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Konjunkturzyklus: Einzelne Phasen im Überblick

Der Verlauf der Konjunktur von Volkswirtschaften lässt sich als Graf darstellen.

Der folgt in Zeiten des Aufschwungs einer Kurve nach oben.

Einzelne Phasen des Konjunkturzyklus

Kühlt die Wirtschaft sich daraufhin wieder ab, beschreibt der Graf eine Kurve nach unten. Ein Konjunkturzyklus, der sich so grob in eine Auf- und einer Abschwungphase zweiteilen lässt, beschreibt also eine Wellenbewegung.

Wenn man sich die Welle genauer anschaut, kann man aber noch mehr Phasen ausmachen.

Die meisten Wirtschaftstheorien gehen von vier oder fünf unterscheidbaren Phasen innerhalb eines Konjunkturzyklus aus.

Unterschiede gibt es in der Benennung der einzelnen Phasen und der Frage, in welcher Phase man mit der Beschreibung einsetzt. Einer einfachen Logik folgend beginnen wir hier sozusagen von Null.

Die Depression

In der Tiefphase des Konjunkturzyklus hat die Volkswirtschaft gerade einen Abschwung durchlaufen und ist nun im Tal der Tränen angekommen.

Es herrscht Unterbeschäftigung, also hohe Arbeitslosigkeit, in der Folge liegt die Nachfrage darnieder, die Produktionsanlagen  sind nicht ausgelastet, Preise, Löhne und das Volkseinkommen stehen am Tiefpunkt.

Investitionen finden kaum mehr statt. Die Faktoren und Gründe, warum eine Volkswirtschaft aus diesem Tief herausfinden kann, sind vielfältig. Seien es Innovationen, niedrigere Löhne als in anderen Ländern oder staatliche Stimulierungen der Wirtschaft.

Die Expansion

Auf jeden Fall hat jede Tiefphase auch ein Ende und es beginnt eine Phase, in der es wieder bergauf geht, die Phase des Aufschwungs.

Die Produktionstätigkeit nimmt zu, stillstehende Anlagen werden wieder gebraucht, Unternehmen investieren auf Grund der Nachfrage sogar in neue.

Die Löhne der Arbeitnehmer steigen und damit auch die Kaufkraft der Bevölkerung – der Aufschwung ist in der Regel eine Phase, in der verschiedene Faktoren zusammenkommen und sich gegenseitig verstärken.

Die Boom- oder Hochphase

Nach der aufsteigenden Phase ist irgendwann der Scheitelpunkt erreicht – die Hochphase oder der Wirtschaftsboom. Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Produktivität und Auslastung sind hoch, die Preise und Löhne sind relativ hoch und auch vergleichsweise stabil.

Die Zinsen ziehen weiter an. Die Erwartungen sind optimistisch, daher wird rege investiert trotz hoher Zinsen. Sie steigen weiter und bringen Unternehmen zunehmend in Schwierigkeiten. Der Markt überhitzt schließlich, es kommt zum Abschwung.

Die Rezession

Zunächst verlangsamen sich nur die Wachstumsraten der Volkswirtschaft, dann schrumpft die Wirtschaft. Volkswirtschaftler sprechen dann von einer Rezession, wenn die Wirtschaft in zwei Quartalen nicht mehr wächst oder sogar schrumpft.

Unternehmen verschwinden vom Markt, die Stimmung und die Aussichten finden zunehmend in pessimistischeren Prognosen ihren Ausdruck: Die Nachfrage sinkt, Preise, Löhne und Zinsen meist auch, Produktionsanlagen werden still gelegt und die Arbeitslosigkeit steigt.

Am Ende der Rezession steht die Depression und der Kreislauf beginnt von neuem.

Dauer des Konjunkturzyklus

Wie lange das Durchlaufen der einzelnen Phasen genau dauert kann niemand sagen. Und je nachdem, auf was genau man schaut während eines Zyklus, kommt man auch zu verschiedenen Schlussfolgerungen über die Länge des Konjunkturzyklus.

Einige Theorien gehen von drei bis vier Jahren aus, die Mehrzahl zwischen 5 und zehn Jahren.

Der Kondratjew-Zyklus nimmt grundlegende technische Innovationen in den Blick. Dessen Dauer liegt laut des namensgeben Erfinders bei 40-50 Jahren.

13. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.