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Kirchensteuer auf Aktienhandel: Die Kirche verdient mit

Jeder kennt sie, viele zahlen sie – die Kirchensteuer. Eine Steuer, die die christlichen Religionsgemeinschaften in Deutschland von ihren Mitgliedern einbeziehen. Damit sollen die Ausgaben und Aufwendungen der Kirche finanziert werden.

Die Kirchensteuer im deutschen Aktienhandel

Seit dem 1. Januar 2009 ist die Kirchensteuer Teil der Gesamtsteuer, die bei Kapitalerträgen anfällt. Sie wird ähnlich wie die Lohnsteuer nicht erst am Ende eines Kalenderjahres erhoben, sondern direkt bei Zufluss der Erträge.

Die gesamte Steuerbelastung setzt sich somit zusammen aus:

  • der Kapitalertragssteuer von 25% (Abgeltungssteuer genannt)
  • plus Solidaritätszuschlag (5,5% der Kapitalertragssteuer) und
  • Kirchensteuer (8 oder 9% der Kapitalertragssteuer – abhängig vom Bundesland).

Damit werden alle Kursgewinne, die nach 2009 beim Aktienhandel erzielt wurden, auf diese Weise versteuert. Das gleiche gilt für Spekulationsgewinne und ausgezahlte Dividenden, bei denen das Halbeinkünfteverfahren seit dem 1. Januar 2009 weggefallen ist.

Wer hingegen kein Mitglied bei der Kirche ist, muss auch keine Kirchensteuer zahlen. Für ihn gilt nur die Abgeltungssteuer und der Solidaritätszuschlag.

Wie wird die Kirchensteuer abgeführt?

Die Kapitalertragssteuer ist eine Quellensteuer und wird von den Instituten, die die Kapitalerträge auszahlen – Banken oder Versicherungen – direkt an das Finanzamt abgeführt. Gleiches kann für die Kirchensteuer gelten. Dafür müssen Sie als Anleger einen Antrag bei der Bank stellen, dass diese die Kirchensteuer einbehalten darf, um sie über das Finanzamt an die Kirche zu überweisen.

Voraussetzung dafür ist, dass man Mitglied der Kirche ist und den für sich zutreffenden Kirchensteuersatz (8 oder 9%) bei seiner Bank angibt. Wird hingegen kein Antrag bei der Bank gestellt, wird die Kirchensteuer bei anfallenden Kapitalerträgen nicht einbehalten, sondern ebenfalls mit den Gewinnen überwiesen.

In diesem Fall müssen die Erträge bei der jährlichen Einkommenssteuererklärung angegeben und so an das Finanzamt abgeführt werden.

Berechnung der Kirchensteuer und Gesamtsteuer

Die gesamte Steuerlast besteht aus der Kapitalertragssteuer (Abgeltungssteuer), dem Solidaritätszuschlag (5,5% der Kapitalertragssteuer) und der Kirchensteuer (8 oder 9% der Kapitalertragssteuer). Dabei wird die Kirchensteuer als Sonderausgabe bewertet. Das heißt, dass die zu zahlende Kapitalertragssteuer um die auf die Kapitalerträge entfallende Kirchensteuer reduziert wird.

Damit ergibt sich bei einer festgelegten Kirchensteuer von 8% eine Kapitalertragssteuer von 24,51%. Zusätzlich müssen 1,35% Solidaritätszuschlag und 1,96% Kirchensteuer gezahlt werden. Insgesamt ergibt sich demnach eine Gesamtbelastung von 27,82%.

Sollte der Kirchensteuersatz bei 9% liegen, fallen 24,45% Kapitalertragssteuer, 1,34% Solidaritätszuschlag und 2,20% Kirchensteuer an. Das ergibt eine gesamte Steuerbelastung von 27,99%.

Schlussbetrachtung zur Kirchensteuer

Die Kirche verdient bei jedem gewinnbringenden privaten Aktiengeschäft in Deutschland zwischen 1,96 und 2,20% mit. Dies gilt allerdings nur, wenn der Privatanleger Mitglied der Kirche ist.

13. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Kempe
Von: Michael Kempe. Über den Autor

Der diplomierte Betriebswirt (FH) und ausgebildete Finanzjournalist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Kapitalmarkt – im Besonderen mit Aktien, Fonds und CFDs.