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Konsumentenschutz: Der Schutz des Verbrauchers

Jeder Mensch konsumiert – und wird damit zum Verbraucher. Doch als solcher kann er gegenüber dem Unternehmer als Hersteller bzw. Vertreiber der konsumierten Waren unterlegen sein und benachteiligt werden.

Aus diesem Grund gibt es verschiedene Maßnahmen, um den Verbraucher zu schützen. Dieser Konsumenten- bzw. Verbraucherschutz orientiert sich am sogenannten Verbraucherleitbild.

Ökonomisches versus Verbraucherleitbild

In der Wirtschaftswissenschaft geht man in der Regel davon aus, der Mensch sei ein „homo oeconomicus“. Das bedeutet, dass der Mensch grundsätzlich rational und zu seinem eigenen Vorteil handelt, vor allem aber dazu überhaupt in der Lage ist. Dabei wird nicht zwischen Unternehmer  und Verbraucher unterschieden.

Allerdings besagt das nicht das Verbraucherleitbild. So belegen Ergebnisse der Verhaltensökonomik, dass der Mensch nicht immer rational handelt, sondern beispielsweise auch anhand der eigenen Moralvorstellungen agiert. Außerdem benötigt der Verbraucher Informationen des Unternehmens über das Produkt, die er jedoch nur bis zu einem bestimmten Grad aufnehmen kann.

Zu viele Informationen wirken sich also auch nachteilig aus. Unternehmer können insofern die Schwächen des Verbrauchers gezielt ausnutzen, um Konsumanreize zu setzen und letztendlich mehr zu verkaufen. Deshalb setzen sich sowohl staatliche Institutionen als auch private Vereine für den Verbraucherschutz ein.

Insbesondere in Berlin wird der Verbraucherschutz großgeschrieben: So wurde das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 2002 in das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft umbenannt.

Außerdem gibt es dort ein Verbraucherschutz-Netzwerk, das 2003 gegründet wurde und aus circa 200 Verbraucherschutzorganisationen besteht.

Dazu zählen zum Beispiel „foodwatch“ und Stiftung Warentest. Hauptsächlich sollen im Rahmen des Verbraucherschutzes Produktinformationen verfügbarer und transparenter gemacht und der Verbraucher dazu befähigt werden, verantwortlich zu konsumieren.

Der Konsumentenschutz in Deutschland

In Deutschland gibt es keinen einheitlich gesetzlich geregelten Konsumenten- bzw. Verbraucherschutz. Vielmehr sind in den Einzelgesetzen oftmals Regelungen getroffen, die auch den Verbraucherschutz zum Ziel haben, obwohl sie in erster Linie einzelne Bürger in konkreten Situationen schützen.

Insbesondere im Bürgerlichen Gesetzbuch gibt es viele Vorschriften, die den Verbraucher schützen sollen, wie solche über Haustürgeschäfte, Fernabsatzverträge oder den Verbrauchsgüterkauf.

Die allseits bekannten und eingesetzten Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs schützen den Verbraucher nicht vorwiegend, sondern sollen in erster Linie einen Ausgleich zwischen den Vertragsparteien regeln.

Dabei können sie auch bei einem Vertrag zwischen zwei Unternehmern angewendet werden. Das Ziel der Informationsverfügbarkeit bzw. -transparenz wird außerdem im Rahmen einiger Formvorschriften durchgesetzt. So müssen zum Beispiel Grundstückskaufverträge von einem Notar beurkundet werden. Es findet also eine Beratung im Rahmen der Beurkundung durch den Notar statt.

Im öffentlichen Recht gibt es außerdem Vorschriften, die den Verkehr mit Lebensmitteln, Tabakerzeugnissen, kosmetischen Mitteln und sonstigen Bedarfsgegenständen regeln. Auch das Arzneimittelgesetz wirkt sich zugunsten des Verbrauchers aus. Insgesamt wird der Verbraucher so nicht direkt, aber indirekt in den deutschen Gesetzen geschützt.

10. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.