später abgeschlossene Kapitallebensversicherungen sollten Sie prüfen. Stehen diese kurz vor der Fälligkeit (bis zu 5 Jahre), dann sollten Sie sie ebenfalls bis zum Laufzeitende besparen.

Ist das Laufzeitende mehr als 5 Jahre entfernt, empfiehlt es sich, sie beitragsfrei zu stellen. Teilen Sie dem Versicherer mit, dass Sie keine weiteren Prämien einzahlen, dass der Vertrag aber bis Laufzeitende bestehen bleiben soll. Durch eine Kündigung würden Sie mehr Geld verlieren. Deshalb bietet sich diese Variante an, wenn Sie das Geld nicht sofort brauchen.

Früher gab es zusätzlich die Option, gebrauchte Lebensversicherungen auf dem Zweitmarkt zu verkaufen. Dieser Markt ist heute aber weitestgehend ausgetrocknet, sodass diese Möglichkeit inzwischen nicht mehr besteht.

Alternative Risikolebensversicherung

Die aktuell niedrigen Zinsen bremsen die Versicherer, was die Anwerbung neuer Kunden angeht. Für klassische Verträge wirbt aktuell kaum ein Anbieter mehr. Umso mehr werden dagegen die fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen forciert.

Wie gut diese sind, hängt nicht nur vom Fonds ein, in den die Versicherung investiert, sondern auch vom Gebührenanteil der entsprechenden Police und vom Anteil des Todesfallschutzes. Darüber hinaus werden auch für die Kauf und das Halten von Fondsanteilen Gebühren fällig, die von Ihrer Sparsumme abgehen. In der Regel empfiehlt sich ein Neuabschluss nicht.

Mit einer Risikolebensversicherung sind Sie in der Regel besser bedient, denn diese ist bedeutend billiger bei gleicher Todesfallleistung. Das Geld, das Sie dadurch sparen, stecken Sie lieber in rentablere Investments stecken. Mein Favorit ist dabei ein Fonds- oder ETF-Sparplan.

20. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.