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Kleinunternehmer-Einkommenssteuer: Die Vor- und Nachteile der KU-Regelung

Mit dem Inkrafttreten des Unternehmenssteuerreformgesetzes von 2008 sollte sich auch der Verwaltungsaufwand von Kleinunternehmern verringern und ihre Wettbewerbsposition verbessern. Der Gesetzgeber hat mit der Regelung für Kleinunternehmer (KU-Regelung) jedoch nur bedingt Vorteile im Wirtschaftsverkehr und bei der Steuerabrechnung geschaffen.

Die Kleinunternehmer-Einkommenssteuer (KU-Einkommenssteuer) beispielsweise hat sich im Grunde nicht vereinfacht.

Darüber hinaus sind für Kleinunternehmer auch Gewerbesteuer oder Körperschaftssteuer nicht per se vom Tisch. Übersteigt der Umsatz eines Gewerbetreibenden 24.500 € im Jahr, wird auch für ihn die Gewerbesteuer fällig. Entscheidend aber ist, dass die mögliche Befreiung von der Zahlung der Umsatzsteuer nur in bestimmten Fällen einen Vorteil bringt.

Der Vorteil der Umsatzsteuerbefreiung bringt wenig

Ausgangspunkt der KU-Regelung war nicht die Kleinunternehmer-Einkommensteuer, sondern der Umsatz entsprechender Unternehmen. Bis zu einer jährlichen Grenze von 17.500 € und einer Umsatz-Entwicklung für das Folgejahr, die 50.000 € nicht übersteigen, hat der Gesetzgeber ein Wahlrecht eingeräumt. Kleinunternehmer müssen dann keine Umsatzsteuer auf ihre Produkte und Leistungen erheben.

Der Vorteil im Verkehr mit dem Finanzamt ist zweifellos der Verzicht auf die Vorsteuererklärung und die einfache Nettoberechnung bei der Steuererklärung.

Der Wettbewerbsvorteil, der mit der KU-Regelung verbunden scheint, stellt sich jedoch sehr schnell als geringfügig heraus. Denn die Annahme, ein Kleinunternehmer könnte nun 19% preiswerter als die Konkurrenz sein, kollidiert gleich doppelt mit den realen Gegebenheiten.

Zum einen muss gerade ein Unternehmer mit kleinem Angebot seine Preise möglichst ausreizen. Denn er kann im Gegensatz zu großen Betrieben Billigkalkulationen nicht über die Masse ausgleichen. Was er jedoch selbst mehr verdient, geht dann über die KU-Einkommenssteuer an den Fiskus.

Zum anderen bringt der Verzicht auf die Umsatzsteuer nur im Geschäft mit dem Verbraucher einen Vorteil. Die meisten Kleinunternehmer aber sind Dienstleister für Unternehmen – und die wiederum sind vorsteuerabzugsberechtigt und wählen daher ihre Kooperationspartner nicht nach Umsatzsteuer-Merkmalen aus.

Kleinunternehmer-Einkommenssteuer: Umsatzsteuer als kostensenkender Faktor

Ist der Kleinunternehmer dagegen selbst vorsteuerabzugsberechtigt, kann auch er eingenommene und ausgegebene Umsatzsteuer verrechnen. Das bringt insbesondere Freiberuflern Vorteile bei der KU-Einkommenssteuer. Die Anschaffung von Material, Arbeitsmitteln und Geräten „befreit“ ihn ebenso von der Umsatzsteuer auf eigene Leistungen wie die KU-Regelung.

Die Einbeziehung der Umsatzsteuer in die Berechnung an sich ist kein Problem. Selbst der Betreiber einer Photovoltaikanlage erlangt durch die eigenständige Stromerzeugung und -lieferung den Status eines Kleinunternehmers. Die Investition wird durch seine Vorsteuerabzugsberechtigung erheblich billiger.

Da den 19% Mehrwertsteuer, die mit den Kosten für die Anlage verausgabt wurden, keine entsprechend gleichwertigen Einnahmen gegenüberstehen, kann er fast den gesamten Anteil in der Einkommenssteuererklärung geltend machen.

9. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.