Immer enger zieht sich die Schlinge um den Hals der Staaten. Die Eurozone hat mit der Zentralbank inzwischen - zumindest politisch - eine Institution, die Rechtsbruch begeht.
Sie kauft Anleihen auf, ohne dass Sie oder ich dem je zugestimmt hätten. Damit aber häufen sich die Schulden weiter auf, täglich immer schneller. Und: das Vertrauen schwindet.
Ich erwarte allerdings keinen vollständigen Crash 2011. Die Wahrheit ist: Die Krise betrifft nur Investoren und Bürger, die immer noch falsch investieren (müssen). Der Finanzmarkt hält viele Fallen bereit.
Frankreich-Anleihen der neueste Krisenherd
Möglicherweise haben Sie das Drama um Frankreich bereits vernommen. Noch immer haben die Analysten sowie die Politik unterstellt, dort könne nichts passieren. Eine glatte Lüge. Die Krise frisst sich nur weiter voran. Wann landet sie bei uns? Das ist die Frage.
Frankreich hat Schulden in Höhe von 87,1% bezogen auf das "BIP", das Brutto-Inlandsprodukt. Dies ist nur noch 2,9%-Punkte von der volkswirtschaftlichen Schmerzgrenze entfernt. Die Wissenschaft weiß: ab 90% ist keine Umkehr mehr möglich, jedenfalls dann, wenn es nach der Geschichte geht.
Wir stehen aktuell bei etwa 83% vom BIP. Dieser Betrag kann schnell explodieren, weil Frankreich möglicherweise bald nicht mehr wie bis dato für die Schulden der Anderen haften wird.
All das haben wir ja erwartet, daher empfehle ich Ihnen fortlaufend Sachwerte. Konkret: vor allem Aktien, Immobilien und Gold. Aktien bleiben attraktiv.
Wer aber Anleihen hat, wird in den nächsten Monaten, zum Herbst 2011 bereits, böse Überraschungen erleben. Anleihen - auch Zertifikate - sind Zahlungsversprechen mit Zinsanspruch.
Sobald die Zinsen weiter steigen, werden die alten Anleihen noch weniger wert sein. Zudem steht bei vielen Schuldnern die Zahlungsfähigkeit massin in Frage.
Das ist die Wahrheit. Schützen Sie sich daher an bestimmten(!) Märkten - auch wenn aktuell alle Kurse purzeln.
Aktien wichtig
Auch oder gerade wenn die Aktienkurse fallen, können Sie für Ihre Vorsorge die Unternehmensbeteiligungen immer noch kaufen. Es wird sich lohnen, da die Unternehmen weiterhin Gewinne machen.
Die jüngsten Quartals- und Halbjahresberichte bezeugen dies. Volkswagen jagt einen Rekord nach dem nächsten, BMW verdient bestens, Hannover Rück hält seine Gewinnprognosen aufrecht und so fort. Auch wenn es kleinere Einbrüche gibt:
Mehr als 20% Verlust im Dax gehen an der wirtschaftlichen Realität vorbei und sind nicht dauerhaft. Diese Krise können Sie wie hier und auch im "Neuen Deutschen Geldanlagebrief" beschrieben nicht mit der Krise 2000 vergleichen.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Dax stand damals bei etwa 20, teils sogar darüber. Jetzt steht es bei weniger als 10.
Aktieninvestitionen bleiben daher für Ihre Langfristvorsorge wichtig, auch wenn Sie jetzt Buchverluste - vorübergehend - hinnehmen müssen.
Wie die Daten einzelner Online-Banken zeigen, verkaufen auch bei weitem nicht soviele private Investoren (Unternehmer, Selbstständige oder "echte" Private) ihre Aktien wie gedacht. Käufe und Verkäufe sind fast identisch.
Crash geht auch an Immobilien vorbei
An dieser Stelle habe ich Ihnen zudem einige Male beschrieben, dass Immobilien in einer Phase helfen werden, wie wir sie jetzt erleben. Tatsächlich steigen die Preise seit Monaten ab. Noch einmal kann ich nur sagen:
die Zinsen sind niedrig. Wer noch bauen möchte oder sich Altbestand sichern wird, kann jetzt zugreifen. Je mehr Anleihen die EZB (Europäische Zentralbank) kauft, desto schneller werden die Zinsen steigen.
Italien und Spanien zeigen bereits, wohin die Reise geht. 6% Zinsen, die beide Länder zahlen mussten, gelten als absolute Schmerzgrenze. Als die Zinsen darüber hinaus stiegen, griff die EZB ein.
Gold bleibt ein Anker - nun aber wird Gold teurer
Gerne hätte ich still und heimlich Gold weiterhin als Ersatzwährung empfohlen. Dies ist nun nicht mehr möglich. Der Goldpreis schießt geradezu unter lautem Getöse nach oben. Mein Verdacht:
vor allem die Chinesen greifen weiterhin zu. Die Zentralbank sichert ihre heimische Währung Yuan sowie Devisenbestände (vor allem Dollar) von fast 3 Billionen US-Dollar mit Gold ab.
Sackt das Vertrauen auch in die chinesischen Papiergeldbestände, können diese sich zumindest mit Gold noch kaufen, was sie für ihr Wirtschaftswachstum benötigen.
Mir gefällt dieser Tage die Geschwindigkeit nicht, mit der Gold nach oben schießt. Dies signalisiert, das nicht nur die Absicherung hier im Vordergrund steht, sondern zudem noch fleißig Spekulanten mitmischen.
Das heißt: ich halte Gold wie seit 10 Jahren beschrieben für eine Ersatzwährung und - bis zu 10% oder maximal 15% im Depot - für eine Absicherung und ein gutes Investment.
Wer aber noch kaufen möchte oder "muss", muss mit Rückschlägen rechnen. Sobald irgendein Hoffnungsschimmer auftaucht, wird der Goldpreis nachgeben. Dann ist der Zeitpunkt zum Einstieg eher wieder da.
Fonds: Nur Sachwertfonds halten
Viele Investoren haben aber auch Fonds im Depot. Fonds, die etwa per Sparrate bedient werden. Das halte ich für richtig, auch wenn Sie mit Fonds dieser Tage ebenfalls viel Buchgeld verlieren.
Fonds aber beteiligen Sie anders als Zertifikate an einem echten Vermögen - wenn Sie auf "Sachwerte" setzen. Reine Aktienfonds sind auch bei fallenden Kursen besser als Rentenfonds. Eine Ausnahme davon habe ich Ihnen hier wie unsere Kapitalschutz-Redaktionen einige Male bereits genannt:
Mischfonds wie den "Carmignac Patrimoine A" können Sie kaufen, weil - etwa - dieser Mischfonds international investiert. Noch immer gibt es gerade in den Schwellenländern Anleihen, die eine sehr gute Performance erwarten lassen. Dort ist die Wirtschaft bei weitem nicht so angeschlagen wie bei uns im Westen.
Aber: Bleiben Sie im wesentlichen auch dieser Tage bei Sachwertfonds. Spielarten wie "Absolute Return"Fonds werden nicht helfen.
Garantien greifen nicht
Garantien hat ein "Absolute Return Fonds" für sein Versprechen gar nicht vorgesehen. "Absolute Return" bedeutet eigentlich, dass Sie keine Verluste machen sollen - dies aber ist nur das Werbeversprechen. Rechtlichen Anspruch haben Sie nicht.
Daher: verkaufen Sie wie auch in unseren Diensten mehrfach betont Absolute Return Fonds. Dasselbe gilt für andere "Kapitalschutz-Produkte".
Garantiefonds helfen in aller Regel auch nicht weiter. Diese werden wie andere Anlagearten in diesen Tagen verlieren. Garantien beziehen sich immer nur auf ein festes Enddatum. Bis dahin aber werden Sie beste Chancen an Aktienmärkten verpassen und darüberhinaus keinen Ausgleich für die Inflation erhalten.
Lebensversicherungen: Wahrheit lautet - Verträge weiter unrentabel
Abschließend warne ich auch in diesen Tagen noch vor den geringen Erträgen der Lebensversicherungen. Viele Anleger sind froh über die Zinsen, die Versicherer noch auszahlen. Nur: diese werden in den kommenden Jahren nicht mehr steigen, sondern fallen.
Auch Lebensversicherer verlieren in der aktuellen Finanzmarktkrise Geld. So werden sie bei einer Umschuldung in Griechenland die Forderungen teilweise abschreiben müssen. Die aktuellen Rechnungen lauten auf ungefähr 21% Verzicht.
Schlimmer aber ist, dass Lebensversicherungen keine Perspektive bieten, wenn die Inflationsrate ansteigt. In diesen Stunden kauft die EZB weiter Anleihen auf.
Dafür druckt sie regelrecht Geld - dies kann nur in einer höheren Inflation enden. Denken Sie bitte daran, auch wenn Lebensversicherungen Vielen jetzt noch wie der Sicherheitsanker vorkommen mögen.
Mein Vorschlag: lassen Sie die Verträge zumindest "ruhen" und zahlen nicht weiter ein. Wer jetzt noch mehr für die Vorsorge machen möchte und muss, wird mit Sachwerten die deutlich besseren Erfolge haben.
Am einfachsten ist es in diesen Tagen, in Aktien zu investieren. Gold ist wie beschrieben schon sehr teuer.
Aktien: Nicht 2,5, sondern 6 Billionen US-Dollar weg
Kürzlich meldete die "Bild"-Zeitung, weltweit seien 2,5 Billionen US-Dollar Kapital vernichtet. Ich habe andere Zahlen für Sie: 6 Billionen US-Dollar sind es.
Damit Sie das Ausmaß der Krise - aber auch der Chancen - sehen, halte ich eine Zahl dagegen: die gesamte Kapitalisierung (Aktien * Kurse) liegt bei knapp 49 Billionen US-Dollar. Das heißt: die Verluste waren tatsächlich dramatisch.
Da aber die Aktienkurse letztlich durch Gewinne gedeckt waren, sehe ich zumindest diesen Betrag als Aufholpotenzial.
Auch das ist die Wahrheit dieser Krise, die kein Crash ist: im Herbst 2011 kann es schnell wieder aufwärts gehen. Wer jetzt die Nerven behält, hat die beste Grundlage für seine Vorsorge.
PS: Vor allem ein Ölwert wie Royal Dutch Shell ist vollkommen ohne schlechte Nachricht untergegangen. Den können Sie wie auch im "Neuen Deutschen Geldanlagebrief" empfohlen kaufen.
Oder die Aktie von Volkswagen. Oder einen einfachen ETF-börsengehandelten Fonds auf den Dax. Alle Anlagen sind günstig - direkt in dieser Krise 2011.



