MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Kindergeld: Zwei wichtige Urteile unter der Lupe

Der Bundesfinanzhof (BFH) musste sich 2007 mit der Frage beschäftigen, ob Lohnsteuer und Versicherungsprämien die Einkünfte des Kindes mindern.

Dabei befand der BFH: Lohn- und Kirchensteuer sind bei der Einkommensgrenze von 7.680 € nicht mit zu berücksichtigen. Zur Not sollten Eltern die Werbungskosten geltend machen. Von den eigenen Einkünften eines Kindes sind auch nur solche Ausgaben abziehbar, die unvermeidbar sind.

Kindergeld und Steuern: Vermeidbare Kosten

Das Kind war im vorliegenden Fall im Rahmen der Ausbildung Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung geworden. Zusätzlich hatten die Eltern für das Kind in Ausbildung eine private Zusatz-Krankenversicherung abgeschlossen. Derartige Kosten sind aber vermeidbar, da die Mindestvorsorge im Krankheitsfall sichergestellt ist.

Vermeidbar ist auch eine private Rentenversicherung, wenn das Kind gesetzlich pflichtversichert ist. Dann dienen die Aufwendungen laut BFH nicht der aktuellen Existenzsicherung, sondern der Vorsorge. Auch den Abzug der Beiträge für eine Kfz-Haftpflichtversicherung wies das Gericht zurück.

Der Tipp des Experten: Wo die Überschreitung der Einkommensgrenze droht, machen Sie höhere Werbungskosten geltend. So bleibt Ihnen der Anspruch auf Kindergeld erhalten.

Kindergeld-Freigrenze darf nicht überschritten werden!

Nicht ganz so klar war dagegen, wie die Entscheidung zur Kindergeld-Freigrenze ausfallen würde. Im Urteilsfall war die Freigrenze um 4,34 € überschritten – genug, um das Kindergeld komplett zu streichen.

Unter anderem soll dem Fiskus damit beträchtlicher Verwaltungsmehraufwand erspart werden. Indes: Die Regierung erwägt, Kindergeld demnächst unabhängig vom Einkommen des Kindes zu gewähren.

Kindergeld retten bei großem Geldgeschenk

Vor dem FG München ging es 2008 um folgenden Fall: Eine Großmutter hatte ihre Enkelin beschenkt. Das Mädchen hatte zunächst 10.000 € erhalten. Nach dem Tod der Oma weitere 25.000 € als Vermächtnis.

Darüber, was das Kind mit dem Geld anfangen sollte, war bei den Zuwendungen nichts festgelegt worden. Die Vermutung spricht allerdings dafür, dass solche Gelder zumindest teilweise für Konsumzwecke bestimmt sind. Somit ist ein solches Geldgeschenk auf den Grenzbetrag von 7.680 € pro Jahr anzurechnen. Und wenn der überschritten wird, entfällt das Kindergeld.

Kindergeld retten durch Zweckbindung des Geldgeschenks

Die Lösung: In solchen Fällen retten Sie den Anspruch auf Kindergeld durch eine Zweckbindung der Zuwendung. Indem Sie festlegen, dass Ihr Geldgeschenk nicht etwa Konsumzwecken, sondern dem Vermögensaufbau für das Kind dienen soll.

Dafür genügt die Zweckbestimmung als Kapitalanlage, etwa im Schenkungsvertrag oder im Testament. Dann sind nur die aus dem Kapital erwirtschafteten Erträge als Einkünfte des Kindes zu berücksichtigen.

Dies sind nur einige, hoffentlich für Sie wertvolle Tipps, um das Kindergeld zu retten. Informieren Sie sich grundsätzlich über Ihre Möglichkeiten, die Ihnen in Ihrer jeweiligen Situation zur Verfügung stehen. Auf unseren Seiten finden Sie mit Sicherheit noch mehr Tipps zu Ihrem Fall.

10. Februar 2008

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".