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Kriterien für die Witwenrente seit 2002

Den Ehemann zu verlieren ist für jede Frau ein tragischer Verlust und bedeutet viele Umwälzungen. Häufig fällt durch den Tod des Mannes der Hauptverdiener in der Familie weg, wodurch sich auch finanziell einiges ändert. Um diese Veränderungen besser zu verkraften, gibt es die Witwenrente, die nach dem Tod des Partners beantragt werden kann.

Die Höhe der Witwenrente hängt vom Alter des verstorbenen Partners, gemeinsamen Kindern und der Erwerbsfähigkeit des Partners ab. Es gibt die kleine und die große Witwenrente, die sich in Auszahlungsdauer und -summe unterscheiden.

Voraussetzungen für die Rente nach dem Tod des Ehemannes

Grundsätzlich gilt, dass die Witwenrente nur an Ehepartner ausgezahlt wird, die nicht wieder geheiratet oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft begründet haben. Auch muss der verstorbene Partner bereits fünf Jahre Wartezeit in der gesetzlichen Rentenversicherung gesammelt haben, damit zum Beispiel eine Frau einen Anspruch auf Rente nach dem Tod ihres Ehemannes hat.

Auch bei einem vorhandenen Anspruch auf Altersrente, Berufsunfähigkeits-,  Erwerbsunfähigkeits- oder Erwerbsminderungsrente haben Ehepartner Anspruch auf eine Witwenrente. Ob sie nun die kleine oder die große Witwenrente erhalten, wird von der Rentenversicherung geprüft.

Wann die kleine und die große Witwenrente ausgezahlt werden

Die Witwenrente orientiert sich am Rentenanspruch zum Todeszeitpunkt und beträgt bei der großen Witwenrente 55 % dieses Betrags. Folgende Kriterien müssen erfüllt sein, um die große Witwenrente zu erhalten:

  • Verminderte Erwerbsfähigkeit oder
  • ein Kind, das waisenrentenberechtigt ist und das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder
  • ein behindertes Kind oder
  • das vollendete 45. Lebensjahr.

Diese Altersgrenze wird allerdings zwischen 2012 und 2029 stufenweise auf das 47. Lebensjahr erhöht. Wird keines der Kriterien erfüllt, erhält der Hinterbliebene die kleine Witwenrente. Diese beträgt 25 % der Rentenansprüche des Verstorbenen.

Weitere Kriterien für die Witwenrente seit dem 01.01.2002

Für Paare, die nach dem 31. Dezember 2001 geheiratet haben oder wenn beide Partner nach dem 01. Januar 1962 geboren sind, gilt eine neue Regelung für die Witwenrente. Das Paar muss mindestens ein Jahr verheiratet gewesen sein, damit die Frau Anspruch auf Rentenzahlungen hat vorausgesetzt, es ist keine Rentensplittung vereinbart worden.

Nach diesem „neuen“ Recht ist die kleine Witwenrente auf zwei Jahre beschränkt. Zudem erhalten rentenberechtigte Witwen bzw. Witwer einen Zuschlag für jedes Kind, das sie erzogen haben.

Was die Anrechnung von eigenem Einkommen angeht, sind die ersten drei Monate davon unangetastet. Hinterbliebenen steht im sogenannten Sterbevierteljahr, also den drei Monaten nach dem Tod, die gesamte Rentenzahlung bzw. eine Zahlung in Höhe der erarbeiteten Rentenansprüche des Verstorbenen ohne Abzüge zu. Nach Ablauf dieser Zeit greift dann die Witwenrente, bei der das Einkommen des Hinterbliebenen berücksichtigt wird.

Was hinterbliebene Ehepartner beachten müssen

Witwen bzw. Witwer können das Geld für die ersten drei Monate nach dem Tod des Partners auf einen Schlag erhalten. Dafür müssen sie 30 Tage nach dem Todestag einen Antrag bei der Rentenversicherung eingereicht haben.

Die Witwenrente wird auch rückwirkend ausbezahlt, allerdings nur für die letzten 12 Monate ab dem Todeszeitpunkt. Aus diesem Grund sollte der Antrag innerhalb eines Jahres gestellt werden, da sonst Ansprüche verloren gehen können.

9. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.