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Knock-out-Zertifikate: Von Traumrenditen bis zum Totalverlust

Knock-out-Zertifikate sind eine besonders spekulative Form der Geldanlage. Dabei setzen Anleger auf die Kursentwicklung eines Basiswerts. Dieser kann eine spezielle Aktie, ein Aktienindex, das Verhältnis zweier Währungen zueinander oder ein Rohstoffindex sein.

Banken bieten Knock-out-Zertifikate an, um sich damit zu refinanzieren. Anleger werden zu Gläubigern dieser Bank und wetten auf das Steigen oder Fallen eines bestimmten Basiswertes. Dabei sind sowohl Traumrenditen möglich als auch der vollständige Verlust des eingesetzten Kapitals. Knock-out-Zertifikate eignen sich vor allem für erfahrene Anleger, die bereit sind, ein gewisses Risiko einzugehen.

Beispiel für ein Knock-out-Zertifikat

Das Grundprinzip ist einfach: Angenommen, der Kurs der Aktie der Turbo AG beträgt aktuell 50 €. Die Knock-out-Schwelle des Zertifikats, also der Kurs, bei dem das Zertifikat wertlos wird, wurde auf 45 € festgelegt. Der Preis des Zertifikats ist die Differenz zwischen dem Kurs der Basiswertes und der Knock-out-Schwelle, also im Beispiel 5 €.

Die Bank als Emittent des Knock-out-Zertifikats bietet Anlegern nun die Möglichkeit für 5 € ein solches Zertifikat zu erwerben und von den Kursgewinnen der Aktie voll zu  profitieren. Der Anleger profitiert also 1:1 von der Kurssteigerung der Aktie, obwohl er nur einen Bruchteil dessen gezahlt hat. Fällt der Turbo-Kurs um einen Euro, fällt auch der Kurs des Zertifikats um einen Euro.

Ist bis zu einem zuvor festgelegten Stichtag der Kurs der Turbo-Aktie auf beispielsweise 55 € gestiegen, erhalten Anleger den Kaufpreis des Zertifikats zuzüglich des Kursgewinns ausbezahlt, was im Beispiel 10 € wären. Damit beträgt die Rendite des Knock-out-Zertifikats in diesem Fall 100%, während ein Investment in die Aktie lediglich 10% Rendite gebracht hätte.


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Und dieses Verhältnis von 100% zu 10% bezeichnet man als Hebel des Zertifikats. Deswegen werden diese Zertifikate auch Hebel- oder Turbozertifikate genannt, weil  Anleger im Vergleich zu anderen Zertifikaten eine überdurchschnittlich große Wirkung erzielen können.

Totaler Verlust: Die andere Seite der Medaille

Erfahrene Anleger wissen jedoch, dass solche Traumrenditen nur um den Preis eines entsprechend hohen Risikos zu erzielen sind. Dieses steckt in der sogenannten Knock-out-Schwelle, der diese Zertifikate ihren Namen verdanken. Diese wurde im Beispiel bei 45 € festgelegt.

Falls der Basiswert, also die zugrundeliegende Aktie, diese Schwelle unterschreitet, wird das Zertifikat augenblicklich wertlos und das gesamte Investment ist verloren.  Dieses Phänomen wird als Knock-out bezeichnet und es gilt nicht nur für den Stichtag, sondern für die gesamte Laufzeit des Zertifikats.

Der Aktienkurs darf aus Sicht von Anlegern die Knock-out-Schwelle während der Laufzeit des Zertifikats niemals unterschreiten.  Während der Verlust der Aktie im Beispiel 10% beträgt, verliert das Knock-out-Zertifikat 100% seines Wertes. Setzt man mit dem Zertifikat dagegen auf fallende Kurse, gilt die Wirkung analog bei Überschreiten der Knock-Out-Schwelle.

Worauf Anleger beim Kauf von Knock-out-Zertifikaten achten sollten

Anders als im Beispiel fallen beim Kauf von Knock-out-Zertifikaten auch Gebühren an. Zuzüglich zu dem Preis des Zertifikats, im Beispiel 5 € pro Zertifikat, wird die Bank im Regelfall eine Gebühr erheben, die beim Kauf zu entrichten ist.

Dabei sollten Anleger die Gebühren von Knock-out-Zertifikaten verschiedener Emittenten miteinander vergleichen. Von großer Bedeutung ist darüber hinaus die Knock-out-Schwelle. Aktienkurse entwickeln sich meist nicht stetig in eine Richtung. Selbst wenn der langfristige Trend einer Aktie deutlich in eine Richtung weist, kommt es regelmäßig zu kurzfristigen Ausschlägen in beide Richtungen.

Je kleiner nun der prozentuale Unterschied zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswertes und der Knock-out-Schwelle ist, desto größer ist das Risiko – und natürlich auch die Renditechance, die sich durch den dann größeren Hebel ergibt.

Beträgt im Beispiel die Knock-out-Schwelle der Turbo-Aktie 47,50 €, kostet das Zertifikat nur 2,50 € und würde bei einem Aktienkurs von 55 € 200% Rendite abwerfen. Allerdings würde auch die Knock-out-Schwelle bei einem sinkenden Aktienkurs wesentlich eher erreicht werden.

Für wen sich Knock-out-Zertifikate eignen

Bei Knock-out-Zertifikaten besteht die Chance auf hohe Gewinne, jedoch auch das Risiko eines Totalverlusts. Letzteres müssen sich Anleger leisten können, die in diese Zertifikate investieren. Anlegern, die in Knock-out-Zertifikate investieren wollen, sollten idealerweise über Erfahrungen mit Hebelprodukten verfügen.

Zusätzlich sollte man die Bonität des Emittenten im Auge haben, da bei seiner Insolvenz ebenfalls ein Totalverlust des Investments droht, da dieses nicht durch den Einlagensicherungs-Fonds der Banken abgesichert ist. Für Einsteiger sind Knock-out-Zertifikate aufgrund des Risikos eher weniger empfehlenswert.

10. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dr. Jürgen Nawatzki
Von: Dr. Jürgen Nawatzki. Über den Autor

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Dr. Jürgen Nawatzki u. a. als Finanzberater tätig und hat individuelle Lösungen zur Vorsorge, Immobilienfinanzierung und zum Kapitalaufbau für Privatkunden entwickelt. Als Autor möchte er seinen Lesern Informationen und Hintergrundwissen zu Wirtschafts- und Finanzthemen liefern.