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Keynes: Investitionen bestimmen Konjunktur

Staatliche Investitionen oder harter Sparkurs – diese Frage wird in Europa weiterhin kontrovers diskutiert. Insbesondere in Krisenzeiten wird über die richtige Vorgehensweise zur Krisenbewältigung gestritten. In diesen Diskussionen fällt immer wieder ein und derselbe Name: John Maynard Keynes, einer der bedeutendsten Ökonomen des 20.Jahrhunderts.

Der Brite bestimmte mit seinen makroökonomischen Theorien die Wirtschaftspolitik des 20.Jahrhunderts. Besonderen Wert legt Keynes dabei auf Investitionen. Einer zu geringen Nachfrage nach Investitionsgütern folgt nach Keynes ein geringes Beschäftigungsniveau. Diese These sorgt jedoch auch heute noch für hitzige Debatten.

Keynes und die Investitionsgüternachfrage

Keynes These der nachfrageorientierten Wirtschaftpolitik sieht die Erhöhung der Nachfrage nach Gütern, im Besonderen nach Investitionsgütern, im Fokus. Der Markt allein kann keine Vollbeschäftigung gewährleisten, vielmehr sorgen ein niedriges Zinsniveau und, falls erforderlich, eine staatliche Nachfrage nach Investitionen für wirtschaftlichen Aufschwung.

Zinsniveau belebt Investitionslust

Die Nachfrage nach Investitionsgütern ist laut Keynes eng verbunden mit der Gewinnerwartung der Unternehmen. Ein Beispiel: Der Aktienkurs der Müller AG stürzt von 70 € auf 30 €. Hohe Gewinnrückgänge sind die Folge. Die Aktionäre wenden sich ab, der Kurs fällt weiter auf 10 €, die Müller AG muss Mitarbeiter entlassen. Die erhöhte Arbeitslosigkeit führt zu einem geringeren Einkommen, es wird weniger konsumiert, was zu weiteren Entlassungen führt. Die Konsequenz: die Arbeitslosenquote steigt konstant weiter an.

Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, soll eine Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage erreicht werden. Hierfür ist die Höhe des Zinses von ausschlaggebender Bedeutung. Die USA haben es vorgemacht: um die Investitionslust anzukurbeln, liegt das Zinsniveau auf einem Rekordtief. Deutschland und Europa legten mit Verzögerung nach und belassen die Zinsen seitdem beharrlich auf niedrigstem Niveau. Die Folge: das Investitionsvolumen nimmt langsam wieder Fahrt auf.

Antizyklische Wirtschaftspolitik

Wichtig beim staatlichen Eingreifen in die Konjunktur ist die Anwendung einer antizyklischen Wirtschaftspolitik. Dies bedeutet eine staatliche Unterstützung der wirtschaftlichen Nachfrage in einer konjunkturellen Schwächephase und sinkende staatliche Hilfen in wirtschaftlichen Hochzeiten.

Die Belebung der Konjunktur darf dabei auch eine Schuldenpolitik nach sich ziehen: es wird demnach mehr ausgegeben, als dem Staat zur Verfügung steht (Deficit Spending). Insbesondere die USA halten sich gerne an dieses Prinzip der Verschuldung. Da jedoch auch in wirtschaftlichen Hochphasen kaum einem Staat der Schuldenausgleich gelingt, befinden sich die USA in einer immensen Schuldenfalle.

Der harte Sparkurs, der den europäischen Schuldenstaaten auferlegt wurde, stellt das Gegenmodell dar. Zwar führen diese Sparmaßnahmen noch zu keiner spürbaren Konjunkturbelebung in den schuldengeplagten Ländern, jedoch rückt man dem Ziel der Erholung der Staatsfinanzen ein Stück näher.

An Aktualität nichts verloren

An Keynes Thesen scheiden sich die Geister: für die einem sind Keynes Theorien bahnbrechend, für die anderen lediglich eine Rechtfertigung für eine weitere Schuldenpolitik. Keynes Thesen werden auch in Zukunft weiterhin zu kontroversen Diskussionen führen, sollten jedoch insbesondere in Krisenzeiten nicht ungehört verhallen.

15. März 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.