MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Kontopfändung durch das Finanzamt – Schutz durch das P-Konto

Für eine Verschuldung gibt es viele Gründe. Mal sind es nur ein paar Euro, die für einen Fahrschein oder noch ein Bier fehlen, und die schnell wieder zurückgezahlt sind. Manchmal sind es aber auch höhere Summen, für die man einen Kredit aufnehmen muss. Gelingt dem Schuldner dann die Kredittilgung nicht, so kann im schlimmsten Fall eine Kontopfändung durch das Finanzamt die Folge sein.

Um die Gesamtlage des Schuldners im Falle einer Kontopfändung durch das Finanzamt zu verbessern, gibt es seit 2 Jahren das sogenannte P-Konto. Sollte es tatsächlich einmal so weit kommen, dass Ihr Girokonto gepfändet wird, könnte der Pfändungsschutz im Rahmen eines P-Kontos von Vorteil sein.

Folgen der Kontopfändung durch das Finanzamt früher

Eine Kontopfändung durch das Finanzamt bedeutete früher den kompletten Stillstand des ökonomischen Lebens des Schuldners. Denn durch die Sperrung des Girokontos hatte der Kontoinhaber keinerlei Zugriff mehr auf sein Konto. Selbst solche alltäglichen und lebensnotwendigen Vorgänge wie das Überweisen der Miete und Versicherungskosten konnten nicht mehr getätigt werden.

Für den Schuldner kam also zu der Belastung durch die Pfändung an sich noch hinzu, seine Alltagsfinanzen nicht mehr regeln zu können. Gut vorstellbar, dass dies die Gesamtsituation des Schuldners noch deutlich verschlimmerte.

Schutz des Schuldners durch das neue P-Konto

Um die Situation der Schuldner nach einer Kontopfändung durch das Finanzamt zu verbessern, führte die Regierung im Juli 2010 das Pfändungsschutzkonto (kurz: P-Konto) ein. Seit dem 1. Januar 2012 wird der Kontopfändungsschutz vollständig darüber abgewickelt.

Durch diese Gesetzesänderung haben alle Schuldner im Falle einer Kontopfändung durch das Finanzamt die Möglichkeit, die Umwandlung ihres Girokontos in ein P-Konto zu beantragen. Diese Form des Girokontos erleichtert einem Schuldner nach Pfändung seines Kontos die Aufrechterhaltung seines Wirtschaftslebens und Zahlungsverkehrs deutlich.

Im Vergleich zu früher hat er im Rahmen des P-Kontos nun nämlich die Möglichkeit, immer noch Geld bargeldlos zu transferieren. Es ist also weiterhin möglich, beispielsweise regelmäßig die Miete zu überweisen, Versicherungsbeiträge per Lastschrift abgebucht zu bekommen usw.

Wie bei einem herkömmlichen Girokonto fallen auch bei einem P-Konto entsprechende Kosten an, die allerdings nicht höher als die üblichen Gebühren sein dürfen. Zudem bietet das P-Konto den Vorteil des Pfändungsschutzes, wie der Name schon sagt. So wird ein bestimmter Teil des Kontoguthabens vor Pfändung geschützt.

Dieser Pfändungsschutz soll dem Schuldner eine angemessene Lebensführung ermöglichen. Hierfür wurde gesetzlich ein Basispfändungsschutz von monatlich 1028,89 € festgelegt. Dieser Betrag kann in bestimmten Situationen jedoch erhöht werden, beispielsweise wenn der Schuldner für den Unterhalt weiterer Personen verantwortlich ist.

Für die 1. Person erhöht sich der Basisbetrag um 387,22 €, für die 2. bis 5. Person kommen jeweils weitere 215,73 € hinzu. Zudem fallen einige einmalige Sozialleistungen und solche aufgrund körperlicher Beeinträchtigung unter den Pfändungsschutz. Für Eltern werden zudem das Kindergeld und Kinderzuschläge unpfändbar. Für solche Erhöhungen des Basispfändungsschutzes sind bei der Bank entsprechende Nachweise vorzulegen.

24. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.