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Kinder und Konsum: Die Verantwortung liegt bei den Eltern und Großeltern

Für Unternehmen sind Kinder eine spannende Zielgruppe. Sie sind zugänglich und leicht zu beeinflussen. Daher werden Kinder als Konsumenten immer wichtiger. Oft werden in der Schule lebenspraktische Dinge allerdings nicht gelernt. Daher haben immer noch die Eltern und Großeltern die wichtigste Vorbildfunktion. In Hinblick auf Konsum geht es nicht darum, den Kindern alles grundsätzlich zu verbieten.

Der richtige Umgang mit dem Taschengeld muss gelernt werden. Dabei geht es darum, wichtige Anzeichen für falsches Kaufverhalten zu kennen und richtig einschätzen zu können und vorsichtig mit Werbung umzugehen. Denn hinter den Werbespots für Kinder stecken nicht selten manipulative Details, die auch Erwachsene nicht sofort erkennen.

Nicht alle Konsumangebote für Kinder sind förderlich

Unternehmen haben längst erkannt, dass Kinder eine leicht zu beeinflussende Zielgruppe sind. Das Waren- und Werbeangebot für Kinder wird immer umfangreicher und komplexer. Große Konzerne versuchen vor allem, Kinder gezielt an ihre Marken zu binden. Das ist für Eltern nicht immer offensichtlich. Die Tricks sind einfach, aber wirkungsvoll: Mit Werbung auf Sport-T-Shirts oder Markenlogos auf Lernmaterialen werden Kinder auf die Produkte aufmerksam gemacht.

Allerdings sind nicht alle Konsumangebote für Kinder geeignet. Viele Produkte sind unverhältnismäßig teuer und ihre Vermarktung keinesfalls altersgerecht. Die unzähligen Werbe- und Warenangebote können Kinder zwar aufnehmen, aber nur unter Anleitung begreifen und verarbeiten.

Mehr zum Thema: Konsum: Eine Definition

Oft hilft es, seinen Kindern gezielt zu verdeutlichen, dass Werbung ein Lockmittel ist und sie damit darauf aufmerksam zu machen, dass nicht jeder Impulskauf auch richtig ist. Denn Kinder lernen von ihren Eltern. Sie beobachten diejenigen, die sie respektieren. Daher ist es wichtig, auch das eigene Kaufverhalten genau zu analysieren und zu reflektieren, damit Sie keine widersprüchlichen Botschaften vermitteln.

Problematisches Konsumverhalten

Die meisten Kinder bekommen monatlich Taschengeld, über das sie frei verfügen dürfen. Eltern sollten darauf achten, dass der monatliche Betrag möglichst konstant ist. Damit verhelfen sie den Kindern dazu, automatisch über ihr eigenes Konsumverhalten nachzudenken. Die Kinder müssen dann selbst darüber entscheiden, für welches Produkt sie ihr Geld ausgeben möchten.

Mehr zum Thema: Der Konsum und seine Marken: „Weil Sie es sich wert sind“

Man unterscheidet problematisches Konsumverhalten in drei verschiedene Varianten, die sowohl Eltern als auch Kinder betreffen können. Der demonstrative Konsum dient dazu, den persönlichen Status gegenüber anderen durch den Besitz und die Darstellung von materiellen Gütern aufzuwerten. Besitztümer sind dann für die Kinder wichtiger als individuelle Leistung, zum Beispiel in der Schule.

Durch innere Leere, Stress, Frustration, Niederlagen und private Enttäuschungen wird der kompensatorische Konsum ausgelöst. Mit einem Kauf soll dann eine schlechte Erfahrung ausgeglichen werden.

Viele Menschen gönnen sich ab und zu etwas, um dem Alltagsstress zu entkommen. Das ist natürlich nicht verwerflich. Es sollte aber nicht zu einer grundsätzlichen Problemlösung werden, sich etwas Neues anzuschaffen.

Außerdem ist die Kaufsucht ein problematisches Kaufverhalten. Der Süchtige ist meistens nicht vom Kaufobjekt selbst, sondern vom Erleben des Konsums abhängig. Oft ist die Ursache für Kaufsucht eine Selbstwertschwäche. Sobald Eltern ein solches Verhalten bei ihren Kindern entdecken, sollten sie professionelle Hilfe aufsuchen.

Kinder und Konsum: Eltern und Großeltern dürfen nicht wegsehen

Kinder können heute selbstständig entscheiden, wofür sie ihr Geld ausgeben. Das sollte man ihnen auch nicht verbieten. Für Eltern ist es wichtig, darauf zu achten, in welchem Maß und in welcher Form ihr Kind sich mit Konsum beschäftigt. Die Vorbildfunktion ist dabei besonders wichtig. Denn nicht die Werbebranche weiß, was für Kinder am besten ist. Das wissen nur diejenigen, die sich um ihre Kinder sorgen und für sie verantwortlich sind.

10. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.