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Kaufkraftparität Beispiel: Coca-Cola in Österreich und Amerika

Zuweilen hört man in Wirtschaftskreisen den Begriff Kaufkraftparität. Wir erklären, was dieser Wert aussagt und wie Sie ihn richtig interpretieren.

Kaufkraftparität – was ist das?

Bei der Kaufkraftparität (engl. ‚Purchasing Power Parity‘ oder kurz: PPP) handelt es sich zunächst um eine wirtschaftswissenschaftliche Theorie.

Sie besagt grundsätzlich, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Wechselkurs der verschiedenen Länder und dem Preis, zu dem Waren oder Dienstleistungen in diesen Ländern verkauft werden.

Die Theorie der Kaufkraftparität wurde 1920 von Gustav Cassel entwickelt und basiert auf dem „Gesetz des einheitlichen Preises“. Diese Hypothese drückt aus, dass auf gleich effizienten Märkten, identische Dienstleistungen oder Waren nur einen Preis haben sollten.

Die Kaufkraftparität ist für den Devisenmarkt wichtig, da sie ein treibender Faktor hinter den Währungsbewegung auf den Devisenmärkten ist.

Was drückt die Kaufkraftparität aus?

Die Kaufkraftparität ist außerdem eine Methode, um die Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten zwischen den Ländern zu berechnen. Um den Kaufkraftparitätsankauf zwischen zwei Ländern zu berechnen, müssen die Preise der sogenannten „Standardgüter“ verglichen werden.

Vergleiche auf Basis von Kaufkraftparitäten stützen sich also auf Verhältniszahlen von Verbraucherpreisen in verschiedenen Währungen für vergleichbare Produkte (z.B. 1 kg Reis, 1 Flasche Whisky, 1 PKW, 1 PC, 1 Nächtigung im Hotel, 1 Gericht im Restaurant).

Diese Güter und Dienstleistungen werden in detaillierten Produktbeschreibungen vor der Preiserhebung sorgfältig definiert und unter Repräsentativitäts-Gesichtspunkten ausgewählt.

So könnte etwa bei einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,20 Dollar je Euro Kaufkraftparität bestehen.

Dies würde dann bedeuten, dass Konsumenten mit einem Euro in der Eurozone genauso viel einkaufen können wie mit 1,20 in den USA.

Kaufkraftparität: Nachteile der PPP-Theorie

Kurzfristige Schwankungen der Preise für Waren und Dienstleistungen führen zu einer ungenauen Kaufkraftparität. Die Händler sollten die Ergebnisse der Kaufkraftparität für langfristige Analysen verwenden, um ein genaues Ergebnis zu ermöglichen.

Faktoren wie Unterschiede in den Steuervorschriften und Handelsbeschränkungen von verschiedenen Ländern beeinflussen das Ergebnis des PPPs. Durch die Auswahl falscher Waren oder Dienstleistungen zum Vergleich kann das Ergebnis versehentlich falsch interpretiert werden.

Die Unterscheidung zwischen der Qualität der Waren in einem Land und die entsprechenden Waren in einem anderen, haben einen entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis der Kaufkraftparität.

Kaufkraftparität: Beispiel

Wir wollen uns das Ganze an einem einfachen Beispiel veranschaulichen.

Wenn ein Liter Coca-Cola in Österreich 2,00 Euro kostet und in den USA 1,60 Dollar, so wäre die Kaufkraftparität für dieses Produkt zwischen Österreich und den USA 2,00/1,60, der Quotient also 1,25.

Mit anderen Worten: Für jeden US-Dollar, der in den USA für einen Liter Coca-Cola ausgegeben wird, müssten in Österreich 1,25 Euro bezahlt werden, um die gleiche Quantität und Qualität von diesem Getränk zu erhalten.

Kaufkraftparitäten sagen Ihnen also, wie viele ausländische Währungseinheiten für den Kauf eines vergleichbaren Warenkorbs (oder Teils davon) aufgewendet werden müssen, den man im Inland für eine inländische Geldeinheit erhält.

29. Februar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.