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Kontraktive Geldpolitik zur Inflationsbekämpfung: Nachteile überwiegen

Die kontraktive Geldpolitik – oft auch als restriktive Geldpolitik bezeichnet – beschreibt die gezielte Verminderung der Geldmenge in einer Volkswirtschaft.

Zentralbanken nutzen die Möglichkeiten der kontraktiven Geldpolitik um die Wirtschaft in Phasen der Hochkonjunktur (Boom) abzukühlen.

Hier erfahren volkswirtschaftlich interessierte Leser welche Auswirkungen eine kontraktive Geldpolitik auf die Realwirtschaft hat.

Möglichkeiten zur Verminderung der Geldmenge

Um kontraktive Geldpolitik umzusetzen, nutzen Banken sowohl Offenmarktgeschäfte als auch Mindestreservevorschriften für die Banken.

Mehr zum Thema: Instrumente der Geldpolitik

Zusätzlich kann der Leitzinssatz erhöht werden. Ein erhöhter Leitzinssatz verteuert die Kredite und somit auch die Investitionen.

Teurere Kredite führen zu weniger Investitionen und so sinkt die insgesamt eingesetzte Geldmenge.

Kontraktive Geldpolitik: Auswirkung auf die Inflationsrate

Das wichtigste Ziel der kontraktiven Geldpolitik ist meist das Eindämmen der Inflation.

Damit wollen die Zentralbanken die Preisstabilität in einer Volkswirtschaft gewährleisten und damit die negativen Auswirkungen einer hohen Inflation zu verhindern.

Doch die Maßnahmen zur Inflationseindämmung kühlen auch das Konjunkturklima ab und hemmen damit das Wirtschaftswachstum. Die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen sinkt. Als Folge dessen sinken auch die Preise.

Gerät der Wirtschaftsmotor – durch den geringeren Anreiz zu Investieren und das geringere Investitionskapital – erst einmal ins Stocken so hat dies oft schwerwiegende  Auswirkungen auf die Realwirtschaft.

Mehr zum Thema: Restriktive Geldpolitik und ihre Auswirkungen

Vorteile der kontraktiven Geldpolitik

Verfechter der kontraktiven Geldpolitik argumentieren jedoch dagegen.

Inflation führt zu steigenden Preisen, diese fehlende Preisstabilität hat starke Auswirkungen auf die Kaufkraft der Verbraucher in einer Volkswirtschaft.

Durch die Schwankungen ihrer Kaufkraft werden Verbraucher nervös und unberechenbar. Das Konsumverhalten – und damit die Binnennachfrage – ist anschließend nicht mehr vorhersehbar.

Mehr zum Thema: Geldpolitik der EZB: Preisstabilität ist oberstes Gebot

In einer solchen Situation tendieren Unternehmen dazu weniger zu investieren und zu produzieren.  Diese Reaktion der Unternehmen wird dadurch begründet, dass eine Überproduktion (Es wurde mehr produziert als nachgefragt wird) für ein Unternehmen schlimmere Auswirkungen hat als eine Unterproduktion (Es wird weniger produziert als verkauft werden könnte).

Um das zu verhindern, und ein stabiles Konsumverhalten aufzubauen, braucht es ein hohes Maß an Vertrauen in die Preisstabilität.

Übermäßige Inflation muss also – laut den Verfechtern kontraktiver Geldpolitik – durch eine Reduzierung der verfügbaren Geldmenge bekämpft werden.

Das Problem an dieser Argumentation ist jedoch ein Grundlegendes: Es ist für Zentralbanken fast unmöglich die Effekte der Geldpolitik im Detail vorherzusehen. Die Geldpolitik ist ein komplexes Instrument das von vielen variablen Faktoren beeinflusst wird.

Mehr zum Thema: Geldpolitik: Definition, Wirkung und Ziel

Risiken überwiegen

Falls die kontraktive Geldpolitik die Realwirtschaft stärker eindämmt, als dringend nötig um die Inflation zu bekämpfen, so entsteht das Risiko in eine Abwärtsspirale aus Stagnation und Rezession zu rutschen.

Im ungünstigsten Fall entsteht dadurch eine schwere Wirtschaftskrise mit negativen Folgen für Staaten, Banken, Unternehmen und Verbraucher.

27. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Frei
Von: Michael Frei. Über den Autor

Der Autor beschäftigt sich seit 8 Jahren intensiv mit den Kapitalmärkten. Michael Frei ist studierter Ökonom und im Finanzsektor tätig. Mit seinem Wissen hilft er den Lesern von GeVestor wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.