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Krankentagegeld-Versicherung: Welche Pflichten sie hat

Im Eifer des Gefechts ist ein Unfall oftmals schneller geschehen, als er allen Beteiligten lieb ist. Das Unfallopfer hat den Schmerz und die Versicherung meist die Kosten.

Die Kosten für das Krankentagegeld muss die Versicherung auf jeden Fall tragen – auch wenn der Arbeitnehmer mit ein paar Umstrukturierungen seiner Tätigkeit trotz Verletzung weiterhin nachgehen könnte. Ebenso ist sie zahlungspflichtig, wenn der Versicherte während der Vertragslaufzeit seinen Arbeitsplatz verliert.

Krankentagegeld: Empfänger muss sich nicht umorganisieren

Wie der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden hat, kann die Versicherung nicht verlangen, dass Selbstständige nach einem Unfall ihren Arbeitsalltag so umorganisieren, dass sie weiter arbeiten können.

Im konkreten Fall hatte sich eine selbstständige Werbekauffrau verletzt und erhielt deshalb Krankentagegeld. Nach einem Treppensturz litt sie an schweren Schmerzen im Schulterbereich, sodass sie ihren Musterkoffer nicht mehr zu Treffen mit Klienten mitnehmen konnte.

Versicherung zahlte Krankentagegeld nicht mehr

Zunächst wurde das Krankentagegeld mehrere Monate gezahlt. Ihre Versicherung wies sie dann jedoch darauf hin, dass durch einige Änderungen in den Arbeitsabläufen der Werbekauffrau ein Weiterarbeiten durchaus möglich sei:


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Durch die Benutzung eines Trolleys könne die Frau sich das Tragen des schweren Koffers ersparen. Basierend auf dieser Argumentation stellte die Versicherung deshalb die Zahlung des Krankentagegeldes ein

Krankentagegeld ist keine Berufsunfähigkeitsversicherung

Generell ist es jedoch so, dass durch Krankentagegeld die bislang ausgeübte Tätigkeit in ihrer konkreten Ausprägung abgedeckt wird. Anders als bei einer Berufsunfähigkeit, kann die Versicherung deshalb nicht argumentieren, dass sich der Versicherungsnehmer umorganisieren muss.

Der Frau ist es deshalb nicht zuzumuten, ihre bisherige Tätigkeit unter geänderten Bedingungen durch Kapitaleinsatz fortzuführen, wie der BGH mitteilt. GeVestor.de meint: eine wichtige und richtige Entscheidung, die in erster Linie für Selbstständige vorteilhaft ist.

Allerdings ist davon auszugehen, dass sich der BGH in naher Zukunft erneut mit der Zahlung bzw. Nichtzahlung von Krankentagegeld auseinandersetzen muss. Bislang ist nämlich noch nicht geklärt, wie sich die Sachlage gestaltet, wenn die Versicherung die notwendigen Kosten für die Umorganisation des Arbeitsplatzes übernimmt.

BGH-Urteil gibt versichertem Arbeitslosen recht

Schwerer Unfall, Krankenhaus, arbeitsunfähig – ein Fall für die Krankentagegeld-Versicherung; wenn der Versicherte nicht arbeitslos ist. So argumentierte die Krankenversicherung. Und sie hat vor dem Bundesgerichtshof nicht Recht bekommen.

Der Sachverhalt: Ein 54-Jähriger hatte 12 Monate nach seiner Entlassung aus dem Job einen schweren Skiunfall. Für die dadurch verursachte, 8 Monate lange Arbeitsunfähigkeit forderte er von seiner Krankenversicherung Krankentagegeld. Die Versicherung wollte jedoch nicht zahlen, da der Vertrag mit dem Verlust der Stelle geendet habe.

BGH: Krankentagegeld-Versicherung ist soziale Absicherung

Der BGH sieht den Vertragszweck der Krankentagegeld-Versicherung jedoch als Mittel der sozialen Absicherung. Daher, so die Begründung, sei dem Versicherten eine ihm aufgezwungene, endgültige und ersatzlose Beendigung nicht zuzumuten.

Die Versicherungsfähigkeit dürfe nicht an ein ununterbrochenes, festes Arbeitsverhältnis geknüpft werden, denn dies führe beim Versicherten zu einer unangemessenen Benachteiligung.

Krankentagegeld-Versicherung muss an Arbeitssuchende zahlen

Dr. Erhard Liemen vom „Deutschen Wirtschaftsbrief“ zitiert die Urteilsbegründung: Auch Zeiten der Arbeitssuche seien Teil der auf die Erzielung von Verdienst gerichteten Erwerbstätigkeit. Darauf, und nicht lediglich auf ein bestimmtes Arbeitsverhältnis, beziehe sich der Versicherungsschutz.

Der Schutz entfalle erst dann, wenn der Versicherungsnehmer keine Tätigkeit mehr aufnehmen will. Oder es müsse feststehen, dass die Arbeitssuche trotz ernsthafter Bemühungen erfolglos bleiben wird. Das aber müsse die Krankenversicherung erst einmal nachweisen können.

18. Januar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.