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Kauf von Fondsanteilen: Geld sparen

Oftmals fragen sich Anleger wie sich beim Erwerb von Fondsanteilen die Kosten reduzieren lassen bzw. wie der Ausgabeaufschlag (der zumeist mit 5% zu Buche schlägt) sich vermeiden lässt.

Daher wollen wir Ihnen hier verschiedene Spar-Tipps im Zusammenhang mit dem Erwerb von Fondsanteilen vorzustellen.

Doch bevor wir uns den eigentlichen Spar-Tipps widmen, sehen wir uns zunächst einmal an, welche Kosten grundsätzlich in diesem Zusammenhang entstehen bzw. entstehen können.

Diese Kosten für Fondsbesitzer müssen Sie beachten

Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen:

  • Ausgabeaufschlag
  • Verwaltungsgebühr der Investmentgesellschaft
  • gegebenenfalls erfolgsabhängige Vergütung der Investmentgesellschaft, wenn festgelegte Ziele übertroffen wurden
  • Depotbankgebühr

Bei der Festsetzung des Ausgabepreises für neue Fondsanteile rechnen die Investmentgesellschaften dem Anteilswert meist einen Ausgabeaufschlag hinzu. Der Aufschlag wird in Prozent des Anteilswertes berechnet.

Wenn also z. B. der Anteilswert 100 € ist und der Ausgabeaufschlag 3% beträgt, zahlen Sie als Anleger für einen Anteil 103 €. 100 € davon fließen in den Fonds und 3 € an die Investmentgesellschaft bzw. deren Vertrieb.

Häufig liegen die Ausgabeaufschläge von Aktienfonds bei 3 bis 6%, bei sogenannten Rentenfonds (es handelt sich dabei um Fonds, die nicht in Aktien, sondern in Anleihen investieren) bei 1 bis 3 %.


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Die jährlichen Verwaltungsgebühren der Investmentgesellschaft liegen oft bei 0,1 (bei Index-Fonds) bis 2,00% (bei aktiv geführten Fonds) pro Jahr.

Diese berechnen sich aus dem Nettoinventarwert des Fonds und werden diesem automatisch entnommen.

Die jährlichen Managementgebühren von Indexfonds liegen deutlich unter den Kosten der aktiv geführten Fonds, da kein Analystenteam bezahlt werden muss. Bei einigen Fonds sehen die Anlagebedingungen neben der Verwaltungsvergütung zusätzlich Erfolgsvergütungen für die Fondsmanager vor.

Diese Erfolgsprämien erhält die Investmentgesellschaft aus dem Fondsvermögen nur, wenn festgelegte Ereignisse eintreten, z. B. beim Übertreffen eines bestimmten Vergleichsmaßstabs (Benchmark).

In Deutschland ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Vermögensgegenstände eines Fonds bei einer Depotbank hinterlegt werden müssen. Die Depotbank berechnet dem Fonds dafür eine jährliche Gebühr, deren Berechnung in den Anlagebedingungen geregelt ist. Meist wird sie als Promillesatz des Fondsvermögens berechnet.

Hinzu kommt: Alle Umschichtungen des Fondsvermögens verursachen Transaktionskosten (Kosten beim Verkauf der alten Positionen und beim Kauf der neuen Fonds-Positionen).

Die zuletzt genannten Kosten werden Sie jedoch kaum spüren. Es gibt zwei große Kostenblöcke: Die jährliche Managementgebühr und den Ausgabeaufschlag. Doch den größten Kostenblock (den Ausgabeaufschlag) können Sie fast vollständig vermeiden.

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

Möglichkeit 1: Fondsanteile über die Börse erwerben

Sie können den Ausgabeaufschlag bei vielen Fonds vermeiden, indem Sie (bzw. Ihre Depot-Bank) die Fondsanteile nicht über die Investmentgesellschaft (KAG), sondern über die Börse erwerben.

Sie müssen Ihrer Depot-Bank nur mitteilen, dass Sie den Fonds über die Börse kaufen möchten, oder – wenn Sie einen Online-Broker nutzen – den oft voreingestellten Handelsweg „KAG“ (= Fondsgesellschaft) durch den gewünschten Börsenplatz (z. B. Hamburg, Frankfurt, Stuttgart etc.) ersetzen.

Im Ergebnis entfällt der Ausgabeaufschlag und Sie zahlen nur die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis (entsteht beim Kauf über die Börse und liegt oft bei unter 1%). Der Fondskauf ist dann genau so einfach und günstig wie der Aktienkauf.

Ein wichtiger Hinweis noch an dieser Stelle: Fondsanteile direkt über die Börse zu kaufen bedeutet nicht, bei der Börse in Stuttgart oder in Frankfurt anzurufen und dort Fondsanteile zu kaufen, sondern die Fondsanteile über einen Online-Broker oder über Ihre Hausbank an der Börse und nicht über eine Kapitalanlagegesellschaft zu erwerben.

Möglichkeit 2: Fondsanteile über einen Fondsdiscounter kaufen

Fondsdiscounter bieten offene Investmentfonds mit einem reduzierten oder komplett entfallenden Ausgabeaufschlag an. Sie treten hier zu klassischen Vertriebskanälen von offenen Investmentfonds (meist Filialbanken) über einen günstigeren Preis in Konkurrenz.

Fondsdiscounter finanzieren sich – neben dem zum Teil verbleibenden Ausgabeaufschlag – über einen Anteil an den laufenden Verwaltungskosten des Fonds (also eine Bestandsprovision).

Die Bestandsprovision, die auch beim Erwerb von Fondsanteilen mit Ausgabeaufschlag regelmäßig dem Fondsvermögen entnommen wird, wird von der Fondsgesellschaft an den Vermittler (in diesem Fall der Fondsdiscounter) während der gesamten Investitionsphase ausgezahlt und stellt eine Vergütung der laufenden Betreuung des Kunden dar.

Wie schon mehrfach hier im „Einsteiger-Depot“ geschrieben, macht diese Möglichkeit aus unserer Sicht speziell dann Sinn, wenn Sie regelmäßig in viele verschiedene Fonds investieren und auch bereit sind, ein extra Fonds-Depot bei einem Fondsdiscounter zu führen.

Neben den beiden gerade vorgestellten Möglichkeiten, den Ausgabeaufschlag ganz oder zumindest teilweise zu vermeiden, gibt es eine Möglichkeit, den anderen großen Kostenblock im Zusammenhang mit Investmentfonds einzusparen.

Mit ETFs die Managementgebühren ersparen

Den bereits angesprochenen zweiten großen Kostenblock stellen die Managementgebühren eines aktiv geführten Investmentfonds dar. Diese können Sie sich ersparen, indem Sie auf passive – also nicht aktiv gemanagte – Fonds setzen.

Passive Fonds oder auch Indexfonds werden sehr häufig als ETFs („Exchange Traded Funds“) bezeichnet.

Wichtig ist, dass Sie sich nicht (oder zumindest nicht nur) aus Kostengründen für einen passiven Fonds entscheiden.

Sie sollten sich vor allem dann für einen passiven Fonds entscheiden, wenn Sie der Meinung sind, dass Fondsmanager aktiv gemanagter Fonds nicht in der Lage sind, den entsprechenden Markt dauerhaft zu schlagen.

Gibt es jedoch einen Fondsmanager, der in der Lage ist, den Vergleichsindex dauerhaft und deutlich zu schlagen, sollten Sie sich für den von ihm gemanagten Fonds entscheiden, weil dann trotz der anfallenden Managementgebühren am Ende ein größerer Gewinn für Sie steht.

Fazit

Ganz gleich, ob Sie sich für einen aktiven oder einen passiven Fonds entscheiden, bleibt festzuhalten, dass die Entrichtung eines Ausgabeaufschlags oft vermeidbar ist. Damit entfällt für clevere Anleger der größte Kostenblock beim Fondskauf.

9. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.