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Kredit- statt Zinsrisiko: Warum man Zinsanlagen tauscht

Gleich ob es um Investments oder Kredite geht, in der Finanzwelt gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie zu optimieren bzw. zu sichern.

Ein galanter Weg, der meist von Firmen, Banken oder Fonds genutzt wird, ist der Swap: Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten werden einfach unter zwei Partnern getauscht, um von den spezifischen Konditionen des jeweils anderen zu profitieren. Es gibt etliche Arten von Swaps.

Asset Swap: Erklärung des Begriffs

In Bezug auf Währungen und vor allem Zinsen ist häufig von Asset Swaps die Rede. Wer aber für Asset Swap eine Erklärung sucht, wird durch eine verbreitete unscharfe Begriffsverwendung schnell in die Irre geführt. Vielfach heißt es bei der Asset Swap Erklärung, es handele sich allgemein um den Tausch von Vermögenswerten bzw. Zahlungsverpflichtungen, wobei es in der Regel um Asset based Swaps, also um Zinsswaps geht.

Damit nun bei den Begriffen nicht ein Swap in den anderen schwappt, ist folgende Trennung wichtig:

Mit Zahlungsverpflichtungen sind nicht in erster Linie solche gemeint, die man in Form von Verbindlichkeiten trägt, wie dies bei Krediten der Fall ist. Dann würde es sich nämlich um einen Liability Swap handeln: Beide Partner tauschen ihre Verbindlichkeiten, nutzen jeweils bestimmte Konditionen des anderen, die sie selbst nicht haben, und gleichen sich durch gegenseitige Zahlungen aus. Üblicherweise werden feste gegen variable Zinsen getauscht.


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Tausch von Vermögenswerten

In der Asset Swap Erklärung hingegen ergibt sich die Abgrenzung schon aus Asset, zu Deutsch Vermögenswert, also dem Gegenteil einer Verbindlichkeit. Zahlungsverpflichtungen sind hier solche, die ein anderer etwa auf ein Anleiheinvestment in Form von Zinszahlungen zu erfüllen hat. Man tauscht mit dem Ziel, das Zinsänderungsrisiko unkompliziert zu reduzieren. Dafür wiederum wird, so wie beim häufiger vorkommenden Liability Swap, das Kreditrisiko des Partners übernommen.

Jeder von beiden spekuliert darauf, mit dem Tausch eine Absicherung bzw. einen Mehrwert zu erzielen. So lässt sich mit Asset Swaps der Umstand ersparen, festverzinsliche Wertpapiere zu verkaufen, weil die Zinsen steigen. Die Zinszahlungen werden in zinsvariable Zahlungen getauscht, bei sinkenden Zinsen umgekehrt.

Außerdem können Renditedifferenzen zwischen Wertpapieren eines Emittenten genutzt werden, indem durch den Swap Zinsen und Tilgungszahlungen des günstigsten Wertpapiers in die vom Anleger gewünschte Struktur umgewandelt werden.

Feste gegen variable Zinsen und umgekehrt

Typisch für einen Asset Swap sind Anleihen zum festen Zinssatz. Anschließend wird ein Swappartner für die Finanzierung der Anleihe gesucht – eine Bank bzw. ein Investor. Dieser stellt Geld zu einem variablen Marktzins zur Verfügung, das zur Anschaffung der Anleihe dient.

Der Anleger spekuliert darauf, dass der erhaltene fixe Zinssatz höher ist als der durchschnittliche variable Zinssatz des Vertragspartners, und die Finanzierungsform somit Rendite abwirft. Für den Investor besteht der Sinn darin, dass er nur das Kreditrisiko, nicht aber das Zinsrisiko übernimmt, das der Anleihebesitzer trägt.

Asset Swap und Equity Swap bei ETFs

Nach diesem Prinzip verfahren auch Fonds, ETFs zum Beispiel, die die Wertentwicklung eines bestimmten Index synthetisch abbilden. Synthetisch bedeutet, dass sie nicht alle Wertpapiere des Index halten, sondern vereinfacht gesagt, irgendwelche Papiere. Beim Asset Swap sind es Anleihen. Der Fonds zahlt der Bank deren Erträge, die wiederum bezahlt im Gegenzug die Performance des Index.

Damit bleibt ein synthetischer ETF etwas genauer an der Indexperformance als ein voll replizierender ETF, der mit Kostenaufwand alle Wertpapiere kaufen muss. Tauscht der Fonds allerdings statt Anleihen Aktien, handelt es sich um einen Equity Swap; es sind keine Zinsen im Spiel, sondern Erträge aus Aktien, also einer Firmenbeteiligung (Equity).

Obwohl, wie erwähnt, beim Swap das Kreditrisiko zugunsten stabiler Erträge in Kauf genommen wird, so wird es bei ETFs dennoch nicht auf den Privatanleger übertragen. Der Swap Anteil ist gesetzlich auf 10% begrenzt. Und üblicherweise wird das Ausfallrisiko der Bank durch zusätzliche Sicherheiten bis auf ein Minimum heruntergefahren.

Insgesamt sind Swaps eine Variante, Portfolios einfach durch den Leistungsaustausch auf bestimmte Bestandteile einer Anlage zu optimieren, und zwar ohne Neuverträge, Transaktionskosten oder Börsengebühren.

24. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.