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Konsum: Eine wichtige Definition

Der Begriff Konsum ist allgegenwärtig und wird ganz selbstverständlich in vielen verschiedenen Zusammenhängen benutzt. So hört man in den Medien immer wieder von der Konsumgesellschaft, privatem Konsum und Konsumenten.

Allerdings ist der Begriff auch mehr und mehr negativ behaftet. Eine Definition von Konsum ist für jeden interessant und erklärt die Herkunft des Begriffs und seine Merkmale.

Konsum: Definition und Wortherkunft

Das Wort „Konsum“ leitet sich vom lateinischen „consumere“ ab, was für das Verbrauchen und Verwenden ebenso wie für Verzehren steht.

Doch auch mit dem Wort Vergeuden kann der Begriff „consumere“ übersetzt werden. Ganz allgemein betrachtet bezeichnet der Begriff Konsum den Verbrauch von Gütern.

Unter ökonomischen Gesichtspunkten meint eine Definition von Konsum speziell die Auswahl, den Kauf, den Gebrauch und den Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen. Konsumieren im ökonomischen Sinne ist die Tätigkeit des Wählens, Kaufens, Ge- und Verbrauchens.

Güter sind hierbei alle Mittel, die zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse eingesetzt werden können. Die Personen, die konsumieren, sind die Konsumenten. Sie werden häufig auch Verbraucher genannt.

Es gibt einen Unterschied zwischen privatem Konsum und öffentlichem Konsum. Privat konsumieren Haushalte und ihre Mitglieder. Öffentlicher Konsum bezieht sich auf öffentliche Institutionen.

Konsum im 18. und 19. Jahrhundert

In Großbritannien wuchs im frühen 18. Jahrhundert die Industrie und es ergaben sich neue Arbeitsplätze. Das Einkommen der Bürger stieg an und damit auch die Kaufkraft.

Die Nachfrage nach Verbrauchsgütern wie Bier, Tee, Talg, Schnaps, bedruckter Kleidung und Seife stieg. Modezeitschriften wurden sehr beliebt und durch sie wurde die Konsumbereitschaft größer, weil diese Zeitschriften Trends setzten. Schon im 18. Jahrhundert wurde also der Konsum beeinflusst.

Kurze Zeit später zogen auch andere Zeitschriften nach. Nicht nur Großbritannien machte diesen Wandel mit, sondern auch Frankreich, Deutschland und die Niederlande.

Mitte des 19. Jahrhunderts machte die Werbung in Zeitungen, Schaufenstern und Zeitschriften eine große Entwicklung durch und der Konsum wurde kontinuierlich erhöht. Auch die erste Litfaßsäule entstand in dieser Zeit, die viel Platz für Werbung bot.

Die Industrialisierung in Europa und Nordamerika bot vielschichtige Produktions-, Informations- und Transportmöglichkeiten. Die ersten Konsumhäuser wurden zum Ende des 19. Jahrhunderts hin gebaut. Sie zeichneten sich durch feststehende Preise aus. Durch die umfassenden Angebote stiegen auch die Konsumwünsche.

Konsum global: Wann es dazu kam

Der so genannte Massenkonsum wurde mit dem Wiederaufbau Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg eingeleitet. Was früher noch zu den Luxusgütern zählte, wie feine Gewürze und erlesene Stoffe, wurde nun Massenware.

Auch internationale Waren wurden in den 1950er Jahren auf dem Markt verkauft und so wurde der Konsum langsam global. In den 1960er Jahren waren Elektrogeräte der letzte Schrei. Es gab kaum noch einen Haushalt ohne elektrische Hilfsmittel wie elektrische Rasierer oder Kühlschränke.

Der Markt boomte in den 1970er Jahren für Kunststoffmöbel, Energieträger und kostbare Rohstoffe. In den 1980er Jahren gewannen Konsumartikel zu den Bereichen Schönheit und Lifestyle an Bedeutung.

Das Internet bot eine völlig neue Art des Konsums. In dieser Zeit wurde es möglich, Waren direkt aus anderen Ländern zu bestellen und sich von dort aus liefern zu lassen. Mittlerweile kann man von einer globalen Konsumgesellschaft sprechen.

 

Politisierung des Konsums

Auch politische Themen werden für den Konsum immer wichtiger: Medien beschäftigen sich beispielsweise immer öfter kritisch mit den Folgen des Konsums oder NGOs fordern zum Boykott bestimmter Produkte auf.

Aber auch zahlreiche Unternehmen agieren in diesem Feld: Sie versuchen bestimmte Produkte inhaltlich mit Bedeutung aufzuladen und so für den Konsumenten attraktiver zu gestalten. Mit Waren werden also Botschaften verknüpft – so wie es beispielsweise die Firma Krombacher im Jahr 2008 mit ihrem Regenwald-Projekt tat.

Der negative Touch

Die negative Assoziation hat der Begriff Konsum nicht zuletzt wegen seiner wortwörtlichen Übersetzung mit dem Wort Vergeuden.

So wird die moderne Gesellschaft, insbesondere in der westlichen Welt, häufig als eine Konsumgesellschaft bezeichnet, die im absoluten Überfluss lebt und ohne Rücksicht auf die Umwelt konsumiert und Ressourcen verschwendet.

Gerade in Bezug auf Nahrungsmittel stehen immer wieder der Fleischkonsum in Hinblick auf die Umwelt und die Tiere im Fokus und auch über Technik und elektronische Geräte gibt es zahlreiche Debatten zum Thema Notwendigkeit.

Kritiker sagen, dass Konsumbedürfnisse einer starken medialen Beeinflussung unterliegen und nicht mehr den tatsächlichen Grundbedürfnissen eines Menschen entsprechen.

Aus ökonomischer Sicht ist Konsum allerdings unerlässlich, um eine Volkswirtschaft funktionieren zu lassen.

31. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.