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Klassik nach Marx in Zeiten der Finanzkrise

Seit Ausbruch der Finanzkrise 2007 werden Kapitalismus und freie Marktwirtschaft teilweise infrage gestellt. Die Verlierer dieser Krise sind oftmals nicht in der oberen Einkommensschicht zu finden, während der Diskurs über zu hohe Managergehälter und – abfindungen weiter anhält. Dieses Gefühl der Ungerechtigkeit lässt manche nach neuen Wirtschaftsformen streben.

Schon im 19. Jahrhundert lautete Karl Marx‘ (1818 – 1883) Wirtschaftstheorie: Neue Gesellschaftsformen bedeuten auch neue Wirtschaftsformen. Marx’ These von der Anpassung der Wirtschaftsaktivitäten an die jeweilige Gesellschaftsform erscheint demnach zeitgemäßer denn je.

Besonders in der heutigen Zeit werden die wirtschaftlichen Thesen der Klassik nach Marx stark kontrovers diskutiert, seine Kapitalismuskritik findet gerade in Zeiten der Finanzkrise eine große Anhängerschaft. Denn die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer und der Hauptteil der Bevölkerung kommt nicht mehr mit, wenn Banken und Politik mit Milliarden-Beträgen jonglieren. Eine Auseinandersetzung mit Marx scheint somit schon aus der aktuellen Wirtschaftslage heraus fast unerlässlich.

Marx’ Kritik an den Klassikern

Bis in die 1920er Jahre verloren die klassischen Theorien der Nationalökonomie kaum an Bedeutung. Erst die folgenden Krisenjahre der Wirtschaft zeigten, dass die Klassiker keine Antworten auf diese Krise finden würden. Neue Wirtschaftsformen revolutionierten die Ökonomie des 20.Jahrhunderts, wie z.B. der Keynesianismus nach John Maynard Keynes mit seiner nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik.

Die Sprachlosigkeit der Klassiker angesichts von Krisenzeiten offenbart jedoch das starre Festhalten an wirtschaftlichen Grundsätzen jener Zeit. Marx kritisierte diese kapitalistische Produktionsweise, die einzig den Gewinn im Blick hatte, jedoch nicht den eigentlichen Bedarf.

Abgrenzung zur klassischen Nationalökonomie

Die klassische Nationalökonomie plädiert für eine freie Marktwirtschaft, in der die „unsichtbare Hand“ des Marktes (nach dem Ökonom Adam Smith) für die Selbstorganisation der Marktteilnehmer sorgt. Individualistisches Gewinnstreben kommt letztendlich dem Wohl der Gesellschaft zugute, die Funktion des Staates sollte sich auf den Schutz des Privateigentums und der inneren und äußeren Sicherheit beschränken.

Die Klassik nach Marx kritisiert an den klassischen Theorien, dass insbesondere das individualistische Gewinnstreben zu Lasten der Arbeiterschaft ginge. Marx‘ „Kritik der politischen Ökonomie“ versuchte seit Mitte des 19.Jahrhunderts insbesondere der immer größer werdenden Arbeiterschaft die Augen zu öffnen. Die arbeitende Klasse würde einer kapitalistischen und ausbeuterischen Produktionsweise unterliegen, die nicht mehr länger zu akzeptieren sei.

Marx‘ Untersuchungen legen nahe, dass jede Wirtschaftsform immer auch im Zusammenhang mit dem entwickelten Gesellschaftssystems der jeweiligen Zeit zu sehen ist. Der Stellenwert der wachsenden Arbeiterschaft in der Gesellschaft sollte demnach überdacht werden. An das vorherrschende Gesellschaftssystem soll sich auch die Wirtschaftsweise anpassen.

Umwälzung der Wirtschaftsform

Der Ausschluss von ökonomischen Krisen ist laut Marx ein grundlegender Denkfehler der klassischen Nationalökonomie. Krisen stellen für ihn ein wesentliches Merkmal eines normalen Wirtschaftsprozesses dar.

Wirtschaftsformen können und müssen von Zeit zu Zeit grundlegend überdacht werden. Krisenzeiten gehen diesem Prozess meist voraus. Dieser Wunsch nach Veränderung von wirtschaftlichen Zusammenhängen ist auch in der heutigen Zeit nicht zu übersehen.

Denn große Teile der Bevölkerung würden eine gerechtere Verteilung des Vermögens befürworten und sehen das Auseinanderdriften der Schere zwischen Arm und Reich kritisch. Darüber hinaus ist gerade in Deutschland der demografische Wandel zu spüren und die Rente schon lange nicht mehr sicher.

 

Daraus folgt unter anderem: Die freie Marktwirtschaft steht immer wieder in der Kritik und die Forderung nach staatlichem Eingreifen wird lauter. Somit könnte sich die Wirtschaftsform wieder dem vorherrschenden Gesellschaftssystem anpassen – ganz im Sinne von Marx.

3. März 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.