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Kauft ein Unternehmen eigene Aktien, steigt Ihr Gewinnanteil!

Tim Cook, der Chef des US-Unternehmens Apple, hat die Notbremse gezogen. Obwohl Apple für das Weihnachtsquartal 2013 Rekordzahlen verkünden konnte, verlor die Apple-Aktie schlagartig 8%.

Die Apple-Manager haben reagiert. Zwischen dem 28. Januar und dem 8. Februar 2014 hat Apple für 14 Milliarden US-Dollar eigene Aktien zurückgekauft. Diese Nachricht stoppte den Kursverfall und sorgte sogar für eine Kurserholung. Aber das reicht Tim Cook, den anderen Apple-Managern und auch den Apple-Großaktionären noch nicht.

Cook verkündete, dass Apple in den vergangenen 12 Monaten für 40 Milliarden US-Dollar eigene Aktien gekauft habe und dass es im März oder April eine neue Stellungnahme zu diesem Thema geben wird. Analysten erwarten, dass Apple das Rückkaufprogramm, das bisher auf 60 Milliarden US-Dollar begrenzt war, in den nächsten Jahren noch weiter ausbauen wird.

Bei einem Jahresgewinn von ca. 40 Milliarden US-Dollar und Bargeldreserven in Höhe von 158 Milliarden US-Dollar kann das US-Unternehmen einen neuen Weltrekord aufstellen und so viele Aktien zurückkaufen, wie kein Unternehmen zuvor. Apple sorgt mit der aggressiven Aktien-Rückkaufpolitik für Schlagzeilen, ist aber kein Einzelfall.

Ganz im Gegenteil: Die jüngst verkündeten Rückkaufprogramme erreichen völlig neue Dimensionen. So wollen die US-Unternehmen Microsoft und IBM für 50 und 15 Milliarden US-Dollar eigene Aktien zurückkaufen. Der Unterhaltungskonzern Walt Disney will für bis zu 8 Milliarden US-Dollar eigene Aktien erwerben.

Auch europäische Unternehmen setzen auf diesen Trend: Der Schweizer Pharma-Riese Novartis will bis zu 5 Milliarden Schweizer Franken in eigene Aktien investieren. Der deutsche DAX-Konzern Siemens will dafür 4 Milliarden Euro ausgeben.

Und auch in der zweiten Börsenreihe finden Sie bekannte Beispiele: Der Baukonzern Hochtief hat 2013 rund 10% der eigenen Aktien zurückgekauft und der Chemiekonzern Fuchs Petrolub hat jüngst angekündigt, für 100 Millionen Euro eigene Aktien kaufen zu wollen.

Unternehmen, die eigene Aktien kaufen, bringen höhere Kursgewinne

So hat der Börsendatenlieferant Bloomberg ausgerechnet, dass die Unternehmen mit den prozentual höchsten Aktienrückkäufen den US-Aktienindex S&P 500 im Jahr 2013 mit +40% zu +27% klar geschlagen haben.

Dieses Rendite-Plus der Aktienrückkäufer wird im Mehrjahresvergleich bestätigt: Von Anfang 2009 bis Ende 2013 stiegen laut Bloomberg die Kurse der Rückkäufer um 270%, während der Index „nur“ auf +190% kam. Es lohnt sich für Sie also, auf ausgewählte Unternehmen zu setzen, die eigene Aktien zurückkaufen.

Zunächst möchte ich Ihnen noch zeigen, welche Auswirkungen Aktienrückkäufe haben und welche strategischen Überlegungen hinter den Aktienrückkäufen stecken.


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Diese Auswirkungen haben Aktienrückkäufe

Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft und anschließend vernichtet (in der Börsensprache sagt man weniger brutal „einzieht“), hat das mehrere positive Wirkungen:

1) Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass der zukünftige Unternehmensgewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss (selbst bei stagnierenden Gewinnen steigt dann der Gewinn je Aktie).

2) Der gleiche Effekt bei der Dividende: Die Dividendensumme muss auf weniger Aktien verteilt werden. Dadurch steigt die Dividenden-Rendite.

3) Aktienrückkäufe sorgen an der Börse für eine steigende Nachfrage nach der entsprechenden Aktie. Bleibt das Angebot gleichzeitig konstant, steigt der Aktienkurs.

4) Verkaufswillige Aktionäre können ihre Aktien direkt an das Unternehmen verkaufen und belasten dadurch nicht den Kurs an der Börse. Ein konkretes Beispiel, das die Wirkung der Käufe zeigt: Obwohl der Quartalsgewinn bei Apple bei 13,1 Milliarden US-Dollar stagnierte, stieg der Gewinn je Aktie von 13,81 auf 14,50 US-Dollar.

Da Apple nach dem Stichtag 31.12.2013 in großem Stil weitere Aktien gekauft hat, muss der Gewinn zukünftig auf noch weniger Aktien verteilt werden. So kann der Gewinn je Aktie weiter steigen, obwohl der Gewinn stagniert. Das lohnt sich auch für die Apple-Aktionäre. Seit Veröffentlichung des ersten Aktienrückkaufprogramms läuft die Apple-Aktie besser als der Vergleichsindex.

Es gibt mehrere Gründe, die für ein Rückkaufprogramm sprechen

Wenn ein Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm ankündigt, wird das oft als „phantasielos“ kritisiert. Der Vorwurf lautet: Ein Unternehmen hat keine Investitions- und Geschäftsideen mehr, daher kauft es als Notlösung eigene Aktien zurück. Der Vorwurf kann sogar stimmen. Doch die Gründe, die für ein Aktienrückkaufprogramm sprechen, sind sehr vielfältig. Hier eine Auswahl der taktischen Motive:

a) Die zusätzliche Aktien-Nachfrage soll einen kurzfristigen Abwärtstrend stoppen (das war ein Motiv bei Apple).

b) Der Vorstand signalisiert mit den Rückkäufen, dass er die eigene Aktie für unterbewertet hält (auch diesen Grund hat der Apple-Chef Tim Cook genannt).

c) Da Übernahmen aktuell oft zu teuer sind, kann das Geld in eigene Aktien investiert werden (dann entfällt die Übernahme-Prämie von rund 30%, die bei einer Übernahme gezahlt wird).

d) Der Großaktionär kann mit einem Aktienrückkaufprogramm seine eigene Machtstellung ausbauen, wenn Privatanleger das Angebot annehmen, der Großaktionär aber keine Aktien abgibt (so jüngst im Fall Hochtief geschehen).

e) In extremen Niedrig-Zins-Phasen (wie aktuell) kann es sich für ein Unternehmen sogar lohnen, für einen Aktienrückkauf Fremdkapital aufzunehmen, wenn die Zinsen niedriger sind als die eingesparten Dividenden.

f) Das Geld in der Unternehmenskasse wirft keine Zinsen mehr ab. Durch Aktienrückkäufe kann das „tote“ Kapital wieder arbeiten.

g) Aktienrückkäufe können Aktionäre bei Laune halten, wenn das Unternehmen in einer Umbruchphase steckt und Umsatz und Gewinn absehbar nicht steigern kann (so wie im Fall IBM; IBM verwandelt sich von einem Hardwarehersteller zu einem Software- und Dienstleistungsunternehmen. Aktienrückkäufe und Dividenden sollen die Aktionäre an das Unternehmen binden).

h) In einigen Ländern werden Kursgewinne nicht so hoch besteuert wie Dividenden. In diesen Fällen kann es sich lohnen, die Dividende niedrig zu halten und den Kurs mit Aktienrückkäufen zu steigern.

i) Ein „reifes“ Unternehmen kann mit Aktienrückkäufen dafür sorgen, dass trotz Gewinnstagnation der Gewinn je Aktie steigt und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sinkt (falls der Kurs zunächst stabil bleibt). So wird die Aktie wieder attraktiver.

Diese Gründe, warum Unternehmen eigene Aktien kaufen, sind positiv zu werten. Aber wie bei fast allen Instrumenten, kann auch ein Aktienrückkaufprogramm „missbraucht“ werden, oder zumindest die Risiken erhöhen.

Negativbeispiel Bankenbranche

Als es den Banken vor Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 wirtschaftlich sehr gut ging, haben diese in großem Stil eigene Aktien zurückgekauft. Dadurch wurde Eigenkapital aufgezehrt, das im Zuge der Finanzkrise sehr hilfreich gewesen wäre. Denn wenn die Eigenkapitalbasis der Banken größer gewesen wäre, hätten Sie nicht mit Ihren Steuergeldern einige der Banken vor dem Ruin retten müssen.

Doch was war das Motiv der Banken für die Aktienrückkäufe? Es ging darum, die Eigenkapitalrendite (EK-Rendite) – die „Königs-Rendite“-Kennziffer für Banken – aufzupolieren. Durch den Rückkauf von eigenen Aktien wird das Eigenkapital verringert. Das allein verbessert noch nicht die EK-Rendite. Was also muss noch passieren?

Das Unternehmen muss lediglich den Gewinn stabil halten und schon wird durch die geringere Eigenkapitalbasis die EK-Rendite gesteigert. Wie das funktioniert? Bei der Berechnung der EK-Rendite wird der Gewinn mit dem Eigenkapital ins Verhältnis gesetzt. Da das Eigenkapital in der Division den Nenner darstellt, erhöht sich bei gleichem Gewinn automatisch die EK-Rendite, wenn das Eigenkapital vermindert wird.

Fazit: Der ideale Mix besteht aus Aktienrückkäufen, Dividenden und Investitionen

Ein Aktienrückkaufprogramm reicht isoliert betrachtet nicht als Kaufargument für eine Aktie. Wählen Sie Aktien aus, die den Spagat schaffen: Aktienrückkäufe, Dividenden und Investitionen in neue Geschäftsfelder.

7. Februar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.