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Kein Steuerfreibetrag bei der Abfindung – aber dafür andere Vorteile

Als Steuerfreibetrag bezeichnet man allgemein den Teil der Einkünfte, der von der Einkommenssteuer befreit ist. In Deutschland beträgt der Steuerfreibetrag im Jahr 2016 für Alleinstehende 8.652 Euro. Bei Ehepaaren ist er doppelt so hoch.

Bis 2005 gab es Steuerfreibeträge auf Abfindungen

Abfindungen sind Einmalzahlungen, die Arbeitnehmer bei der Kündigung erhält. Bis 2005 konnte man für sie gewisse Steuerfreibeträge geltend machen. Die betrugen je nach Alter und Dauer der Beschäftigung zwischen 7.200 und 11.000 €.

Schließlich, so das Argument, stellten Abfindungen meist einmalige Ausreißer nach oben im Einkommen dar. Dadurch würde der Steuertarif unverhältnismäßig stark nach oben schnellen. Und dabei schaffe eine Abfindung doch einen Ausgleich für entgangene Einnahmen in den Folgejahren.

Seit 2006 gibt es diese Steuerfreibeträge jedoch nicht mehr. Aber es gab eine Übergangsregelung. Sie galt für Ansprüche, die vor dem 1. Januar 2006 entstanden waren oder auf einer Gerichtsentscheidung vor diesem Datum beruhten. Gleichzeitig musste die Auszahlung vor dem 1. Januar 2008 erfolgen.

Mit der Fünftelregelung die Steuerlast senken

Fällt man nicht mehr in diese Übergangsphase, kann man zumindest die sogenannte Fünftelregelung anwenden. Sie ist in § 34 Absatz 1 Satz 2 des Einkommenssteuergesetzes geregelt.

Demnach teilt man die erhaltene Abfindung durch 5 und zählt diesen Betrag zu seinen anderen Einkünften hinzu. Auf diese Summe berechnet man die Einkommenssteuer und zieht dann davon ab, was man ohne die Mehreinkünfte durch Abfindung an Einkommenssteuer hätte zahlen müssen.

Diese steuerliche Mehrbelastung multipliziert man mit 5 und zählt sie auf ohnehin zu zahlende Einkommenssteuer hinzu. So verringert man den Tarif, zahlt jedoch auf die gesamte Abfindung Einkommenssteuer.

Auch ohne Steuerfreibetrag kann man so die zusätzliche Belastung auf die erhaltene Abfindung verringern. Damit man die Fünftelregelung anwenden darf, muss die Abfindung höher sein als die Einnahmen, die durch die Kündigung bis Ende der Jahres entstehen.

Zudem muss der Arbeitgeber die Auszahlung größtenteils innerhalb eines Jahres auszahlen.

Fünftelregelung lohnt nicht bei sehr hohen Beträgen

Bei hohen Einkommen und Abfindungen verpufft dieser Effekt allerdings. Nämlich dann, wenn schon ein Fünftel der Abfindung das Einkommen so stark anhebt, dass man in einen sehr hohen beziehungsweise den höchsten Steuertarif rutscht. Dann ist die Fünftelregelung auch kein Trostpflaster mehr.

Es lohnt sich in dem Fall eher, den Arbeitgeber zu bitten, die Abfindung auf mehrere Jahre zu verteilen. Außerdem ist es möglich, die Auszahlung der Abfindung komplett ins nächste Jahr zu verschieben. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn man im kommenden Jahr mit einem sehr geringen Einkommen rechnet – zum Beispiel, weil man arbeitslos ist.

6. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Lisa Louis
Von: Lisa Louis. Über den Autor

Lisa Louis ist freie Journalistin in Paris. Sie hat internationale Volkswirtschaftslehre in Deutschland und Frankreich studiert. Mit ihrem Wissen hilft Sie Lesern bei grundsätzlichen Fragen der Geldanlage und der Privaten Vorsorge.