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Gesetzlich oder privat: Krankenversicherung nicht leichtfertig wechseln

Gehören auch Sie zu den Menschen, deren E-Mail-Postfach sich zunehmend mit unerwünschter Werbung und allerlei Angeboten füllt? Dann kennen Sie sicher auch die zahlreichen Spam-Mails, mit denen Ihnen ein supergünstiger privater Krankenversicherungs-Tarif angeboten wird. Klicken Sie solche Mails weg, denn sie sind unseriös!

Und auch bei ganz seriösen Angeboten, von der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung zu wechseln, lassen Sie besser Vorsicht walten. Selbst wenn die angebotene Versicherung auf den ersten Blick höchst attraktiv erscheint, ist Vorsicht geboten.

Verlockend: niedrige Prämien, großer Leistungsumfang

Privat versichern können Sie sich ab einem Jahreseinkommen von 54.900 €. Das entspricht monatlich 4.575 €. Bei Selbstständigen ist die private Krankenversicherung – unabhängig vom Einkommen – die Regel und nicht die Ausnahme.

Was spricht für eine private Krankenversicherung? Je jünger und gesünder Sie sind, desto verlockender die Aussichten. Denn: Sie zahlen dann oft geringere Beiträge als in der gesetzlichen Krankenkasse. Und der Leistungsumfang ist häufig größer.


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So können Sie als Privatversicherter häufig beispielsweise Chefarztbehandlung beanspruchen oder erhalten ein Einzelzimmer im Krankenhaus. Das klingt zunächst einmal prima. Doch leider überwiegen auf Dauer die Nachteile diese genannten Vorteile bei Weitem:

Beiträge sinken nicht, wenn das Einkommen sinkt

Ein riesengroßer Nachteil der privaten Krankenversicherung sind die fixen Beiträge, die nicht vom Einkommen abhängen. In der gesetzlichen Krankenkasse zahlen Sie stets einen bestimmten Prozentsatz Ihres Einkommens als Beitrag. Dafür haben Sie Anspruch auf sämtliche, gesetzlich festgelegte Leistungen. In der privaten Krankenversicherung dagegen hängt der Beitrag nicht von Ihrem Einkommen ab.

Vielmehr spielt in den meisten Tarifen Ihr Gesundheitszustand und Ihr Alter eine Rolle – und natürlich der gewünschte Leistungsumfang. Erfreulich ist das natürlich bei hohem Einkommen. Aber angenommen, Ihr Einkommen sinkt oder Sie werden zeitweise arbeitslos: Dann kann es vorkommen, dass Sie sich die fixen Prämien der privaten Krankenversicherung plötzlich nicht mehr leisten können.

Zwar räumt Ihnen der Gesetzgeber die Möglichkeit ein, in den Basistarif zu wechseln; also in einen Tarif, der im Leistungsumfang dem der gesetzlichen Krankenkassen entspricht. Aber der ist mit rund 600 € im Monat immer noch nicht günstig. Und er wird auch nicht günstiger, wenn Sie gerade wenig verdienen…

Beiträge steigen im Alter – trotz Alters-Rückstellungen

Ein weiterer Nachteil sei hier angeführt: Im Alter steigen die Beiträge meist dramatisch an. Zum einen ist das so, weil Sie als Versicherte/r dann häufiger zum Arzt gehen, mehr Medikamente brauchen und sich womöglich auch des Öfteren stationär in ein Krankenhaus begeben müssen. Zum anderen ist es so, da der medizinische Fortschritt unaufhaltsam voranschreitet und eine Kostensteigerung mit sich bringt; Es werden immer mehr neue, teure Diagnose- und Behandlungs-Verfahren entwickelt.

Auch die Zahl neuer, teurer Medikamente steigt. Das heißt, die Krankenversicherung muss im Alter mehr Geld für Sie ausgeben. Entsprechend verlangt sie auch höhere Prämien, damit das Ganze sich für sie noch rentiert. Noch eine weitere Sache kommt hinzu: die extrem niedrigen Zinsen. Die machen den privaten Krankenversicherern nämlich echte Probleme.

Denn normalerweise bilden die Versicherer sogenannte Alters-Rückstellungen: Ein Teil der Prämien, die ein Versicherter in jungen Jahren einzahlt, wird für später angelegt. Damit soll ein übermäßiger Prämien-Anstieg im Alter verhindert werden. Allerdings gibt es für diese Alters-Rückstellungen aktuell so gut wie keine Zinsen. Das Geld vermehrt sich also nicht. Da kann eine Versicherung noch so viel Geld für später zurücklegen – verhindern wird sie damit nicht, dass die Prämien immer mehr ansteigen.

Ausgerechnet im Alter, wenn das Einkommen – sprich: die Rente – ohnehin geringer ist als im aktiven Arbeitsleben, steigen die Krankenversicherungs-Beiträge enorm an. Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse ist dann nicht mehr möglich. Sie sehen also: Der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung hat einen Pferdefuß. Lassen Sie sich darauf besser nicht ein! Die finanziellen Risiken sind einfach zu hoch.

12. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.