von Günter Hannich

Krisen-Pakete fördern die Deflation

Angst vor Inflation unberechtigt? Krisenpakete bewirken eher das Gegenteil

Eng mit den Notenbanken verbunden sind die Rettungspakete der letzten Finanzkrisen.

Wenn man dies näher betrachtet, dann wird verständlich, warum die vielen milliardenschweren Rettungspakete in Sachen Finanzkrise 2008/2009 sowie die Eurokrise 2010 letztlich zu keiner Inflation führten.

In der Presse wurde ängstlich berichtet, dass nun „hunderte von Milliarden in den Markt gepumpt“ würden, was uns eine Hyperinflation bescheren würde. Was man jedoch bei dieser Betrachtung vergessen hatte zu erwähnen ist, dass der Großteil der Rettungspakete nur auf Bürgschaften beruhte.

Die Staaten sicherten dabei Banken, Unternehmen oder ganzen Ländern (wie Griechenland, Portugal oder Irland) zu, dass diese im Falle einer Verschärfung der Krise Geld erhalten würden, bzw. damit deren Zahlungsunfähigkeit durch Übernahme der Kredite verhindert würde. Gebürgt wird natürlich mit den Geldeinlagen der Bürger.

Ende 2008 etwa gaben die USA bekannt, ein Rettungspaket über 800 Mrd. Dollar zu schnüren. In diesem dienten stattliche 600 Mrd. Dollar nur dazu, die halbstaatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zu stützen, jedoch lediglich 200 Mrd. Dollar dienten wirklichen Konjunkturmaßnahmen.

In Deutschland war es noch deutlicher sichtbar, dass es hier nicht um frisches Geld, sondern zum Großteil um bloße Bürgschaften ging: Das deutsche Bundeskabinett beschloss einen Gesetzentwurf, der Kapitalspritzen und Kredit-Bürgschaften in Höhe von bis zu 480 Milliarden Euro vorsah.

Mit bis zu 400 Milliarden Euro bürgte der Staat, ergo der Bürger, für Kredite zwischen den Banken. Nur 80 Milliarden Euro standen für die Geldinstitute zur Verfügung.

Nichts anderes war das Euro-Rettungspaket im Mai 2010, in dem versprochen wurde, bis zu 750 Mrd. Euro zur Stützung von angeschlagenen Ländern zu verwenden. Diese 750 Mrd. Euro waren zum Großteil nur eine Zusage an wirtschaftlich marode Staaten für Hilfsleistungen, noch keineswegs Geld.

Fälschlich wird immer wieder behauptet, dass das Geld „in den Markt gepumpt“ wurde. Selbst wenn das Geld dann gebraucht wird, führt das nur dazu, dass weitere Schuldenlöcher aufgerissen werden, welche unmittelbar deflationär wirken. Richtig neues Geld wird dadurch nicht emittiert.

Das bedeutet: Geld ist in den meisten Fällen gar nicht geflossen, es wurden zum Großteil nur Versprechen gemacht. Seit wann jedoch führen reine Versprechen und Bürgschaften zu einer Erhöhung der Inflationsrate oder gar in eine Hyperinflation? Solche Entwicklungen forcieren doch eher die deflationären Tendenzen.

 
 
Bildquelle: ChristineGerhardt - Fotolia

Autor:

Günter Hannich

Günter Hannich ist Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz. Wie Sie Ihr Geld sicher durch die nächste Welle des Crashs 2011 bringen, lesen Sie im kostenlosen Newsletter Hannich Vertraulich.