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Kreditbürgschaft: Manchmal sittenwidrig, aber allemal gefährlich

Unterschreibt die Ehefrau als „zweite Darlehensnehmerin“ einen Kreditvertrag, dann kann es sich dabei um eine sittenwidrige Ehegattenbürgschaft handeln. So urteilte kürzlich das Oberlandesgericht Dresden im Dezember 2006.

In dem vorliegenden Fall hatte eine Ehefrau aus Gefälligkeit den Vertrag über ein Darlehen in Höhe von 10.000 Euro für Ihren Mann mit unterschrieben, das er für seine Existenzgründung benötigte. Als die Geschäfte des Mannes schlechter liefen und die Ehefrau ihre Stelle als Verkäuferin verlor, kamen die beiden in Zahlungsschwierigkeiten.

Die Bank verlangte die Rückzahlung der noch ausstehenden Restschuld in Höhe von 6.000 Euro von beiden Ehepartnern. Dagegen setzte sich die Ehefrau zu Wehr. Denn nach ihrer Auffassung habe die Bank mit ihr als zweiter Darlehensnehmerin keinen Kreditvertrag, sondern einen sittenwidrigen Ehegattenbürgschaftsvertrag geschlossen.

Kreditbürgschaft stellte sich als sittenwidrig heraus

Das Oberlandesgericht bestätigte dies. Mit einem Jahresverdienst von rund 10.000 Euro und ihrer Verpflichtung, zwei minderjährige Kinder zu versorgen, sei die Klägerin von Anbeginn an niemals in der Lage gewesen, das Darlehen zu tilgen.


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Gerade bei Existenzgründern verlangen Banken oftmals die Unterschrift des Ehepartners. Damit wollen sie die den Partner mit in die Haftung einbeziehen, um möglichen Vermögensverschiebungen zwischen beiden vorzubeugen.

Aber Achtung: Eine solche Bürgschaft kann als sittenwidrig eingestuft werden – besonders wenn klar ist, dass Ihr Ehemann oder Ihre Ehefrau niemals in der Lage sein wird, auch nur die Zinsen des aufgenommen Darlehensbetrages oder gar die gesamte Darlehenssumme zurückzuzahlen.

Verlassen sollten Sie sich aber nicht darauf: Wenn Sie als zweiter Darlehensnehmer oder als Bürge einspringen sollen, helfen Sie dem Darlehensnehmer lieber, Möglichkeiten auszukundschaften, wie sich der Kredit anderweitig besichern lässt. Denn nicht immer haben Sie gute Aussichten, vor Gericht aus der Haftung für die Rückzahlung wieder herauszukommen.

Vorsicht vor der Schuldenfalle: Kreditbürgschaft als Risiko

Obwohl immer wieder darauf verwiesen wird: Trotz der möglichen verheerenden Folgen für den Bürgen ist die Bürgschaft immer noch ein gängiges Sicherungsmittel. Gerade bei Geschäftskrediten, aber auch beim Autokauf, Miet-, Leasing- und Handyverträgen wird sie gerne eingesetzt. Kann der eigentliche Schuldner nicht zahlen, muss der Bürge für seine Zahlungsverpflichtungen einspringen.

Die wenigsten machen sich Gedanken über die möglichen Folgen einer Bürgschaft. Gerade Banken verlangen oftmals bei Existenzgründern die Unterschrift der Ehefrau. Indem sie die Ehefrau mit in die Haftung nimmt, versucht sie, Vermögensverschiebungen zwischen den Ehepartnern vorzubeugen.

Treten Sie nach Möglichkeit nicht als Bürge für jemanden ein, da Sie sonst leicht in die Überschuldung getrieben werden können. Sollte der eigentliche Schuldner nicht zahlen können, sind Sie dran. Falls Sie nicht in der Lage sind, für die Schuldenssumme aufzukommen, drohen Ihnen schlimme Konsequenzen:

Die Bank sperrt Ihr Konto und im schlechtesten Fall droht Ihnen die private Insolvenz. Dann wird für sechs Jahre alles gepfändet, was nicht zum Existenzminimum gehört.

Alternativen zur Bürgschaft

Falls Sie selbst eine Sicherung für einen Kredit suchen, prüfen Sie die Alternativen zu einer Bürgschaft. Vielleicht haben Sie Vermögenswerte wie zum Beispiel Ihr Auto, Ihr Haus oder Wertpapiere, die von der Bank als Sicherheit akzeptiert werden. Eine gute Bank wird Ihnen die Alternativen aufzeigen.

So besteht zum Beispiel auch die Möglichkeit, eine Kredit- oder eine Risikoversicherung abzuschließen. Besteht Ihre Bank beharrlich auf einer Bürgschaft, sollten Sie das Kreditinstitut wechseln. Und wenn es mal gar nicht ohne Bürgschaft geht: Begrenzen Sie die Bürgschaftshöhe und befristen Sie den Bürgschaftsvertrag.

16. Februar 2007

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.