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Kauf von Aktien: Worauf dabei zu achten ist

Die Aktienkurse steigen und steigen: Seit dem vergangenen Sommer hat der Deutsche Aktienindex (DAX), der die Wertentwicklung der 30 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland abbildet, um gut 30% auf knapp 8.000 Punkte zugelegt.

Durch den Kauf von Aktien an Kursgewinnen teilhaben

Das lockt Privatanleger auf den Plan. Viele fragen sich, ob sie nun wieder Aktien kaufen sollen. Schließlich wollen sie an den Kursgewinnen teilhaben. Doch wer Aktien kauft, sollte darauf achten, nicht in eine typische Anlegerfalle zu tappen.

Davon gibt es mehrere, und die kosten richtig Geld. Börsenpsychologen beobachten, wie sich Privatanleger und Profis an den Finanzmärkten verhalten. Und sie haben herausgefunden, dass Anleger dazu neigen, immer wieder die gleichen Fehler zu machen.

Falle 1: Kaufen, weil alle kaufen

Achten Sie als Anleger immer darauf, dass Sie nicht nur deshalb Aktien kaufen, weil das derzeit viele tun. Denn das sogenannte Mitlaufen mit der Herde begünstigt Käufe, wenn Aktien bereits gestiegen sind – und Verkäufe, wenn die Papiere schon stark verloren haben.

Zwar interessieren sich Anleger bei steigenden Kursen stärker für Aktien als bei fallenden. Besser ist es aber, wenn sie beim Aktienkauf die aktuelle Situation an den Finanzmärkten außer Acht lassen. Stattdessen sollten Anleger prüfen, welches Risiko sie für welchen Zeitraum eingehen wollen.

Mit diesen Überlegungen lässt sich die Aktienquote für das eigene Depot bestimmen und auch durchhalten. Beachten Sie als Investor dabei, dass der Kauf einer Aktie immer eine längerfristige Anlage sein sollte.


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Falle 2: An fallenden Aktien zu lange festhalten

Wenn ihre Aktien verlieren, neigen Anleger dazu, zu lange an ihnen festzuhalten. Denn sie wollen sich nicht eingestehen, mit ihrer Entscheidung zum Kauf einst einen Fehler gemacht zu haben. Doch dadurch fallen die Verluste größer aus als sie müssten. Experten empfehlen, mit sogenannten Stopp-Loss-Marken zu arbeiten. Das sind festgelegte Kurse, zu denen die Aktie verkauft wird, damit das Minus im Depot nicht zu groß wird.

Diese Mittel verwenden auch die Profis: Fällt eine Aktie unter einen definierten Wert, zieht ein Computer die Reißleine und der Titel wird automatisch verkauft.

Beispiel Siemens: Wer diese Aktie Anfang 1999 kaufte, bezahlte dafür etwa 40 €. Im Jahresverlauf 2000 stieg der Kurs in der Spitze auf bis zu 130 €. 2001 und im Herbst 2008 fiel er wieder bis unter die 40-€-Marke. Wer diese Berg- und Talfahrt mitgemacht hat, ohne zumindest einen Teil der Gewinne zu realisieren, hat die einzigartige Gelegenheit verpasst, mühelos richtig viel Geld an der Börse zu verdienen.

Natürlich fällt es gerade in guten Börsenzeiten nicht leicht, sich für den Verkauf einer Aktie zu entscheiden. Schließlich könnte der Kurs ja noch höher steigen. Das Beispiel Siemens verdeutlicht das besonders plastisch. Ähnlich ist es Anlegern mit der Deutschen Telekom ergangen: Dreistellige Buchgewinne haben sich in wenigen Monaten im Börsenalltag verflüchtigt. Sie sollten deshalb den Mut finden, erfreuliche Kursentwicklungen zumindest teilweise oder auch ganz zum Ausstieg zu nutzen.

Selbst wenn Sie sich später ärgern, dass Sie noch mehr Geld hätten verdienen können: Nur realisierte Gewinne sind echte Gewinne.

Falle 3: Gewinne zu früh realisieren

Von Erfolgsaktien hingegen trennen sich Anleger meist zu früh. Denn sie wollen sich ihre Gewinne sichern. Legen die Aktien aber auch nach dem Verkauf weiter zu, haben die Anleger Rendite verschenkt. Auch hier ist es hilfreich, individuelle Verkaufsschwellen für sich zu definieren. Steigt die Aktie weiter, lassen sich diese Schwellen sukzessive erhöhen.

Arbeiten Sie mit individuellen Stopp-Loss-Marken. Sie können so in guten Börsenzeiten festlegen, wann Sie mit einer Aktie genug verdient haben. Erreicht ein Aktienkurs das von Ihnen angestrebte Niveau, sollten Sie die Gewinne realisieren. Bei Kursanstiegen in ansonsten unsicheren Zeiten sollten Sie Ihre Stopp-Loss-Marken nach oben anpassen.

Ratsam ist es, eine Aktie dann ins Auge zu fassen, wenn der Aktienkurs etwa 15 % unter Ihren Einstandspreis gefallen ist. Ab einem Minus von etwa 20 % kann es empfehlenswert sein, zu Teilverkäufen überzugehen. Also technische Erholungsphasen zu nutzen, um den Bestand nach und nach zu reduzieren. Denn: Je tiefer Sie in die roten Zahlen gerutscht sind, desto problematischer wird ein späterer Ausgleich.

Für Sie zur Wertaufholung diese Zahlen: Um 15% Verlust nur auszugleichen, müssen Sie in zwei Jahren eine Jahresrendite von 8,47% erzielen. In fünf Jahren 3,30%. Bei einem Minus von 25% erfordert die Wertaufholung zwei Jahresrenditen von je 15,47%. Bei fünf Jahren wären es 5,92%. Wurden 40% Verlust gemacht, sieht es für die Wertaufholung finster aus: Der Ausgleich erfordert hier regelmäßige Jahresrenditen von 29,10 bzw. 10,76%.

Diese Zahlen verdeutlichen Ihnen, wie wichtig es für Sie bei roten Zahlen ist, die Reißleine zu ziehen. Und zwar so rechtzeitig, dass Sie Verluste mit weniger risikoreichen Anlagen wieder wettmachen können. Diese Chance bleibt Ihnen immer, wenn Sie bei Kursen von etwa 15% unter dem Einstandspreis verkaufen. Zudem können Sie sich dann für eine ruhigere Strategie entscheiden, was auch Ihre Nerven schont.

Falle 4: Sich und sein Können überschätzen

Wenn es gut läuft, überdenken Anleger ihre Strategie zu selten, warum sie welche Aktien gekauft haben. Für Verluste hingegen wollen die meisten nicht selbst geradestehen und suchen nach Sündenböcken. Dazu passt auch die Beobachtung der Börsenpsychologen, dass man in solchen Situationen Informationen nur selektiv wahrnimmt. Was nicht zur eigenen Meinung passt, wird ausgeblendet.

Arbeiten Sie daher mit Abstauber-Limits. Rückt in schwierigen Börsenphasen die Zeit näher, dass es zu einer Bodenbildung kommt, eröffnet Ihnen das die Chance, Aktien zu Schnäppchenpreisen zu erwerben. Anders als bei individuellen Stopp-Marken, die Sie sich selbst gesetzt haben, erteilen Sie der Bank feste Kauforders.

Das allerdings zu Kursen, die deutlich unter denen zum Zeitpunkt der Auftragserteilung liegen. Wird dieses Niveau während der Laufzeit nicht erreicht, führt die Bank den Auftrag nicht aus. Dort, wo es funktioniert, erhalten Sie möglicherweise den Zuschlag zu einem Preis, der sich auf längere Sicht als extrem günstig erweist.

Einen gewissen Schutz bieten auch Tagebücher. Darin notieren Anleger, wann sie welche Aktien gekauft haben, aus welchen Gründen und mit welchem Ziel. Anhand dieser Aufzeichnungen können sie ihre Strategie überprüfen. Außerdem dokumentieren sie so ihre Fehler – und können an ihnen arbeiten.

18. Februar 2013

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Petra Hoffknecht
Von: Petra Hoffknecht. Über den Autor

Petra Hoffknecht arbeitet als freiberufliche Wirtschafts- und Finanzjournalistin. Sie schreibt regelmäßig für das Handelsblatt, die VDI Nachrichten, Magazine des Sparkassenverlags und diverse Regionalzeitungen wie beispielsweise die Neue Osnabrücker Zeitung oder die Südwest Presse in Ulm.