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Kreditaufnahme: Keine Kapital-Lebensversicherung aufschwatzen lassen!

Aufgepasst bei der Immobilien-Finanzierung! Ein von Bank- und Finanzberatern gerne empfohlenes Modell hat zahlreiche Tücken: die Kombination von Kredit und Kapital-Lebensversicherung.

Lesen Sie im Folgenden, warum Sie sich darauf nicht einlassen sollten und was der Bundesgerichtshof jetzt dazu beschlossen hat.

Immobilienkredit: 2 Varianten, aber nur eine ist gut

Normalerweise läuft eine Immobilien-Finanzierung so (Variante 1): Sie nehmen ein sogenanntes Annuitäten-Darlehen auf und zahlen Monat für Monat ihre Rate. Diese setzt sich zusammen aus einem Zins- und einem Tilgungs-Anteil. Anfangs bestreiten Sie mit dieser Rate vorwiegend die Zinslast und tilgen nur ein paar Prozent Ihrer Darlehens-Schuld. Aber das ändert sich bald.

Je mehr Raten Sie bereits bezahlt haben, desto geringer wird der Zins-, desto höher der Tilgungs-Anteil. Denn mit fortschreitender Darlehens-Laufzeit wird Ihre Restschuld kleiner. Auf diese Weise sparen Sie immer mehr Zinsen. Das ist zu Ihrem Vorteil – und zum Nachteil der Anbieter.

Genau deshalb wird gerne ein anderes Modell empfohlen (Variante 2): ein endfälliges Darlehen kombiniert mit einer Kapital-Lebensversicherung. Das Darlehen bleibt hier über die gesamte Laufzeit ungetilgt. Ihre monatlichen Raten zahlen Sie stattdessen in eine Lebensversicherung ein, und zwar in eine kapitalbildende, bei der Sie am Ende der Laufzeit eine höhere Geldsumme ausbezahlt bekommen. Die Rechte aus der Lebensversicherung treten Sie als Sicherheit für den Kredit an die Bank ab.

Ein Finanzierungsmodell mit vielen Nachteilen

Die Finanzberater streichen gerne die vermeintlichen Vorteile dieser zweiten Variante heraus: Dann sind Ihre Lieben abgesichert, wenn Ihnen etwas passiert. Denn mit der Todesfall-Leistung aus der Versicherung lässt sich notfalls die Darlehens-Schuld begleichen.


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Die Nachteile werden aber verschwiegen, und sie sind enorm:

  1. Dadurch, dass ein solches Darlehen bis zur Endfälligkeit ungetilgt stehen bleibt, laufen viel mehr Sollzinsen auf als bei einem Annuitäten-Darlehen. Es kostet somit deutlich mehr als Letzteres, bei dem sich die Darlehens-Summe durch laufende Tilgung ständig weiter verringert.
  2. Die Kapital-Lebensversicherung kostet ebenfalls Geld, nämlich für die Verwaltung und die Provisionen für den Vermittler. Sie haben also neben den Sollzinsen für den Kredit noch einen zweiten Kostenblock zu stemmen: das Geld, das beim Versicherer hängenbleibt.
  3. Die Kapital-Lebensversicherung erwirtschaftet so gut wie immer deutlich weniger, als nötig ist, um den Kredit zu tilgen. Am Ende reicht die Auszahlung oft gar nicht, um die Kreditschuld zu tilgen. Und sie stehen noch mit einem Batzen ungetilgter Schulden da.

Ein vierter Nachteil ergibt sich aus der jüngsten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Und auch dieser hat gravierende Folgen:

BGH: Bei Kredit-Widerruf kein Recht auf Rückabwicklung der Versicherung

Angenommen, beim Kredit-Abschluss ist etwas nicht ganz sauber gelaufen. Das ist etwa der Fall, wenn die Widerrufs-Belehrung der Bank fehlerhaft war. Dann haben Sie das Recht den Kredit zu widerrufen. Bei Annuitäten-Darlehen ist das kein Problem. Der Vertrag wird dann rückabgewickelt.

Was aber passiert bei endfälligen Krediten in Verbindung mit einer Kapital-Lebensversicherung? – Klar: Der Kredit lässt sich problemlos rückgängig machen. Was aber gilt für die damit kombinierte Kapital-Lebensversicherung? Zum Nachteil der Verbraucher hat der Bundesgerichtshof entschieden: Sie haben kein Recht auf Rückabwicklung. Der Bundesgerichtshof geht davon aus, dass es sich hier nicht um ein „verbundenes Geschäft“ handelt, dass also Kredit und Lebensversicherung sozusagen aus einer Hand vertrieben worden sind.

Er sieht die beiden Verträge als getrennte Geschäfte, die auch getrennt betrachtet werden müssen. Folglich lässt sich in einem solchen Fall nur der Kredit rückabwickeln, nicht aber der Versicherungs-Vertrag. Und das heißt: Sie sind bis zum Laufzeitende an die Police gebunden.

Allenfalls eine vorzeitige Kündigung oder ein Weiterverkauf kommt infrage – dann aber meist mit erheblichen Verlusten. Der Rückkaufwert liegt oft deutlich unter dem, was Sie in den Versicherungs-Vertrag eingezahlt haben. Das ist keine schöne Aussicht!

Fazit für Sie: Meiden Sie solche undurchsichtigen Geschäfte!

„Einfach und transparent“, lautet die Devise. Will Ihnen ein Bank- oder Finanzberater etwas aufschwatzen, was Ihnen nicht durchsichtig erscheint, sollten bei Ihnen die Alarmglocken klingen. Denn fast immer geht die fehlende Transparenz zu Ihren Lasten.

So auch bei einer Kombination aus Hauskredit und Kapital-Lebensversicherung, einem Paradebeispiel für undurchsichtige Konstruktionen. Hier kann ich Ihnen nur raten: Finger weg! Mit einem normalen Annuitäten-Darlehen (typischer Hauskredit) sind Sie weitaus besser bedient!

11. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.