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Klage: Samsung vs. Apple – sind Anleger die großen Verlierer?

Kaum ein Thema beherrschte die Schlagzeilen in den Technik-Gazetten in den vergangenen Jahren so oft wie der langjährige Patentstreit zwischen den beiden Elektronikgiganten Samsung und Apple.

Begonnen hatte die Klagewelle im Frühjahr 2011, als Apple eine Patentklage gegen Samsung in den USA und anderen Ländern anstrengte. Der Hauptvorwurf: Samsung soll das Apple-Handy iPhone kopiert haben. Nur wenig später folgte die Antwort von Samsung durch eine Gegenklage. Der Vorwurf hier: Apple soll bei seinem Smartphone unerlaubt Samsung-Patente verwendet haben. Anschließend folgten weitere Patentklagen und Gegenklagen, bei denen Anleger schon mal den Überblick verlieren können.

Beobachter und Privatanleger fragen sich daher, worum geht es bei der Klage zwischen Samsung und Apple wirklich?


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Klage: Samsung vs. Apple – so fing es an

Oberflächlich betrachtet geht es bei den Klagen um Technik-Patente und Designmuster. Im Mittelpunkt stehen Milliardenforderungen und vor allem die Frage, inwieweit sich Design-Konzepte schützen lassen.

Die Klage zwischen Samsung und Apple hat aber noch einen tieferen Hintergrund. Als Apple im Jahr 2007 erstmals das iPhone  und wenig später den Tablet PC iPad der breiten Öffentlichkeit präsentierte, läutete das Unternehmen eine neue Ära ein. Vor dem iPhone gab es kein Telefon, das ähnlich aussah – es war das erste Telefon mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm. Auch das Marktsegment Tablet PC gab es vorher nicht.

Es geht um Märkte, Werte, Originalität und Innovationen

Das iPhone eroberte die Märkte im Sturm. Andere Anbieter wie zum Beispiel Nokia und BlackBerry, die nicht schnell genug reagierten, mussten einbrechende Absatzzahlen hinnehmen. Samsung hingegen reagierte prompt und ließ im Smartphonekrieg seine Galaxy-Reihe gegen das iPhone und den iPad von Apple antreten. Überhaupt möglich machte dies die Google-Software Android.

Pikant: Zum Zeitpunkt der iPhone-Markteinführung saß Google-Chef Eric Schmidt noch im Verwaltungsrat von Apple und war damit in Pläne des Konzerns eingeweiht. Der damalige und in inzwischen verstorbene Apple-Chef Steve Jobs warf Schmidt daraufhin Verrat vor und soll laut Angaben eines Biografen einen „Atomkrieg“ gegen Samsung ausgerufen haben.

Denn erst mithilfe von Android konnte Samsung seine Ideen verwirklichen, die allerdings den Original-Produkten von Apple ähnlich sehen – zu ähnlich wie eine amerikanische Jury im Jahr 2012 feststellte. Das US-Gericht verdonnerte Samsung zu einer Schadensersatzstrafe in Höhe von 1,049 Mrd. US-$ (etwa 839 Millionen €). Aus den knapp 1,05 Mrd. US-$ sind schließlich rund 930 Mio. US-$ (rund 670 Mio. €) geworden, die Samsung an Apple zahlen muss.

Außer Spesen nix gewesen?

Zwar steht Apple damit zunächst als Gewinner da, doch bei einem wichtigen Punkt konnte sich der Computerhersteller nicht durchsetzen: Samsung darf seine Produkte weiterhin verkaufen, ein dauerhaftes Verkaufsverbot konnte der iPhone-Hersteller nicht erwirken.

Auch den Siegeszug von Android auf dem Smartphone- und Tablet-Markt konnte Apple mit seiner Klagewelle nicht verhindern. Ganz im Gegenteil: Die Google-Software dominiert heute sowohl den Smartphone– als auch den Tablet-Markt.

Zudem war der Rechtsstreit für Apple nicht ganz billig. Rund 200 Mio. US-$ beträgt die Summe, die Apple jährlich für die Bekämpfung von Android-Patenten ausgibt. Geld, das eigentlich den Aktionären gehört. Samsung kommt der verlorene Prozess noch teurer zu stehen, denn diese Kosten muss der südkoreanische Elektronikgigant auch erst einmal kompensieren. Kurzum: Auch Anlegern kam die Klage zwischen Samsung und Apple teuer zu stehen.

14. März 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands