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Kapitalvermögen: So wird es auf Kinder übertragen

Durch die Übertragung von Kapitalvermögen auf die Kinder, lässt sich die sonst fällige Zinsabschlagsteuer umgehen. Wichtige Voraussetzung: Die Übertragung des Kapitalvermögens muss den bürgerlich-rechtlichen Vorschriften entsprechen, um vom Finanzamt anerkannt zu werden. Dabei sollten alle Konsequenzen genauestens bedacht werden.

Dies bedeutet, dass Sie als Eltern oder Großeltern nicht mehr auf dieses Kapital nebst Zinsen für eigene Zwecke zugreifen können, sobald ein Konto oder ein Depot auf das Kind eingerichtet wurde.

Die Ausnahme: Bei minderjährigen Kindern können Sie das Geld im Rahmen Ihres elterlichen Sorgerechts für Ihre Kinder ausgeben. Sobald das Kind volljährig ist, kann es frei über das geschenkte Geld verfügen – es sei denn, Sie legen notariell beglaubigt fest, wofür die Summe verwendet werden soll. Bei hohen Summen empfiehlt es sich, einen notariell beglaubigten Schenkungsvertrag aufzusetzen.

Kapitalvermögen: Kinder dürfen weitaus höhere Zinsen steuerfrei einstreichen

Da Kinder in der Regel über kein eigenes Einkommen verfügen, können Sie deutlich höhere Summen als den Sparerfreibetrag steuerfrei vereinnahmen. Ihnen steht, wie jedem Steuerpflichtigen, der Grundfreibetrag von 7.664 € pro Jahr zu, hinzu kommen Sparerfreibetrag, Werbungskostenpauschalbetrag und Sonderausgabenpauschale. Insgesamt ergibt sich daraus für 2007 ein Gesamtbetrag von 8.501 €, bis zu dem alle Einnahmen steuerfrei bleiben.

Kapitalvermögen: Diese Einnahmen sind bei Kindern pro Jahr steuerfrei

Jahr20062007
Grundfreibetrag7664 €7664 €
Sparerfreibetrag1370 €750 €
Werbungskostenpauschale51 €51 €
Sonderausgabenpauschale36 €36 €
Gesamt9121 €8501 €

Beim Finanzamt können Sie für Ihre Kinder eine so genannte Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen. Wenn Sie diese der Bank vorlegen, zahlt sie Ihren Kindern auch die Kapitalerträge ohne Abschlag aus, die über deren Sparerfreibetrag liegen, bis zu dem Gesamtbetrag von 8.501 € (2007).

Kapitalvermögen übertragen: Gesamtbetrag nicht voll auszuschöpfen

Zwar muss Ihr Kind für Einnahmen bis 8.501 € (Stand: 2007) keine Steuern zahlen. Doch in bestimmten Fällen ist es ratsam, diesen Betrag nicht voll auszuschöpfen.

  1. Ihr volljähriges Kind ist über einen Elterteil in der gesetzlichen Krankenkasse kostenlos mitversichert. Dann sollten die Einnahmen nicht über 5.001 € pro Jahr liegen. Kinder sind nämlich nur kostenlos familienversichert, wenn alle ihre Einnahmen (dazu zählen auch Zinsen) 350 € im Monat nicht übersteigen. Zusammen mit dem Sparerfreibetrag und der Werbungskostenpauschale ergibt sich somit eine jährliche Höchstgrenze von 12 × 350 € + 750 € + 51 € = 5.001 €. Wird dieser Höchstbetrag überschritten, muss das Kind eigene Beiträge an die Krankenkasse zahlen. Die gleiche Regelung gilt auch für den mitversicherten Ehepartner.
  2. Ihr volljähriges Kind besitzt noch Anspruch auf Kindergeld (beispielsweise weil sich Ihr Kind in Ausbildung oder Studium befindet). In diesem Fall sollten die jährlichen Einnahmen Ihres Kindes 7.680 € nicht übersteigen. Ansonsten verlieren Sie den Anspruch auf Kindergeld und Ausbildungsfreibeträge.

31. Oktober 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.