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Kindergeld für selbstständige Kinder laut BFH-Urteil möglich

Für Kinder bis zum 25. Lebensjahr erhalten Sie Kindergeld, sofern diese sich in Schule, Erstausbildung oder Erststudium befinden oder darauf warten.

Bis zum 21. Geburtstag ist außerdem ein Bezug von Kindergeld bei Arbeitslosigkeit möglich.

Was aber gilt, wenn ein Kind ohne Anstellung versucht, sich durch selbstständiges Arbeiten etwas dazuzuverdienen?

Der Bundesfinanzhof entschied 2014: Dann darf das Finanzamt das Kindergeld trotzdem nicht automatisch streichen.

Eine selbstständige Arbeit von maximal 15 Wochenstunden schadet dem Kindergeld-Anspruch nicht (18.12.2014, Az. III R 9/14).

Fallbeispiel: Tochter war arbeitslos gemeldet und verdiente Geld als Kosmetikerin

Im entschiedenen Fall ging es um die unter 21-jährige Tochter der Klägerin.

Sie war nicht bei der Arbeitsagentur als arbeitssuchend gemeldet. Auf selbstständiger Basis verdiente sie etwas Geld als Kosmetikerin.

Diese Einkünfte aus Gewerbebetrieb teilte sie in 2 aufeinanderfolgenden Jahren auch dem Finanzamt per Einkommensteuererklärung mit.

Im ersten Jahr der Selbstständigkeit machte sie Verluste von knapp 800 € geltend.


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Im zweiten Jahr meldete sie einen Gewinn von etwa 1.730 €, davon rund 830 € aus der eigentlichen Tätigkeit und rund 900 € aus dem Warenverkauf bei Geschäftsaufgabe.

Aufgrund dieser Einkünfte aus Gewerbebetrieb strich das Finanzamt der Mutter rückwirkend das Kindergeld, das sie für diesen Zeitraum bezogen hatte. Als Ihr Einspruch dagegen abgelehnt wurde, zog sie vor Gericht.

Sie argumentierte: Die Selbstständigkeit Ihrer Tochter sei nicht als Beschäftigungs-Verhältnis zu werten.

Zudem sei sie finanziell ohne Erfolg geblieben und dies dürfe sich daher nicht negativ auf den Kindergeld-Anspruch auswirken.

Meldung als „arbeitssuchend“ ist nicht von Belang

Die Richter des Bundesfinanzhofs stellten sich in dieser Frage auf die Seite der Mutter.

Sie stellten klar: Es sei nicht von Belang, ob das Kind bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet sei – das war die Tochter nämlich nicht.

Vielmehr komme es allein darauf an, ob es im sozialversicherungsrechtlichen Sinne beschäftigungslos sei.

Als „beschäftigungslos“ dürfe demnach auch gelten, wer selbstständig weniger als 15 Wochenstunden arbeite.

Die Definition sei in dieser Form ausdrücklich im Dritten Sozialgesetzbuch festgelegt (§ 138 Abs. 3).

Fazit: Einspruch lohnt sich beim Kindergeld oft

Gerade in Sachen Kindergeld ist Streit mit dem Finanzamt oft vorprogrammiert. Die gute Nachricht lautet: Sich zu wehren, lohnt sich oft. Das zeigt auch dieser Fall.

Übrigens ist nicht nur eine Selbstständigkeit unschädlich, sofern die 15-Stunden-Grenze eingehalten wird.

Auch eine bezahlte Mithilfe im Familienbetrieb innerhalb dieser zeitlichen Grenze ist erlaubt, ohne gleich den Kindergeld-Anspruch zu gefährden:

  • Ihr Kind darf also beispielsweise in der heimischen Landwirtschaft mithelfen.
  • Es darf im heimischen Handwerksbetrieb die Stundenzettel erfassen oder die Rechnungsstellung übernehmen.
  • Es darf auch bei einem Industriebetrieb Maschinen einstellen oder warten und dafür ganz normal entlohnt werden.

Sollte das Finanzamt das Kindergeld trotzdem streichen, legen Sie Einspruch ein. Weisen Sie konkret nach, dass die wöchentliche Arbeitszeit Ihres Kindes unter 15 Stunden bleibt.

Dann bekommen Sie bis zum Abschluss des 21. Lebensjahres Ihres Sprösslings auch weiterhin Kindergeld bzw. alternativ dazu haben Sie die Möglichkeit, den Kinderfreibetrag in Anspruch zu nehmen.

Sie sehen also: Die familienfreundliche BFH-Rechtsprechung können Sie sich zunutze machen.

17. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.