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Kreditkarten: Lesen Sie die Nutzungsbedingungen!

Die Herausgeber von Kreditkarten sind dazu verpflichtet, die Nutzungsbedingungen der Karten offenzulegen. Dies heißt natürlich, dass Sie als Kunde diese Bedinungen nicht nur lesen, sondern auch verstehen sollten.

Wichtig dabei ist: Der Herausgeber kann diese Bedingungen jederzeit ändern, solange er die Kunden hierüber informiert. Die Regeln müssen Ihnen bereits vor der Unterschrift vorliegen und sind ebenfalls im Vertrag noch einmal erwähnt oder – im Regelfall – beigefügt.

Hiermit sind diese Vereinbarungen dann auch ein rechtlich bindendes Dokument, gegen dass ein rechtliches Vorgehen meist erfolglos bleibt.

Wie in vielen Verträgen üblich ist dieses Dokument zwar immens wichtig, jedoch mit zahlreichen Fußnoten, Fachbegriffen oder Kleingedrucktem durchzogen. Hierin verstecken sich oftmals die größten Stolperfallen, vor allem bezogen auf die folgenden Punkte.

Kreditkarten: Der Jahreszins

Mit Hilfe des Jahreszinses können Sie die Kosten eines Kredites bestimmen. Dieser zeigt Ihnen in Prozent an, wie viel Sie der Bank dafür zahlen, dass diese Ihnen Geld leiht. Beträgt Ihr Jahreszins demnach 12,56%, teilen Sie diesen durch 12 Monate, um Ihre monatliche Rate zu bestimmen. In diesem Falle würde die Rate demnach rund 1,05% betragen.

Eine Kreditkarte kann mehrere Jahreszinssätze beinhalten – je nach Art der Transaktion, die Sie ausführen. In den meisten Fällen ist hierbei der aktuelle Saldo ausschlaggebend. Dies nennt man „abgestufte Jahreszinse“. Beispielsweise kann der Jahreszins bei einem Saldo zwischen 1000 und 2000 Euro bei 14% liegen, zwischen 2000 und 3000 Euro jedoch bereits bei 15%.

Beachten Sie außerdem, dass manche Anbieter mit Einstiegsraten locken können. Diese ändern sich in vielen Fällen nach einer bestimmten Laufzeit. Suchen Sie also nach Laufzeiten, um am Ende nicht böse überrascht zu werden.

Der Herausgeber kann Ihnen eine Rate anbieten, die konstant gleich bleibt und sich nicht den aktuellen Marktbegebenheiten unterwirft. Dies nennt man einen „festen Jahreszins“. Bei einem variablen Jahreszins wird hingegen die momentane Wirtschaftlage und verschiedene Indikatoren einbezogen. Unter diese Indikatoren fällt unter anderem der aktuelle Leitzins sowie der Diskontsatz.


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Der Kreditkartenausgeber muss Ihnen den Jahreszins vor der Vertragsunterschrift mitteilen. Außerdem muss er auf jeder Abrechnung angegeben werden. Ändert sich der Jahreszins, ist das Kreditinstitut verpflichtet, Ihnen diese Änderung bereits mehrere Wochen vor dem Änderungsdatum mitzuteilen.

Finanzierungskosten und Gnadenfrist

Die Finanzierungskosten für eine Kreditkarte werden von dem aktuellen Saldo und dem Jahreszins bestimmt. Hierbei sollten Sie beachten, auf welcher Basis die Finanzkosten berechnet werden. Dies kann beispielsweise ein durchschnittlicher Tagessaldo oder der Saldo bei der vorherigen Transaktion sein.

Der Kreditkartenanbieter wird Ihnen einen bestimmten Zeitraum gewähren, innerhalb dessen Sie das geliehene Geld nach dem Fälligkeitsdatum zurückzahlen müssen. Andernfalls fallen oftmals hohe Gebühren an. Diesen Zeitraum nennt man auch „Gnadenfrist“. Diese beträgt meist zwischen 20 und 30 Tagen.

In einigen Fällen kann es jedoch auch vorkommen, dass keine Gnadenfrist eingeräumt wird. Am Fälligkeitsdatum muss daher der volle Betrag beglichen sein – oder der Kreditkartenherausgeber stellt Ihnen direkt immense Strafgebühren zur Rechnung.

Vorkasse und Kreditübertragung

Eine Vorkasse ist eine unbürokratische und sofortige Auszahlung, die entweder am Geldautomaten oder am Bankschalter getätigt werden kann. Die Gebühren für diese Auszahlung ist meist deutlich höher als bei einer normalen Zahlung per Kreditkarte.

Auch im Vergleich zur EC-Karte ist das Geldabheben mit der Kreditkarte deutlich teurer. Die Gebühren können dabei entweder einen Prozentsatz des abgehobenen Geldes, einen festen Betrag oder eine Kombination aus beidem betragen. Letzteres ist bei vielen deutschen Banken üblich: Bis zu einem bestimmten Betrag fallen feste Gebühren an, darüber wird ein Prozentsatz aufgeschlagen.

Viele Unternehmen bieten Ihnen außerdem die Möglichkeit, Kredite von einer alten auf eine neue Kreditkarte zu übertragen und locken dabei mit enorm niedrigen Raten. Diese erlauben einem Kunden, seine Schulden ohne neue Zinsgebühren zu verringern. Gehen Sie jedoch nicht davon aus, dass Sie diese niedrigen Raten jederzeit erhalten können.

Diese werden meist nur an Kunden mit einer stabilen Zahlungsvergangenheit vergeben.

Seien Sie sich außerdem bewusst, dass diese Übertragung Ihre Finanzbewertung oft negativ beeinflusst. Manche Banken nehmen daneben hohe Gebühren, die Ihr Konto weiter belasten könnten.

Mindestzahlungen und Gebühren

Die Mindeszahlungen geben an, wie viel Geld Sie mindestens rückerstatten müssen, um nicht als zahlungsunfähig zu gelten. Dieser Betrag variiert auf Basis Ihrer Finanzbewertung. Natürlich sollten Sie versuchen, Ihren Kredit so schnell wie möglich abzuzahlen. Andernfalls steigen die Zinszahlungen weiter in die Höhe.

Die Nutzungsbedingungen sind in der Regel gefüllt mit Formulierungen und Phrasen, in denen sich weitere Gebühren verstecken können. Diese fallen meist in vier Kategorien.

  • Jahresgebühr: Für dieses Geld bekommen Sie die Kreditkarte. Die Gebühr wird jährlich fällig, normalerweise am Tag der Kontoeröffnung. Bei einer normalen Kreditkarte beträgt diese meist zwischen 10 und 30 Euro, spezielle Karten können jedoch deutlich teurer sein. Viele Angebote werden mit einem gebührenfreien ersten Jahr.
  • Überziehungsgebühr: Noch vor wenigen Jahren wäre es Ihnen nicht möglich gewesen, ihr Kreditlimit zu überziehen. Heutzutage werden hierfür stattdessen saftige Gebühren fällig, der Kauf wird jedoch dennoch bewilligt.
  • Verspätungsgebühr: Zahlen Sie Ihren Kauf erst mit Verspätung ab, werden weitere Gebühren fällig. Meist wird diese Gebühr  durch die Höhe Ihres Einkaufes bestimmt.
  • Umrechnungsgebühr: Einer der Vorteile einer Kreditkarte ist die Möglichkeit der weltweiten Nutzung. Hierbei werden jedoch Umrechnungsgebühren fällig, die meistens bei 1-2 Prozent je Transaktion liegen.

Überprüfen Sie in jedem Fall, was genau in den Nutzungsbedingungen zu Ihrer Kreditkarte steht und schützen Sie sich so vor unangenehmen Überraschungen.

8. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.