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Knut Wicksell: Theorie der stabilen Preise

Die Wahrung stabiler Preise und die Stabilität des Geldwertes sind wesentlicher Bestandteil der wirtschaftswissenschaftlichen Thesen des schwedischen Ökonomen Knut Wicksell (1851 – 1925).

Lange Zeit verkannt, bereichern Wicksells Thesen auch heute noch die modernen Wirtschaftswissenschaften. Nicht nur Wirtschaftstheoretiker sollten sich einer Auseinandersetzung mit dem schwedischen Ökonomen nicht verschließen, auch die Geldpolitik einzelner Notenbanken könnte sich teilweise mehr an Wicksells Aussagen zur Regulierung der Geldmenge orientieren.

Denn die Geldpolitik beeinflusst nicht nur die Konjunktur. Allein die Erwartungshaltung eines konjunkturellen Aufschwungs lässt die Börsen weltweit starke Kursanstiege verzeichnen. Das freut Anleger, doch sollte (nach Wicksell) die Ausweitung der Geldmenge nicht übertrieben werden.

Der Wicksellsche Prozess

Der Wirkung von Zinssätzen auf Preisentwicklungen und die daraus resultierenden geldpolitischen Auswirkungen bestimmten Wicksells Wirtschaftstheorien.

Seine Gedanken zu konjunkturellen Schwankungen wurden als „Wicksellscher Prozess“ bekannt. Der Wicksellsche Prozess untersucht die Auswirkungen von Zinsänderungen, etwa durch eine Geldmengenerhöhung der Zentralbank, auf die Konjunktur.

Die Geldmengenerhöhung und niedrige Zinsen fördern zunächst die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Diese Politik wurde z.B. auch von der Notenbank der USA (Fed) betrieben, die lange Zeit für eine eher lockere Geldpolitik zum Ziele der Konjunkturbelebung eintrat.

Laut Wicksell steigt durch die Geldmengenerhöhung die Kreditnachfrage bei den Banken, da die Unternehmen ihre Investitionstätigkeit steigern müssen, um den Bedarf abdecken zu können. Soweit, so gut, jedoch nimmt das Investitionsvolumen mit der Zeit meist wieder ab.

Die Banken geben jedoch weiter Geld aus und die Geldmenge wird ausgeweitet. Zwar werden wieder weniger Güter hergestellt, die Preise steigen jedoch weiterhin und der inflationäre Prozess nimmt seinen Lauf. Dies wird als der Wicksellsche Prozess bezeichnet.

Knut Wicksell: ein lange verkannter Ökonom

Knut Wicksells Wirtschaftsthesen wurden erst mit einiger Verspätung von der Öffentlichkeit wahrgenommen. Der Grund hierfür: Wicksell publizierte seine Werke nicht auf Englisch, sondern in deutscher Sprache.

Die dominierenden Ökonomen seiner Zeit stammten jedoch aus Großbritannien oder den Vereinigten Staaten und waren der deutschen Sprache nicht mächtig. Die Wertschätzung für Wicksells Arbeiten zur Finanzwissenschaft sowie zur Geld- und Konjunkturtheorie erfolgte somit erst mit einiger Verzögerung.

Aktualität von Wicksells Aussagen

Wicksells Aussagen können auch kritisch gesehen werden: Ganz so einfach, wie der Wicksellsche Prozess es darlegt, kann die Geldpolitik von Zentralbanken nämlich auch nicht betrieben werden. Die Annahme, dass allein die Höhe des Zinses über eine Investition entscheidet, entspricht nicht der ökonomischen Wirklichkeit und vereinfacht die geldpolitische Entscheidungen der Zentralbanken.

Allerdings kann die heutige Politik der Zentralbanken von den Überlegungen Wicksells zur Stabilisierung der Geldpolitik profitieren. Sein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Wahrung der Preisstabilität, die auch von den Zentralbanken in der heutigen Zeit im Blickpunkt behalten werden sollte.

Denn positive Konjunktursignale haben nicht nur Auswirkungen auf die allgemeine Wirtschaftslage. Auch die Börsen reagieren auf positive Konjunkturdaten mit teilweise starken Kursanstiegen – sehr zur Freude der Anleger.

5. März 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.